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Freitag, 3 Dezember 2021

Facebook hat 7 Millionen Beiträge mit Falschinformationen über das Coronavirus gelöscht!

Innerhalb von drei Monaten hat die Social Media-Plattform Facebook sieben Millionen Beiträge mit Falschinformationen gelöscht. Dennoch kursieren noch immer irreführende Inhalte, obwohl sie widerlegt wurden.

Wie die ARD-faktenfinder berichten, bleibt Facebook ein Hotspot für Falschmeldungen. Rund 98 Millionen Beiträge im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus wurde von dem Konzern zwischen April und Juni angezeigt.

Einer Sprecherin zufolge seien davon mehr als 7 Millionen Beiträge auf Facebook und Instagram gelöscht worden, die gesundheitliche Schäden hätten verursachen können. Beispielsweise „der Konsum von Bleichmittel heilt das Virus“.

Facebook erweitert zudem die Zusammenarbeit mit Faktencheckern. Die Nachrichtenagentur AFP soll Partner in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden. Dazu baut AFP aktuell eine deutschsprachige Redaktion zum Prüfen von Fakten auf. Rund 70 Partner kooperieren auf diese Weise mit Facebook. In Deutschland sind das bislang die dpa und Correctiv.

Laut Facebook seien die Kooperationen ein Schwerpunkt bei der Strategie „Entfernen, Reduzieren, Informieren“ und soll der Bekämpfung von Falschmeldungen dienen.

„Zudem zeigen wir den Menschen verlässliche Informationen zu dem Thema an. So können sie selbst besser entscheiden, ob eine Quelle oder eine Nachricht als vertrauenswürdig erachtet werden kann.

Personen, die diese Inhalte bereits geteilt haben oder dies beabsichtigen benachrichtigen wir und machen sie darauf aufmerksam, dass sie auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft worden sind.“

Falschmeldungen kursieren dennoch

Viele Falschmeldungen stehen weiterhin ohne Hinweis auf Facebook, auch wenn diese bereits von den Faktencheck-Partnern widerlegt und markiert wurden.

Das System funktioniert also nur teilweise.

Datenanalyst Philp Kreißel untersuchte, wie oft Falschmeldungen geteilt wurden, wie hoch der Anteil der markierten Beiträge ist und wie viele weiterhin ohne Hinweis auf Facebook kursieren. Je nach Thema wurden zwischen 10 und 85 Prozent der Falschmeldungen nicht als problematisch markiert, obwohl dazu Faktenchecks vorliegen.

Auch werden in Deutschland zum Beispiel Inhalte von Politikern von Prüfungen komplett ausgenommen. Facebooks Sprecherin erklärt dazu, „man möchte nicht in die politische Diskussion eingreifen“. Dennoch könnten Falschmeldungen, die von Politikern gepostet werden, die politische Debatte beeinflussen.

Trotzdem hatte Facebook auch beispielsweise einen Beitrag von US-Präsident Trump gelöscht, da ein Video zu sehen war, in dem es fälschlicherweise hieß, Kinder seien gegen Corona immun.

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Artikelbild: Shutterstock / Von Nina design

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