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Dienstag, 26 Oktober 2021

Boykott gegen Facebook wächst. Nun reagiert Zuckerberg.

Facebook reagiert auf steigenden Werbeboykott mit Veränderungen, die allerdings keine Neuerungen in puncto Umgang mit Hasskommentaren bringen.

Boykott gegen Facebook wächst. Nun reagiert Zuckerberg. – Das Wichtigste zu Beginn:

Facebook kündigt Vorkehrungen als Reaktion auf Werbeboykott an. Diese beziehen sich vor allem auf die bevorstehenden US-Wahlen. Im Umgang mit Hasskommentaren bleibt Facebook bei der bisherigen Strategie.

Zuckerbergs Reaktion auf Werbeboykott

Dem Aufruf „Stop Hate for Profit“ folgten zahlreiche Unternehmen und stellten ihre Werbung auf Facebook ein. (Wir berichteten.)

Mark Zuckerberg sieht sich nun in Zugzwang und reagierte auf den Werbeboykott, der für Facebook enorme Einbußen bringt.

In einem Statement schrieb er vergangenen Freitag, Facebook werde „zusätzliche Vorkehrungen treffen, um allen zu helfen, sicher zu bleiben, informiert zu bleiben und letztendlich ihre Stimme dort einzusetzen, wo es am wichtigsten ist – bei Abstimmungen.“

Neuerungen auf Facebook zu US-Wahlen

Auf Facebook und Instagram soll in den nächsten Wochen ein Infobereich zum Thema Wahlen eingerichtet werden. Hier wird erklärt, wie man sich zur Wahl anmeldet und online wählen kann.
Beiträge im Zusammenhang mit den Wahlen werden mit einem Link zu diesem Infobereich versehen. Die Posts selbst werden von Facebook nicht bewertet.

Drei Tage vor der Wahl werden die Regelungen verschärft. Könnten durch Beiträge Menschen davon abgehalten werden, zur Wahl zu gehen, werden diese gelöscht. Dies gilt für alle Nutzer, auch Politiker.

Keine Änderungen im Handling mit Hasskommentaren

Interessanterweise bleibt die Thematik, die Facebook so viel Kritik einbringt und maßgeblich für den Werbeboykott verantwortlich zeichnet, unberührt.
Laut Zuckerberg würde das Prüfteam, das von einer KI unterstützt wird, beinahe alle Hassbeiträge entdecken und löschen, bevor diese gemeldet würden.

Öffentliches Interesse

Obwohl es Beiträge gibt, die gegen Facebooks Richtlinien verstoßen, werden diese im Netzwerk belassen. Vorausgesetzt, das öffentliche Interesse überwiegt. Laut Zuckerberg sei es wichtig, die Bevölkerung zu informieren, wenn ein Politiker hasserfüllte oder diskriminierende Äußerungen veröffentlicht. Zuckerberg verweist hier wohl auf seine Entscheidung, ein Posting von US-Präsident Trump nicht zu entfernen. (Wir berichteten.)

In Zukunft sollen derartige Beiträge allerdings markiert werden, sodass die Nutzer erfahren, warum diese nicht gelöscht wurden.

Strengere Richtlinien für Anzeigen

Im Bereich der Anzeigen sollen die Kriterien verschärft werden. Stellen Anzeigen bestimmte Bevölkerungsgruppen als gefährlich oder minderwertig dar, sind sie verboten. Warum es hier eine Diskrepanz zwischen Beiträgen und Anzeigen gibt, erklärt Facebook damit, dass das öffentliche Interesse an einem breiten Spektrum freier Meinungsäußerung bei Beiträgen höher als bei Anzeigen sei.

Quelle: t3n.de
Artikelbild: Shutterstock / Von Frederic Legrand – COMEO
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