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Freitag, 23 Juli 2021
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Nein, Ehefrau von Söder profitiert nicht von Masken!

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Ein Gerücht nahm seinen Anfang auf Telegram und wurde dann von einer Partei verbreitet.

So soll Karin Baumüller-Söder, die Ehefrau des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, kräftig an der in Bayern geltenden Maskenpflicht mitverdienen – wird zumindest behauptet.

Diesbezüglich wird jener Screenshot derzeit geteilt:

Der Screenshot zu Söder und den Masken
Der Screenshot zu Söder und den Masken

„Kasse machen mit der Krise. Er sorgt für möglichst lange Maskenpflicht, Ehefrau kassiert.“

so lautet die Behauptung, welche im Mai erst als Andeutung auf dem Telegram-Kanal von verschwörungsmythikerin Eva Hermann ihren Anfang nahm, dann als Karikatur verbeitet wurde, bis sie schließlich von Mitgliedern einer Partei politisiert wurde.

Was stellt die Ehefrau von Markus Söder her?

Karin Baumüller-Söder spezialisierte sich mit ihrer Dienstleistungsfirma Baumüller Services auf die Inbetriebnahme und Installation, sowie die Instandhaltung oder Modernisierung von elektrischen Maschinen und Anlagen.

Stellt Baumüller Services auch Schutzmasken her?

Nein, jedenfalls nicht die handelsüblichen Mund-Nasenschutzmasken, aber sie stellten eine begrenzte Anzahl sogenannter Face Shields her, also Gesichtsschutzmasken aus Plastik, wie man sie auch auf der obigen Karikatur sehen kann.

Jene Face Shields finden größtenteils in Krankenhäusern bei den Angestellten Anwendung. Laut den Verordnungen in Bayern stellen Face Shields aber keinen gleichwertigen Ersatz für eine Maske dar, da diese nicht über einen textilen Abschluss verfügen und den Mund-Nasen-Bereich nicht vollständig bedecken, sind also nicht für den privaten Gebrauch beim Einkaufen o.ä. bestimmt.

Verdienten die Söders an den Face Shields?

Ein Teil der Produktion von Baumüller Services wurde kurzfristig auf Face Shields aus 3D-Druckern umgestellt. Jene wurden wurden für die eigenen Mitarbeiter bzw. für Spendenzwecke hergestellt.

100 Face Shields gingen als Spende an das Nürnberger Krankenhaus Martha-Maria, wie die Dienstleistungsfirma in einer Pressemitteilung schrieb.

BR24 wollte es genauer wissen, u.a. da der Satz über die Herstellung der Face SHields für die eigenen Mitarbeiter und die Spendenzwecke erst nachträglich in der Pressemitteilung auftauchten.

Dem BR wurde daraufhin der interne Mailverkehr über die Face Shields zur Verfügung gestellt. Daraus gehe hervor, dass die Schilder tatsächlich ausschließlich für die eigenen Mitarbeiter und als Spende für das Krankenhaus gefertigt wurden.

Insgesamt seien nur 210 Face Shields hergestellt worden. Je 100 gingen an zwei Krankenhäuser (Martha-Maria-Krankenhaus in Nürnberg und Frankenalb-Klinik Engelthal), 10 an die eigenen Mitarbeiter oder wurden als Muster verwendet.

Markus Söder teilte Ende Mai mit, seinen Medienanwalt beauftragt zu haben, rechtliche Schritte gegen die Verbreiter jener Falschmeldung zu prüfen und gegebenfalls einzuleiten.

Und was ist mit den 242 Millionen?

Dabei handelt es sich um den Gesamtumsatz der Firma Baumüller, nicht etwa um Erträge aus angeblich verkauften Schutzmasken, wie der Screenshot suggerieren will.

Fazit

Die Herstellung der Face Shields beschränkte sich auf 210 Exemplare, die zwei Krankenhäusern und den eigenen Mitarbeitern kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden, verdient wurde daran nichts.

Weitere Quellen: BR24, dpa

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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