Aktuelles Doktorarbeit: Sind Atemmasken gesundheitsschädlich?

Doktorarbeit: Sind Atemmasken gesundheitsschädlich?

Facebook-Themen

Gefälschte MediaMarkt-Seite auf Facebook lockt wieder mit Gewinn

Bei der Facebook-Seite „MediaMarkt, Oberwart“ handelt es sich um keine offizielle Seite des Unternehmens. Die Facebook-Seite „MediaMarkt, Oberwart“ gibt vor, 10 Segway Ninebot ES2 zu...

Zwarte Piet verboten? Nein, aber „blackface“!

Viele Medien berichten, Facebook verbiete den sogenannten "Zwarte Piet“. Stereotype Darstellungen des in den Niederlanden und Belgien bekannten Nikolaushelfers "Zwarte Piet" sind ab sofort auf...

Fragwürdige Corona-Infos: Facebook löscht mehr als 7 Millionen Beiträge

Facebook greift bei Falschinformationen im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus härter durch. Wie der ORF berichtet, hat Facebook seit April mehr als sieben Millionen Beiträge...

Achtung vor dem Video, wo ein Eisbär eine Frau tötet

Seit Monaten verbreitet sich auf Facebook ein scheinbares Video eines Eisbären, der eine Frau tötet. Was allerdings wie der Link zu einem Video mit dem...

Eine Doktorarbeit aus 2005, die eindeutig beweisen soll, dass Atemmasken gesundheitsschädlich sind!

- Werbung -

Erst vor wenigen Tagen haben wir einen Artikel zu dem Thema: „Sind Atem-Masken, besonders für Kinder, gefährlich (CO2)?“ veröffentlicht. In unserem Artikel galt es abzuklären, ob diese Behauptungen – es gab mehrere – als irreführend einzustufen sind, oder nicht. (Verweis)
Zu demselben Thema gibt es nun eine Dissertation, die im Jahre 2004 bei der Technischen Universität München eingereicht und durch die Fakultät für Medizin am 11.05.2005 angenommen wurde, die ebenfalls die Runde auf Facebook, WhatsApp und Co. macht.

Screenshot Facebook: Beispiel solch einer Behauptung
Screenshot Facebook: Beispiel solch einer Behauptung

Es handelt sich dabei um eine Dissertation von Frau Ulrike Butz, die eindeutig beweisen soll, dass Atemmasken gesundheitsschädlich seien, da die CO2-Konzentration im Blut ansteige und dass auch die Viruslast durch das Wiedereinatmen der eigenen Atemluft ansteige (Verweis). Bei dieser Dissertation handelt es sich um ein Dokument mit 55 Seiten.

Hinweis: Ja es stimmt, dass die Aufnahme von CO2 zwar etwas erhöht ist, aber das mit der Feuchtigkeit ist eher weniger nachvollziehbar, denn die Feuchtigkeit – vor allem, wenn man viel mit Maske spricht – nicht in die Lunge in einem problematischen Ausmaß wandert (da ist z.B. ein Rauchen millionenfach schädlicher, denn da sammelt sich hingegen wirklich was in der Lunge, dass alles andere als gesund ist, aber das ist ein anderes Thema…). CO2 ist ein sehr flüchtiges Gas, welches durch eine solche Maske definitiv nicht aufgehalten wird. Steigt die CO2 Sättigung im Körper, steigt der Atemantrieb. Bei hohen CO2 Konzentrationen im Körper würden wir Atemnot bekommen und spätestens dann die Maske ablegen.

Auf Seite 41 bekommt man dann jenen Inhalt zu lesen, der sinngemäß auf Facebook und Co. immer wieder geteilt wird. Dieser lautet:

In der vorliegenden Studie wurde die Hypothese der Akkumulation von CO2 bei der Verwendung von chirurgischen Operationsmasken bewiesen. Die Akkumulation führte zu einer verstärkten Rückatmung von CO2 und dies führte wiederum zu einem signifikanten Anstieg von CO2 im Blut der getesteten Probanden.

Die Messzeit von 30 Minuten und der bestehende Versuchsaufbau führten zu keiner signifikanten Steigerung der Atmung im Sinne einer kompensatorischen Hyperventilation. Es darf jedoch angenommen werden, dass die Effekte in der täglichen Klinikroutine ausgeprägter ausfallen würden: Die Operationsmasken werden häufig sehr viel länger getragen als dies in der vorliegenden Studie geschah. Des weiteren wurde die Studie an normal atmenden Personen im Ruhezustand gemessen. Bei körperlicher Arbeit und psychischer Anspannung wird die Atmung aktiviert, was zu einer stärkeren Rückatmung von CO2 und wiederum zu einer Erhöhung der CO2-Konzentration im Blut des OP-Personals führen könnte.

Eine Änderung der Blutgase kann Ursache eingeschränkter kognitiver Fähigkeiten sein.

Würde man sich jedoch die Mühe machen und zwei Seiten weiter, also auf Seite 43 blättern und weiterlesen, dann würde man die „Zusammenfassung“ der Dissertation zu lesen bekommen, und hier steht wiederum:

Eine kompensatorische Erhöhung der Atemfrequenz oder ein Abfall der Sauerstoffsättigung wurde dabei nicht nachgewiesen.

Screenshot: Dissertation / Zusammenfassung der Rückatmung von Kohlendioxid bei Verwendung von Operationsmasken als hygienischer Mundschutz an medizinischem Fachpersonal
Screenshot: Dissertation / Zusammenfassung der Rückatmung von Kohlendioxid bei Verwendung von Operationsmasken als hygienischer Mundschutz an medizinischem Fachpersonal

Fazit

Das Fazit der Doktorarbeit ist quasi die Zusammenfassung auf Seite 43. In dieser steht, dass eine kompensatorische Erhöhung der Atemfrequenz oder ein Abfall der Sauerstoffsättigung dabei nicht nachgewiesen wurde; damit heben sich quasi die Aussagen auf Facebook und Co. wieder auf.

„Die Akkumulation von Kohlendioxid (22,49 mmHg, STEV 2,30) unter jeder untersuchten chirurgischen Operationsmaske erhöhte den transkutan gemessenen Kohlendioxid-Partialdruck (5,60 mmHg, STEV 2,38). Eine kompensatorische Erhöhung der Atemfrequenz oder ein Abfall der Sauerstoffsättigung wurde dabei nicht nachgewiesen.“

und

„Da Hyperkapnie verschiedene Hirnfunktionen einschränken KANN, soll diese Studie Hersteller von chirurgischen Operationsmasken aufrufen, Filtermaterialien mit höherer Permeabilität für Kohlendioxid zu verwenden. Dies sollte dazu führen, dass eine verminderte Akkumulation und Rückatmung von Kohlendioxid bei medizinischem Fachpersonal gewährleistet wird. Solange muss der Einsatzbereich der OP-Masken kritisch diskutiert und definiert werden, um unnötige Tragezeiten zu vermeiden.“

Ergo: man könnte die Masken optimieren und optimieren und optimieren, aber es leidet niemand darunter, wenn diese so bleiben wie sie sind.

Artikelbild: Shutterstock / Von Maridav

 

An alle unsere Leserinnen und Leser! Wir brauchen deine Unterstützung! Wir haben keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten offen halten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama auch weiterhin geben. Hier kannst Du unterstützen: via PayPal, Steady oderPatreon
- Werbung -

Leider kein Fake: Hund auf Lanzarote zu Tode gequält

Auf Facebook wird von einem Paar berichtet, das einen Hund zu Tode quälte. Viele Anfragen bekamen wir zu einem Facebook-Beitrag, in dem die Tat beschrieben...

Notdienste: So vermeiden Sie Abzocke

Verbraucherzentrale und Landeskriminalamt geben Tipps zum Schutz vor unseriösen Notdiensten. Aus der Wohnung ausgesperrt, Toilette verstopft oder ein Wespennest im Rollladenkasten - und das meistens...

Abgezockt durch „Liebes-Betrüger“ – kann ich mich vor „Romance Scamming“ schützen?

"Love Scamming" oder "Romance Scamming" lautet der Fachbegriff für eine Betrugsmasche, die besonders perfide und für die jeweiligen Opfer mit hohem emotionalen Stress verbunden...

Top-Artikel

Ägypter outen Sextäter via Social Media

"Opfer können Übergriffe nicht melden": Wut auf Regierung und Elite entlädt sich im Web Aus Verzweiflung über die Untätigkeit der Behörden greifen die Opfer von...

COVID-19: Viele US-Eltern werden Impfmuffel

Experten von Orlando Health warnen bereits bei Kinderkrankheiten vor einer Pandemie In den USA sind die Impfraten inmitten der Corona-Krise stark rückläufig. Forscher von Orlando...

Nein, in Österreich werden keine Kinder in einer Tiefgarage unter Zwang getestet.

"Schulkinder und Kindergartenkinder von 2 bis 6 Jahren wurden in einer Tiefgarage in Oberösterreich mit einem schmerzhaften Mund- Nasenabstrich unter Zwang getestet." So beginnt ein...

Video: „Bäume pflanzen ist gegen den Islam“ (Faktencheck)

Nein, in diesem Video werden die Bäume nicht aufgrund der Religion aus dem Boden gerissen. Hier geht es um einen anderen Disput. Ein Video zeigt,...

Deutsche Regierung: Agentur zur Cybersicherheit nimmt ihre Arbeit auf

Zur Stärkung der Cybersicherheit wurde von der deutschen Regierung nun eine neue Bundesagentur gegründet. Cybersicherheit fördern Die neu gegründete Agentur hat es zur Aufgabe, Innovationen im...
-WERBUNG-
-WERBUNG-
-WERBUNG-
Datenschutz
Wir, MImikama-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch (Vereinssitz: Österreich), würden gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht uns aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
Wir, MImikama-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch (Vereinssitz: Österreich), würden gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht uns aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: