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Freitag, 23 Juli 2021
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Du wirst mich für diesen Text hassen!

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Wir schreiben den Juli 2021. Der Juli der vermeintlichen Pandemie-Pause. Auch wenn du es hassen wirst: Diese Pause ist trügerisch!

Und wieder schaue ich mir die aktuellen Infektionszahlen an. Es ist ein Drama. Wir waren vor zwei Wochen so gut und hatten so niedrige Zahlen, doch jetzt steigen Sie wieder rasant.

Ich ärgere mich. Ich bin wirklich wütend. Ich weiß auch gar nicht, in welche Richtung ich meine Wut kanalisieren kann. Das Problem ist schlichtweg, dass ich keine Lust auf einen weiteren Lockdown habe. Ich glaube, kaum jemand hat Lust auf einen weiteren Lockdown. Doch so ein Lockdown, das haben wir gelernt, gab es immer dann, wenn die Inzidenz- und Infektionszahlen hoch waren, die Hospitalisierungzahlen hoch waren und auch die Todeszahlen sich auf einem hohen Level befunden haben.

Hospitalisierung und Todeszahlen sind derzeit noch niedrig. Aber die Zahl der Neuinfektionen steigt rasant. Und diese Zahl schreitet immer voran, die anderen beiden Werte gehen, so kennen wir aus der vergangenheit, mit einer Verzögerung von bis zu 14 Tagen hinterher.

Und daher schaue ich auf die aktuellen Infektionszahlen. Die Zahlen die mir so sehr Angst bereiten. Denn gerade jetzt zu dieser Sommerzeit sollten Sie eigentlich niedrig sein. Stattdessen gehen sie rasant in die Höhe, in einigen westeuropäischen Ländern sogar extrem in die Höhe.

Warum du mich hassen wirst!

Und das ist dieser Moment, in dem ich mir denke, dass wir bereits jetzt schon ansetzen müssen. Wir müssen doch aus den letzten eineinhalb Jahren gelernt haben, welche Möglichkeiten wir haben, um die Zahlen in den Griff zu bekommen. Ich sehe da auf zwei verschiedenen Ebenen Handlungsbedarf.

Es ist einmal die politische Ebene. Sprich, die Politik muss Maßnahmen vorschreiben, die eingehalten werden müssen. Das ist für eine liberale Gesellschaft natürlich immer problematisch. Wer lässt sich schon gerne etwas vorschreiben? Es gibt genügend Menschen, die das als Bevormundung sehen und diese Vorschriften hassen. Doch leider hat sich in den letzten 18 Monaten gezeigt, dass diese Vorschriften teilweise notwendig waren.

Denn häufig war da nichts mit Eigenverantwortung. Daher würde ich mir derzeit tatsächlich so etwas wünschen, wie leichte Maßnahmen, die wieder greifen. Stattdessen lese ich in den Medien, dass die Maßnahmen sogar noch heruntergeschraubt werden.

Das kann ich beim aktuellen Stand überhaupt nicht nachvollziehen. Statt einer weitestgehenden Maskenbefreiung würde ich aktuell wieder dazu tendieren, sofort (aber wirklich ab sofort) wieder die FFP2-Masken in sensiblen Bereichen einzuführen. Ob öffentliche Verkehrsmittel, oder auch im Einzelhandel. Ja, ich wünsche mir hier wieder FFP2-Masken.

Genauso wie ich frühzeitig auch überlegen würde, ob nicht eine nächtliche Sperrstunde wieder eingerichtet wird. Am letzten Wochenende habe ich mit Erschrecken das Wiener Nachtleben gesehen. Lange Schlangen vor diversen Lokalen, unzählige Menschen dicht gedrängt. Das spiegelt überhaupt nicht das Bild wider, was ich tagsüber erlebe. Gut, bevor ich jetzt blind diese Ausgangssperre durchziehen würde, sollte vielleicht analysiert werden, wo die Infektionsherde liegen.

Genauso wie ich (gilt für Österreich) es extrem fahrlässig finde, dass in einigen Gastronomien nicht auf die Einhaltung der 3G-Regel geachtet wird oder BesucherInnen am Ende ohne Nachweis der Aufenthalt gestattet wird, weil sie sich verbal durchgesetzt haben. Es gibt viele Betriebe, die achten vorbildlich auf die Einhaltung. Aber ich habe auch genug Betriebe gesehen, die gar nicht oder nur teilweise die 3G-Regel einhalten. Oder nur sporadisch.

Ich bin tatsächlich der Ansicht, dass wir, so wie schrittweise die Maßnahmen gelockert wurden, sie durchaus auch wieder schrittweise anziehen dürfen. Und zwar jetzt schon, bevor wir in sechs Wochen uns alle wieder in unserer kleinen Wohnung befinden. Das darf doch nicht unser Ziel sein. Und damit kommen wir zu der zweiten Ebene.

Die zweite Ebene ist die Eigenverantwortung. Ja natürlich hoffe ich auf eigene Verantwortung und habe heute von einem Freund den Begriff des solidarischen Beitrags gelesen. Dieser solidarische Beitrag ist zu leisten, damit es gar nicht erst so weit kommen muss. Auch vielleicht gar nicht erst so weit kommen muss, dass ein Staat eingreifen muss.

Denn diese staatlichen Eingriffe führen tatsächlich zu einer Spaltung der Gesellschaft, so wie wir es auch in den letzten Monaten häufig beobachten konnten. Doch wie ernst wird diese Eigenverantwortung genommen? Die Frage ist auch: an wen denke ich, wenn ich freiwillig Maßnahmen einhalte? Denke ich an andere oder an mich selbst? Denn wenn ich überlege, wie häufig ist missverstanden worden, warum FFP2-Masken getragen werden sollen. Diese Dinger dienen nicht zum eigenen Schutz! Diese Dinger dienen dazu, dass andere durch (eventuell) mich nicht infiziert werden.

So auch die Tests. Ich habe mich den ganzen Winter über testen lassen, teilweise bis zu dreimal in der Woche. Mir ging es nicht darum zu wissen, ob ich krank bin, sondern ob ich vielleicht andere infiziere, falls ich unbemerkt infiziert bin und die Zahlen dadurch in die Höhe treibe.

Das heißt, wir haben auch häufig einen falschen Denkansatz. Eine Stigmatisierung der Kranken, Schuldzuweisungen, fehlendes soziales Verantwortungsbewusstsein. Und daher würde ich mir wünschen, wenn wir tatsächlich jetzt schon die ersten Bremsen ziehen.

Es geht nicht um das Einsperren, denn genau das will ich ja verhindern. Es geht mir eher darum, der Vernunft angemessen an bestimmten Stellen freiwillig auf Auflockerungen zu verzichten und vielleicht wirklich an sensiblen Stellen doch wieder die gute alte FFP2-Maske aus der Tasche holen. Die ist zwar mittlerweile vielleicht schon etwas und weich und zerknüllt, aber sie dürfte noch funktionieren. Oder auch überlegen, an welchen Veranstaltungen man teilnimmt und wie man sich vor Ort verhält. Ist die Umarmung und das Busserln mit einer haushaltsfremden Person notwendig oder reicht der mittlerweile gesellschaftlich anerkannte Fistbump zur begrüßung? Und vor allem: Lassen wir die Hygiene nicht schleifen!

Ich weiß, dass du mich für diese Worte hassen wirst.

Von Impfungen will ich an dieser Stelle gar nicht erst sprechen. Diese halte ich für ein den solidarischen Minimalbeitrag. Doch auch hier muss ich leicht verdrossen zur Kenntnis nehmen, dass die Impfkurve derzeit abflacht. Sicherlich muss ich hier nach den Ursachen schauen, doch laut Statistik gibt es genug Impfstoffe.

Meine Ansichten mögen jetzt nicht besonders populär sein. Das ist mir klar. Ich bin aber auch kein Politiker, der dem Volk nach dem Mund reden will, nur um erneut (oder überhaupt) gewählt zu werden. Ich kriege sowieso täglich zu genüge Hass- und auch Drohmails, da kommt es auf eine Mail mehr oder weniger nicht drauf an (trainiert höchstens meinen Löschfinger).

Es ist nun mal so. Ich habe in den letzten 18 Monaten alle möglichen Meinungen zu diesem Thema lesen müssen. Ich habe alle möglichen Meinungen geduldet, denn sie sind nun mal Meinungen. Ich habe auch jede Meinung geduldet, die nicht auf Fakten, sondern auf Falschmeldung basierten. Und jetzt ist es an der Zeit, dass auch ich meine Meinung mal sage. Auch, wenn du sie hassen wirst.

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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