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Donnerstag, 14 Oktober 2021

Die Masern-Erkrankungen – Impfung also unnötig? Ein Faktencheck!

Auf Facebook kursiert eine Sharepic, welches aufzeigt, wie wenige Menschen 2018 an Masern erkrankten.

So gab es anscheinend nur 543 Masern-Erkrankungen, und gestorben ist auch niemand dran. Überraschung: Die Zahlen auf dem Sharepic sind sogar korrekt!

Das Sharepic über die Masern-Erkrankungen 2018
Das Sharepic über die Masern-Erkrankungen 2018

Der Text auf dem Sharepic:

„Von 82 Millionen Deutschen sind laut Robert Koch Institut im Jahs 2018 genau 543 an Masern erkrankt.
Das sind 0,00065 %.
Todesfälle: 0
Pflichtimpfung?
Lizenz zum Gelddrucken für Big Pharma!
Teilen ist Heilen“

Stimmen die Zahlen?

Das sind sie! Wie man auch in einem PDF des Robert Koch-Institutes zu meldepflichtigen Erkrankungen im Jahr 2018 nachlesen kann (Seite 40), sind die Zahlen korrekt:

Bildquelle: RKI, Masern-Erkrankungen 2018
Bildquelle: RKI, Masern-Erkrankungen 2018

„Aber Facebook sagt, dass das ein Fake ist!“

Dies glauben anscheinend manche Nutzer, da Facebook nun Fakes deutlicher kennzeichnet. Allerdings sagen die Kollegen von „Correctiv„, dessen Faktencheck die Einblendung bewirkt, gar nicht, dass dies ein Fake ist, sondern eine teilweise falsche Information, und das ist richtig!

Das Masern-Sharepic wird auf Facebook überblendet
Das Masern-Sharepic wird auf Facebook überblendet

Sind Impfungen also unnötig?

Das Sharepic ist ein hübsches Beispiel dafür, wie schnell Fakten mit nicht durchdachter Meinung vermischt werden. Während die Zahlen noch korrekt sind, ist die Schlussfolgerung jedoch vollkommen falsch.

Werfen wir dazu einfach mal einen kleinen Blick auf die Statistiken des Robert Koch-Instiutes!

Bildquelle: RKI, Masern-Erkrankungen und Impfungen über die Jahre
Bildquellen: RKI, Masern-Erkrankungen und Impfungen über die Jahre

Noch im Jahr 2001 lag die Impfquote gegen Masern und Röteln bei 4 bis 7-Jährigen nur bei 25,9 Prozent,  2016 schon bei 92,9 Prozent.
Dazu im Vergleich: 2001 gab es 6.039 Masern-Erkrankungen, 2016 nur 325. Zwischendurch kam es immer wieder mal zu lokalen Ausbrüchen, die die Zahlen für ein Jahr nach oben schnellen ließen, die Tendenz ist aber weiter sinkend.

Die Gesamt-Impfrate gegen Masern liegt in Deutschland nur bei 73,9 Prozent, wobei laut dem Bundesgesundheitsministerium mehr als 95 Prozent nötig wären, um Masernausbrüche verhindern zu können. Die höchste Impfquote hat Hamburg mit 80,5 Prozent, die niedrigste Sachsen mit 24,9 Prozent.

Um nun aber die Frage der Zwischenüberschrift zu beantworten: Ja, aus dem oben aufgezeigten Gründen sind Masern-Impfungen nötig!

Gerade weil eben die Impfquote besonders bei Kindern, die am anfälligsten sind, weiter steigt, gibt es auch so wenig Erkrankungen. Damit es aber auch weiterhin immer weniger Erkrankungen gibt, muss die Impfquote so lange auf einem hohen Niveau gehalten werden, bis die Masern endgültig als ausgerottet gelten.

Fazit

Die Zahlen sind korrekt, die Schlussfolgerung ist falsch:

Gerade weil es eine relativ hohe Impfquote gegen Masern gibt, gibt es auch so wenige Erkrankungen und nur 15 Todesfälle von 2001 bis 2012. Da 73,9 Prozent aber eine zu niedrige Quote ist, um die Erkrankung dauerhaft in Deutschland zu verhindern (besonders Erwachsene und ältere Personen glauben ja, dass sie keine Masern bekommen könnten), wird über eine Masern-Impfpflicht diskutiert.

Eine Impfpflicht, die überhaupt gar nicht nötig wäre, wenn diverse Quellen nicht unnötige Ängste und verschwörerische Paniken über Impfungen verbreiten würden.

Artikelbild: Shutterstock / Von Romolo Tavani

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