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Die Auswirkungen des Coronavirus auf den Rohstoffmarkt

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Das Coronavirus hat sich in den letzten Wochen in China rasant ausgebreitet. Bis zum heutigen Tage (05.02.2020) wurden bereits 24324 Personen infiziert und 490 Tote gemeldet. Neben der steigenden gesundheitlichen Bedrohungslage ist auch die Wirtschaftskraft der Volksrepublik angeschlagen und mündet nun in einem heftigen Preisverfall auf dem Rohstoffmarkt.

Das Wichtigste über Coronavirus und Rohstoffmarkt in Kürze:

  • Coronavirus 2019-nCoV hat Einfluss auf chinesische Wirtschaft
  • Weltwirtschaft ist auf China angewiesen
  • Chinesische Regierung pumpt Konjunkturhilfen in die Wirtschaft
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Die Wirtschaftskraft der Volksrepublik China hat 2016 hinsichtlich der Kaufkraftparität die USA als stärkste Wirtschaftsmacht überholt. Vor allem die zahlreichen Rohstoffe und seltenen Erden, welche das Reich der Mitte importiert, exportiert und produziert sind für die Wirtschaftskraft des restlichen Globus beinahe unersätzlich.

Durch die Verschärfung der gesundheitlichen Lage kam es vor allem bei Rohmetallen zu einem Fall der Preise, so ist der Durchschnittspreis für Kupfer pro Tonne um satte 10% gesunken. Dies mag auf den ersten Blick nicht beeindruckend wirken, allerdings fand dieser Abfall in lediglich 14 Tagen statt und ist für eine stabil wachsende Branche wie Kupfer eine Seltenheit.

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Vor allem die Ausbreitung der Krankheit im Logistik- bzw. Transportsektor löst in Europa Versorgungsängste aus, da sich in den letzten Jahrzehnten eine starke Abhängikeit entwickelt hat, dies vor allem in Hinblick auf Manganprodukte. Mangan ist ein wichtiger Bestandteil der Stahlindustrie und dient dort als Legierungsbestandteil, für Durchhärtung des Stahls und zum Rostschutz verwendet.

Auch der Ölpreis blieb von der Gesundheitskrise in China nicht verschont. Das Reich der Mitte ist fleißiger Abnehmer des Rohstoffs, bleibt der Kauf von Öl durchgehend aus, so könnte dies eine Krise auf dem Weltmarkt hervorrufen.
Bereits jetzt fiel der Ölpreis auf 54,95 Dollar pro Barrel, ingesamt ist die Jahresbilanz nach wie vor im Minus, dies ist der tiefste Stand seit der Finanzkrise 2009, als der Ölpreis zeitweise unter 50 Dollar fiel.

Wie stark die Weltwirtschaft auf China angewiesen ist, zeigen die enormen Zahlen der Kaufkraft. So entfällt 14% des globalen Ölverbrauchs auf China, 53% des Kupferkonsums und 64% der weltweiten Eisenerzimporte.
Schnell fallen Vergleiche zum Ausbruch des SARS Virus im Jahre 2002 mit dem deutlichen Unterschied, dass die Abhängigkeit der Weltwirtschaft seit damals erheblich angestiegen ist, da sich unter anderem der Ölkonsum verdoppelt und der Handel von Kupfer verdreifacht hat.
Besonders drastisch ist die Produktion von seltenen Erden, China hält dort einen Anteil von sagenhaften 80%.

Coronavirus: Wie geht die chinesische Volksrepublik mit den zunehmenden wirtschaftlichen Spannungen um?

Die Volksrepublik hat üblicherweise eine relativ strikte Handhabe bei medialer Berichterstattung über wirtschaftliche Probleme, das heißt im Normalfall werden entweder wenige Informationen herausgegeben oder geleakte Berichte heruntergespielt. Bisher konnte jeder Krise auch mit einem massiven Wirtschaftswachstum entgegengetreten werden.

Dieses Jahr ist die Prognose zwar auf unter 6% gerutscht, allerdings ist dies weit mehr als jeder europäische Staat in den letzten Jahren (zum Vergleich im 3 Quartal 2019 war Luxemburg mit 2,2% BIP-Wachstum EU-Spitzenreiter).

Das weitgehend staatlich gelenkte Wirtschaftssystem erlaubt es China zudem beinahe unbegrenzt Konjunkturhilfen in das Finanzsystem zu pumpen, so stellte die Regierung in den letzten Tagen bereits Hunderte Millarden Dollar zur Verfügung, um die wachsende Unsicherheit auf den Märkten zu beruhigen.
Auch eine Senkung der Zinsen hat die chinesische Zentralbank bereits mehrfach durchgeführt, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.

Zusammengefasst

Zusammengefasst hat das Jahr 2020 für die Volksrepublik denkbar ungünstig begonnen. Neben dem Engpass an Schweinefleisch, welches das jährliche Neujahrsfest und die Nahrungsversorgung mit Fleisch in einigen Regionen bedrohte, wurde das Reich der Mitte auch von dem Ausbruch des Corona-Virus eiskalt erwischt.

Erwähnenswert ist, dass vor allem die Kommunikation mit den Märkten und außenstehenden Staaten offener gestaltet wurde als bisher und die Volksrepublik durch die Freigabe von immsensen Finanzreserven versucht, den Markt zu stabilisieren.

Ähnlich wie beim Schweinefleisch, bei dem staatliche Reserven aufgetaut wurden, ist China derzeit noch in der Lage die Wirtschaftskraft durch staatliche Subventionen am Laufen zu halten.
Fraglich ist allerdings, wie lange die chinesische Wirtschaft auf reinem Pump überleben kann und ob China die derzeitige Gesundheitskrise schnell in den Griff bekommt.

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Autor: Alexander Herberstein; Artikelbild von junrong / Shutterstock.com
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