Aktuelles Corona-Schnittstelle: Still und heimlich installierte Überwachung?

Corona-Schnittstelle: Still und heimlich installierte Überwachung?

Facebook-Themen

Liberale US-Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg ist tot

Die liberale Richterin am Obersten US-Gericht Ruth Bader Ginsberg ist tot. Vor dem Gerichtsgebäude in Washington versammelten sich hunderte Trauernde. US-Präsident Donald Trump würdigte ihre...

Aufnahmen zeigen Jupiter in nie dagewesener Schärfe

Das Hubble-Teleskop hat neue Aufnahmen des Planeten Jupiter und seines Mondes Europa gemacht, die den Gasriesen und seinen Trabanten in nie dagewesener Schärfe zeigen. Dieser...

US-Regierung schiebt TikTok und WeChat den Riegel vor!

In den USA ist das Herunterladen der chinesischen Apps TikTok und WeChat ab Sonntag unter Berufung auf nationale Sicherheits- und Datenschutzbedenken verboten! Dieser Inhalte wurde...

Fast 2300 Corona-Neuinfektionen – höchster Wert seit April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut deutlich die Schwelle von 2000 übersprungen und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Dieser Inhalt...
-WERBUNG-
- Advertisement -

Auf Social Media findet man derzeit verschiedene Sharepics, die auf eine vermeintlich heimlich installierte Corona-Schnittstelle hinweisen und wie man diese finden kann.

- Werbung -

Bereits vor längerer Zeit haben Google und Apple angekündigt, eine Art Corona-Schnittstelle für Apps in ihren Betriebssystemen bereitzustellen (vergleiche). Eine solche Schnittstelle (API) ist notwendig, damit Corona-Warn-Apps auch funktionieren können.

Das ist entsprechen nun geschehend, beide US-Konzerne haben diese Schnittstellen veröffentlicht. Prompt gibt es zu dieser Schnittstelle auch entsprechend Sharepics, die von einer geheimen Überwachungsaktion berichten. Man liest:

- Werbung -

Jetzt wurde still und heimlich die Corona-Schnittstelle auf unseren Smartphones installieret (sic). Wer es nicht glaubt, bitteschön:
Einstellungen > Google > Benachrichtigung zu möglichem Kontakt zu COVID-19-Infizierten
Die Funktion kann nicht deaktiviert werden. Willkommen im totalen Überwachungsstaat.
Tipp: Bluetooth aus, Standort aus!

Es gibt verschiedene Ausführungen dieses Sharepics, jedoch gleichen sie sich inhaltlich und liefern zentral sowohl den Hinweis auf eine „heimliche“ Aktion, sowie die Anleitung in den Einstellungen.

Corona-Schnittstelle
Corona-Schnittstelle

Faktencheck Corona-Schnittstelle

Auf dem Sharepic befinden sich mehrere Punkte, die es zu betrachten gilt. Beginnen wir mit der Anleitung: Ja, mithilfe der Anleitung für die Einstellungen kann man schauen, ob die Schnittstelle auf dem Smartphone aktiviert wurde.

Es handelt sich hierbei um eine gemeinsame nutzbare Schnittstelle der beiden Konzerne, auf die Corona-Warn-Apps zugreifen dürfen sollen. Die Schnittstelle also an sich analysiert keine Daten, sondern bildet lediglich für eine (freiwillig) installierte App einen Zugang. Die Schnittstelle sei im Übrigen so ausgerichtet, dass nur autorisierte Organisationen des öffentlichen Gesundheitswesens die Daten auslesen könnten.

Die Angabe über „still und heimlich“ ist nur zum Teil korrekt. Die Schnittstelle wurde keineswegs heimlich entwickelt, es gab genügend Ankündigungen und Medienberichte dazu, nicht nur bei uns, sogar Google und Apple haben Informationen dazu veröffentlicht (hier und hier).

- Werbung -

Kritisieren könnte man dazu lediglich, dass man auf dem Smartphone selbst nicht auf die neue Schnittstelle deutlich hingewiesen wurde und man auch nicht die Möglichkeit hatte, die Einrichtung der Schnittstelle abzulehnen. Sie war schlichtweg auf einmal da.

Totale Überwachung?

Die Frage ist, ob diese Schnittstelle nun den totalen Überwachungsstaat bedeutet. Zunächst ist es „nur“ eine Schnittstelle. Ohne eine entsprechend installierte App, die darüber auf die Hardware zugreift, passiert nichts weiter.

Wenn man nun jedoch so eine App installiert hat, würde diese ständig anonym irgendwelches „Kauderwelsch“ an andere Handys in der Nähe verschicken. Diese Art von „Pings“ würden die anderen Smartphones jedoch nur erkennen können, wenn sie selbst eine entsprechende App installiert hätten.

Mit diesen Kauderwelsch artigen Pingsignalen kann grundsätzlich zunächst niemand etwas anfangen, weil weder Personen- noch Geräteinformationen mit gesendet werden. Die werden einfach nur im Handy selbst gespeichert. Und nun kommt der Punkt, wie die Apps letztendlich funktionieren sollen:

Sollte jemand in seiner App freiwillig(!) angeben, dass er infiziert sei, dann werden die anonymen Textschnipsel von seinem Handy hochgeladen (zb. an das lokale Krankenhaus oder Gesundheitsamt) und entsprechend markiert. Andere Handys können sich mit dieser Datenbank verbinden (nochmals: Nur sofern die App auch installiert ist!) und schauen, ob sie in der letzten Zeit einen Ping in Form des Text-Kauderwelschs empfangen haben. Sollte das der Fall sein, bekommt man einen Hinweis darauf, dass man sich testen lassen kann, sofern man möchte, da man im Buetoothradius einer infizierten Person war.

Genau für diesen Zugriff auf Bluetooth und Standortdaten wurde die Schnittstelle entwickelt. Wer nun mein, sowohl Standort als auch Bluetooth deswegen dauerhaft deaktivieren zu müssen, braucht sich lediglich keine Corona-Warn-App (sobald verfügbar) auf dem Gerät zu installieren. Die Schnittstelle an sich, sofern von keiner App genutzt, spielt keine Rolle.

Offen bleibt natürlich, was die Apps am Ende mit den gewonnenen Daten machen und wie diese verwendet werden, das kann man erst dann beurteilen, wenn diese Apps überhaupt ausgerollt und genutzt werden.

Anmerkung

Spannenderweise werden Sharepics wie dieses mit der Warnung auf Facebook oder WhatsApp verteilt. Wer das macht, sollte sich mal anschauen, was diese Apps auswerten und welche Daten die Apps sammeln.

An dieser Stelle noch ein unaufgeregtes Video bezüglich der Corona-Warn-App und der Schnittstelle:

Wir benötigen Ihre Zustimmung um den Inhalt von YouTube laden zu können.

Mit dem Klick auf das Video werden durch den mit uns gemeinsam Verantwortlichen Youtube [Google Ireland Limited, Irland] das Video abgespielt, auf Ihrem Endgerät Skripte geladen, Cookies gespeichert und personenbezogene Daten erfasst. Damit kann Google Aktivitäten im Internet verfolgen und Werbung zielgruppengerecht ausspielen. Es erfolgt eine Datenübermittlung in die USA, diese verfügt über keinen EU-konformen Datenschutz. Weitere Informationen finden Sie hier.

PGlmcmFtZSBzcmM9Imh0dHBzOi8vd3d3LnlvdXR1YmUuY29tL2VtYmVkL2Q0dVExT290cFpBIiB3aWR0aD0iNTYwIiBoZWlnaHQ9IjMxNSIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbj0iYWxsb3dmdWxsc2NyZWVuIj48L2lmcmFtZT4=
- Werbung -
An alle unsere Leserinnen und Leser! Wir brauchen deine Unterstützung! Wir haben keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten offen halten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama auch weiterhin geben. Hier kannst Du unterstützen: via PayPal, Steady oderPatreon

Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

Weitere Themen

USA: Trump sperrt Tiktok und WeChat

USA: Trump sperrt Tiktok und WeChat (UPDATE)

0
+++Update 20.9.2020+++ Das Download-Verbot wurde verschoben! Der ORF schreibt u.a.: "Nach wochenlangem Gezerre zeichnet sich nun doch eine Lösung für die Kurzvideo-App TikTok in den USA...
Warnung vor WhatsApp und anderen Messenger-Diensten

Warnung vor WhatsApp und anderen Messenger-Diensten

0
Wie sicher ist es eigentlich seine Kontakte einem Messenger-Dienst zu überlassen und auf deren Server hochzuladen? Wie futurezone berichtet, schlagen Sicherheitsforscher Alarm, denn der Zugriff...

Aktuelle Nachrichten aus dem In- und Ausland

Dieser Inhalt wurde von der AFP zur Verfügung gestellt.

Liberale US-Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg ist tot

0
Die liberale Richterin am Obersten US-Gericht Ruth Bader Ginsberg ist tot. Vor dem Gerichtsgebäude in Washington versammelten sich hunderte Trauernde. US-Präsident Donald Trump würdigte ihre...
Dieser Inhalt wurde uns von der AFP zur Verfügung gestellt.

Aufnahmen zeigen Jupiter in nie dagewesener Schärfe

0
Das Hubble-Teleskop hat neue Aufnahmen des Planeten Jupiter und seines Mondes Europa gemacht, die den Gasriesen und seinen Trabanten in nie dagewesener Schärfe zeigen. Dieser...

Shadowbanning – TikTok blockiert in einigen Regionen LGBTQ-Inhalte.

[Weiterlesen]

Top-Artikel

USA: Trump sperrt Tiktok und WeChat (UPDATE)

+++Update 20.9.2020+++ Das Download-Verbot wurde verschoben! Der ORF schreibt u.a.: "Nach wochenlangem Gezerre zeichnet sich nun doch eine Lösung für die Kurzvideo-App TikTok in den USA...

Warnung vor WhatsApp und anderen Messenger-Diensten

Wie sicher ist es eigentlich seine Kontakte einem Messenger-Dienst zu überlassen und auf deren Server hochzuladen? Wie futurezone berichtet, schlagen Sicherheitsforscher Alarm, denn der Zugriff...

Kann mich Facebook zwingen, meinen Personalausweis hochzuladen?

Bereits seit einigen Jahren werden Konten auf Facebook aufgrund des Namens gesperrt. Facebook verlangt von seinen Nutzern, ihren Klarnamen anzugeben, das ist kein Geheimnis. Deswegen...

Achtung: angebliche SMS von Raiffeisen führt in Phishing-Falle

Die Raiffeisen-Banken verschicken aktuell keine SMS zu einem angeblichen "pushTan"-Dienst - Vorsicht vor Betrug! Aktuell erhalten Smartphone-Besitzer eine dubiose SMS, die angeblich von den Raiffeisen-Banken...

Identitätsdiebstahl: Das sind die gängigsten Betrugsmaschen

Ausweiskopien und fremde Identitäten sind im Bereich der Internetkriminalität ein begehrtes Gut. Denn so können Kriminelle unter falschem Namen Straftaten begehen und bleiben selbst...
-WERBUNG-
-WERBUNG-
Datenschutz
Wir, Mimikama-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch (Vereinssitz: Österreich), würden gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht uns aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
Wir, Mimikama-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch (Vereinssitz: Österreich), würden gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht uns aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: