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Samstag, 4 Dezember 2021

Corona-Maßnahmen ohne Auswirkung auf COVID-19 Entwicklung? (Faktencheck)

Mehrere Artikel behaupten, die Corona-Maßnahmen hätten die Entwicklung der Pandemie nicht beeinflußt.

So sollen die Corona-Maßnahmen wie Lockdown und Maskenpflicht laut der Studie einer renommierten US-amerikanische Forschungseinrichtung gar keinen Einfluß auf die Entwicklung der Pandemie gehabt haben – es soll sich damit um den „den mutmaßlich krassesten und folgenschwersten Fehlalarm der Medizingeschichte“ handeln.

Schlagzeilen über die Corona-Maßnahmen
Schlagzeilen über die Corona-Maßnahmen

Um welche Studie handelt es sich?

Konkret wird in den jeweiligen Artikeln und Facebook-Beiträgen immer wieder auf ein Papier des National Bureau of Economic Research (NBER) verwiesen.

Dies ist im Internet öffentlich einsehbar und trägt den Namen „Four Stylized Facts About Covid-19“. Es handelt sich dabei nicht um eine Studie, sondern ein „Working Paper“, also eine Art Vorarbeit, die als Grundlage weiterer Studien dienen soll.

Um was dreht sich das Working Paper?

Die drei Wissenschaftler Andrew Atkeson, Karen Kopecky und Tao Zha legen darin vier Fakten fest, die für die weitere Erforschung über die Ausbreitungs- Ansteckungs- und Mortalitätsrate von COVID-19 wichtig sind.

Diese vier Punkte beschäftigen sich mit dem Einfluß von „nicht-pharmazeutischen Interventionen“ (also eben Maßnahmen wie Lock- und Shutdown und Maskenpflicht) auf die COVID-19 Pandemie.

Die Feststellungen im Working Paper

  1. In allen Ländern und US-Bundesstaaten, die untersucht wurden, fielen die Wachstumsraten der täglichen Todesfälle durch COVID-19 innerhalb von 20-30 Tagen, nachdem jede Region 25 kumulative Todesfälle zu verzeichnen hatte, von einer großen Bandbreite anfänglich hoher Werte auf Werte nahe Null.
  2. Nach dieser Anfangsperiode haben sich die Wachstumsraten der täglichen Todesfälle überall auf der Welt um Null oder darunter bewegt.
  3. Die Querschnitts-Standardabweichung der Wachstumsraten der täglichen Todesfälle über alle Regionen hinweg ist in den ersten 10 Tagen der Epidemie sehr schnell zurückgegangen und ist seither auf einem relativ niedrigen Niveau geblieben.
  4. Wenn diese ersten drei Fakten über die Wachstumsrate der COVID-Todesfälle mit Hilfe einer Reihe von epidemiologischen Modellen interpretiert werden, implizieren sie, dass sowohl die effektive Reproduktionszahl als auch die Übertragungsraten von COVID-19 von den weit verstreuten Ausgangswerten abstürzten und die effektive Reproduktionszahl nach den ersten 30 Tagen der Epidemie praktisch überall auf der Welt um eins schwankte.

Die Schlussfolgerung aus den vier Punkten:

Diese vier Punkte müssen in künftigen Forschungen berücksichtigt werden, da ansonsten jene „nicht-pharmazeutischen Interventionen“ überbewertet werden.

Und das ist der wichtige Punkt an dem Working Paper!
Es wird an keinem Punkt in dem Paper geäußert oder vermutet, dass die Maßnahmen sinnlos seien oder gewesen sind. Es wurde jedoch festgestellt, dass noch andere Faktoren zu einer Senkung der jeweiligen Raten führten.

Fazit

Das Paper, welches nach eigenen Angaben nicht peer-reviewed wurde und keine wissenschaftliche Studie in dem Sinne darstellt, legt lediglich vier Punkte dar, die in künftigen Forschungen berücksichtigt werden müssen.

Die vier Wissenschaftler stellten fest, dass eine gewisse tendentielle Entwicklung der Corona-Pandemie im begrenzten Rahmen auch ohne die Schutzmaßnahmen verlaufen ist.
Es muss also noch andere Faktoren geben, die den bisherigen Verlauf der Pandemie beeinflusst haben.

Damit wird klar gestellt, dass die Schutzmaßnahmen alleine nicht für die Senkung der Ansteckungs- und Todesraten verantwortlich sind, diese somit nicht überbewertet werden dürfen.

An keiner Stelle jedoch wird behauptet, dass Shutdowns, Lockdowns und Schutzmasken keine Wirkung haben oder gehabt hätten.

Weitere Quelle: dpa factchecking

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