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Die Behauptungen über die Corona-Massentests in der Slowakei

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In der Slowakei wird rigoros mit der Corona-Pandemie umgegangen: Massentests und Geldstrafen bei Nichtbefolgung. Doch nicht alle Behauptungen darüber sind korrekt.

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Für Gegner der Corona-Maßnahmen müssten die hiesigen Regelungen eigentlich paradiesisch vorkommen, wenn sie einen Blick Richtung Slowakei werfen: Nach Corona-Massentests wurden dort 2/3 der Bevölkerung getestet, wer sich nicht testen ließ und/oder Maßnahmen missachtet, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen.

Dies führt nun nicht nur zu übertriebenen Sharepics hierzulande, was die Folgen angeht, sondern auch zu harten Reaktionen in der Slowakei durch einen Vermieter.

Das Sharepic mit den Behauptungen

Auf einem Sharepic zu den Maßnahmen in der Slowakei kursiert ein Sharepic. Die Behauptungen darauf sind allerdings nicht so ganz korrekt, sonder übertrieben.

Um dieses Sharepic handelt es sich:

Das Slowakei-Sharepic
Das Slowakei-Sharepic

Die Behauptungen in Auszügen:

„Einkaufen, Arbeit, Sport nur noch mit negativem Corona Test!
[…]
An einem Wochenende haben sich 3,6 Millionen Slovaken testen lassen, um nicht zu verhungern!!!
Denn ohne Test, kein Einkaufen, kein Sport, keine Arbeit. Aber grosszügig sind die Slovakischen Banken, wer kein Geld mehr hat und in der Kleinkreditfalle ist, darf sein Haus eintauschen.“

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Übertriebene Beschreibung

Tatsächlich wurden in der Slowakei am Allerheiligenwochenende 3.625.332 der rund 4,5 Millionen Einwohner getestet, also rund 2/3 der Bevölkerung. Ein Testzwang gab es nicht direkt, wer sich jedoch nicht testen ließ, muss strenge Maßnahmen befolgen.
Dazu gehören:

  • strenge Heimquarantäne
  • Wohnung nur im Umkreis von 100 Meter verlassen
  • Mehr als 100 Meter erlaubt für Einkäufe im nächsten Geschäft, aber in einem festgelegten Zeitkorridor
  • Geldbuße bis zu 1.600 €, falls von der Polizei außerhalb der Quarantänezone ohne negativem Testergebnis angetroffen

Davon ausgenommen seien Kinder unter 10 Jahren, Personen mit Attest, die aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnten sowie Leute, die in den vergangenen drei Monaten eine Covid-Infektion durchgemacht haben und somit als immun gelten, wie die Frankfurter Allgemeine berichtet (siehe HIER).

Zweifellos sind die Maßnahmen also hart, aber trotzdem muss niemand verhungern:
Einkaufen ist trotzdem noch möglich, wenn auch unter Einschränkungen. Auch das Verlassen der Wohnung, somit auch Fitness außerhalb, ist erlaubt, wenn auch unter Auflagen.

Die Maßnahmen zeigen Wirkung in der Slowakei, die Zahl der gemeldeten Fälle geht zurück, doch unumstritten sind sie keineswegs. So wurden dort keine PCR-Tests, sondern Antikörper-Tests verwendet (es wird also getestet, ob der Körper Antikörper entwickelt hat), was bis zu einem Viertel falsch-negativer Tets führen kann: Viele Menschen sind infektiös, aber haben noch keine Antigene entwickelt.

Wir möchten die Maßnahmen also nicht „schön reden“, es muss aber auch betont werden, dass Menschen ohne Test nicht verhungern müssen und auch raus dürfen, wenn auch unter starken Auflagen.

Der Brief des Vermieters

Für Aufregung sorgte das Foto des Schreibens eines Vermieters, welches echt ist.

Das Schreiben des Vermieters
Das Schreiben des Vermieters

So schrieb der Vermieter an seine Mieter:

„Mitteilung an alle Eigentümer beziehungsweise Mieter von Wohnungen, dass sie zur Teilnahme, von 31.10-1.11. COVID19 PCR Testung vepflichet sind. Bescheid (Zertifikat) muss bei Hr. Wagner vorgelegt werden. Falls Sie keinen gültigen Bescheid oder eine Bestätigung der Durchführung des PCR Tests vorlegen, betrachten wir das als grobe Verletzung des Mietvertrages. Ihr Mietverhältnis wird in diesem Fall sofort aufgelöst.“

Das Schreiben ist echt!

Durch die virale Verbreitung des Fotos berichtete auch CNN (siehe HIER) darüber. Daraufhin äußerte sich der Eigentümer der Mietwohnungen zu dem Schreiben.

„Die Ankündigung sollte dazu dienen, die Bewohner des Wohnhauses zu motivieren und zu erziehen, die Gelegenheit zu nutzen, sich testen zu lassen.

Ich entschuldige mich bei der Öffentlichkeit sowie bei den Eigentümern und Mietern der Wohnungen für die unangemessene Formulierung. Gleichzeitig möchte ich Sie daran erinnern, dass ich der Administrator und Eigentümer mehrerer Wohnungen in diesem Wohnhaus bin, sodass ich das Recht habe, meine Gesundheit zu schützen, was von den Eigentümern und Mietern wiederholt verletzt wird.“

Das Haus sei zudem von einer gefährdeten Gruppe bewohnt, Mieter und Wohnungseigentümer des Hauses sollen nach seinen Angaben mehrfach gegen die staatlichen Vorschriften für Ausgangssperren verstoßen haben.

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Zusammenfassung

Die Maßnahmen in der Slowakei sind also tatsächlich sehr streng, werden jedoch in dem Sharepic übertrieben dargestellt.

Das Schreiben des Vermieters ist echt. Inwiefern es auch rechtens ist, dass ein Vermieter mit einer Kündigung bie Mißachtung der Maßnahmen droht, ist zweifelhaft.

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Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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