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Sonntag, 24 Oktober 2021

Neue Erkenntnisse in Sachen Corona-Infektionen bei Hund und Katze

Medienberichte über infizierte Hunde und Katzen verunsichern Haustierbesitzer in Zeiten der Coronakrise enorm. So sieht die Lage aktuell aus:

Wir erhielten Anfragen zu einem Artikel, wonach ein „zweiter Hund“ in Hongkong positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Viele Haustierbesitzer machen sich Sorgen darüber, der Hund oder die Katze könnte sich anstecken bzw. erkranken oder andere Menschen infizieren.

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Also wie genau sieht die aktuelle Lage denn eigentlich aus?

Der Faktencheck

In einer Presseaussendung vom 19. März 2020 teilt die Regierung der Sonderverwaltungsregion Hongkong mit, dass sowohl ein 17-jähriger Zwergspitz als auch ein Deutscher Schäferhund auf SARS-CoV-2 getestet wurden.

Hierbei ging es zunächst um mehrere Abstriche (4. März 2020) von Schnauze und Rachen des Zwergspitz. Diese Tests fielen positiv aus, was bedeutet, dass sich in Schnauze und Rachen nachweislich Viren befanden. Ein Bluttest fiel hingegen negativ aus, was auf eine schwache Immunantwort hinweist bzw. zu diesem Zeitpunkt keine messbaren Mengen an Antikörpern im Blut vorhanden waren. (12. März 2020)

Trotzdem weist der Sprecher darauf hin, dass das negative serologische Testergebnis nicht bedeutet, dass der Hund nicht mit dem Virus infiziert ist oder war.

In einer neu publizierten, jedoch noch nicht begutachteten, experimentellen Studie konnten Katzen offenbar mit SARS-CoV-2 infiziert werden. Die  Medizinische Kleintierklinik der LMU München veröffentlichte zu diesem Thema folgende Informationen via Facebook:

Seit Ende 2019 führt das Coronavirus SARS-CoV-2 zu großer Besorgnis. Auch Spezialisten aus der Veterinärmedizin beschäftigen sich intensiv mit diesem Thema.

Ganz wichtig ist: SARS-CoV-2 ist von den bisher bekannten und weit verbreiteten Hunde- und Katzen-Coronaviren klar zu unterscheiden. SARS-CoV-2 ist auch nicht aus diesen Hunde- oder Katzen-Coronaviren entstanden.
Trotzdem ist es wegen der rasanten Ausbreitung von SARS-CoV-2 und des relativ hohen Infektionsdrucks wichtig zu klären, welche Rolle unsere Katzen und Hunde bei SARS-CoV-2-Infektionen einnehmen könnten. Die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Bevölkerung hat oberste Priorität.

Wir möchten Sie daher aktuell über die wichtigsten Erkenntnisse informieren:

In gerade publizierten aber noch nicht begutachteten experimentellen Studien konnten Katzen mit SARS-CoV-2 infiziert werden. [Anmk. der Redaktion: siehe Studie bioRxiv] Die Katzen entwickelten offenbar eine aktive Infektion, bildeten Antikörper und schieden das Virus auch aus. Außerdem konnte gezeigt werden, dass eine Übertragung von SARS-CoV-2 von Katze zu Katze möglich ist.
Im Feld (also unter natürlichen Bedingungen) können sich Hunde und Katzen ebenfalls mit SARS-CoV-2 infizieren. SARS-CoV-2 wurde bislang weltweit bei zwei Hunden von COVID-19-Patienten in Hong Kong [Anmk. der Redaktion: AFCD] sowie bei einer Katze in Hong Kong und einer Katze in Belgien, ebenfalls jeweils von SARS-CoV-2-infizerten Besitzern, mittels RT-PCR (einem speziellen Nachweisverfahren für Viren) nachgewiesen. Einer der Hunde entwickelte auch Antikörper gegen das Virus – ein Beweis, dass es sich um eine Infektion und keine Kontamination handelte. Beide Hunde zeigten keine klinischen Symptome. Die Katze in Belgien hatte Magen-Darm-Symptome und Atemwegsprobleme, erholt sich aber derzeit. Es ist nicht klar, ob die Symptome wirklich durch das Virus verursacht wurden.
Hunde und Katzen können also von infizierten Menschen, vermutlich bei engem Kontakt, angesteckt werden. Diese Erkenntnis erscheint zunächst beunruhigend. Jedoch gibt es derzeit keine Hinweise dafür, dass Katzen und Hunde SARS-CoV-2 besonders stark und längerfristig vermehren können. Aus epidemiologischer Sicht scheinen Katzen und Hunde keine große Bedeutung bei der Übertragung von SARS-CoV-2 zu haben. Weitere Untersuchungen sind aber notwendig, um die Rolle unserer Haustiere als Überträger sicher zu klären.

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Jedoch sollten Sie als Tierbesitzer folgende Sicherheitsmaßnahmen beachten:
• SARS-CoV-2-infizierte Menschen sollten den Kontakt zu ihren Haustieren möglichst vermeiden. Hunde und Katzen von SARS-CoV-2-infizierten Menschen sollten von einer nicht-infizierten Person betreut werden, die selbst keiner Risikogruppe für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung (z. B. Atemwegserkrankungen, fortgeschrittenes Alter) angehört. Der Kontakt zu Tieren von SARS-CoV-2-infizierten Personen sollte sicherheitshalber auf ein Minimum reduziert und allgemeine Hygienemaßnahmen sollten beachtet werden (Händewaschen nach Kontakt zu dem Tier oder dessen Se-/ und Exkreten). Hunde von infizierten Personen sollten (vorsichtshalber) nur an der Leine ausgeführt werden.
• Freiläuferkatzen, die in einem Haushalt mit SARS-CoV-2-infizierten Personen leben, können weiterhin ins Freie gelassen werden, um Stress für die Katzen und das Risiko einer möglichen Ansteckung der Tiere zu minimieren.
• Hunde und Katzen von SARS-CoV-2-infizierten Personen, die Atemwegserkrankungen oder Fieber entwickeln, sollten zur Vorsicht in häuslicher Quarantäne gehalten werden. Besitzer dieser Tiere sollten umgehend telefonisch einen Tierarzt konsultieren, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.openagrar.de/…/o…/FAQ-SARS-CoV-2_2020-03-05K.pdf

American Veterinary Medical Association

World Organisation for Animal Health

City University of Hong Kong

Fazit:

Wissenschaftler erforschen aktuell, wie und ob sich Hunde und Katzen mit dem neuen Coronavirus anstecken können.

Die infizierten Hunde zeigten jedoch keine klinischen Symptome und auch in einem anderen Fall einer Katze ist nicht klar, ob es sich tatsächlich um eine Erkrankung mit COVID-19 handelt. Das bedeutet: Infiziert heißt noch lange nicht krank! (siehe auch unseren Bericht hier)

Ob unserer Haustiere nun als Überträger eine Rolle spielen, gilt es noch sicher zu klären. Es gibt also derzeit keinen Grund, sein Haustier einfach wegzugeben oder auszusetzen.

Passend zum Thema: „Coronavirus gefährdet Hund und Katze“ (Faktencheck)

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