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Montag, 20 September 2021
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Nein, Corona-Impfstoffe fördern nicht die Mutation des Virus

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Die Aussage eines Virologen, wonach Corona-Impfstoffe das Virus verstärken und sogar Mutationen fördern sollen, kursiert in sozialen Medien.

In einem mehrfach geteilten SharePic lautet die Aussage von Luc Montagnier, dass Impfstoffe von Pfizer, AstraZeneca und Moderna die Übertragung des Coronavirus nicht verhindern, sondern sogar noch das Gegenteil bewirken sollen.
Auch wird eine weitere Ausführung von ihm mehrfach geteilt, in der er sogar behauptet, alle Geimpften würden innerhalb der nächsten zwei Jahre sterben.

Da diese Aussage von einem Virologen getätigt wurde, der noch dazu mehrfach ausgezeichnet wurde, sind zahlreiche Nutzer verunsichert. Was ist also an den Behauptungen dran?

Facebook Screenshot SharePic Luc Montagnier
Facebook Screenshot SharePic Luc Montagnier

„Die Impfstoffe von Pfizer, Moderna und Astra Zeneca verhindern die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch nicht, und die Geimpften sind genauso infektiös wie die Ungeimpften.
Daher ist die Hoffnung auf eine „kollektive Immunität“ durch eine Erhöhung der Zahl der Geimpften völlig aussichtslos. Die Impfstoffe stoppen das Virus nicht, sie bewirken das Gegenteil – sie „füttern das Virus“ und erleichtern seine Entwicklung zu stärkeren und übertragbaren Varianten. Diese neuen Virusvarianten sind widerstandsfähiger gegen die Impfung und haben mehr gesundheitliche Folgen als ihre „ursprünglichen“ Versionen.
Prof. Dr. Luc Montagnier

Neben diesem Zitat werden noch sämtliche Auszeichnungen angeführt, die Montagnier in seiner Laufbahn erhalten hatte. Klar, dass Nutzer hier davon ausgehen, dass der Herr weiß, wovon er spricht. Und das wiederum verunsichert Viele.

Die Aussagen dürften aus einem Video stammen, in dem die RAIR Foundation Luc Montagnier zum Thema Corona-Impfungen interviewt hatte. Das Video wurde im Mai 2021 veröffentlicht. Auf der Webseite der RAIR Foundation wird die Kurzversion gezeigt und auch transkribiert. Weiters wird zur langen Version (rund 11 Minuten) verlinkt.

Sterben Geimpfte innerhalb von zwei Jahren?

Die Aussage von Luc Montagnier, dass Geimpfte im Zeitraum von zwei Jahren versterben würden, kommt im Video schlicht nicht vor. Er äußert sich in der Form dazu, dass er beobachtet hätte, dass die Kurve von Todesfällen der Kurve von Geimpften-Zahlen folge.
Auf die Frage des Interviewers, was in zwei oder drei Jahren passieren würde, antwortete Montagnier allerdings nur mit „Man weiß es nicht.“

Die Aussage dürfte wohl frei erfunden worden sein, was die RAIR Foundation auch in einem weiteren Artikel richtig stellt.

Virusmutation durch Impfungen?

Montagnier gibt auch an, dass durch die Impfungen Virusmutationen verursacht werden. Er erklärt dies damit, dass ein Virus sich entweder zwangsläufig verändert oder stirbt.

„Die neuen Varianten sind eine Folge der Impfung. […] Ich beobachte das sehr genau und führe am Institut Experimente mit Patienten durch, die nach der Impfung an Corona erkrankt sind. Ich werde Ihnen zeigen, dass sie die Varianten erzeugen, die gegen den Impfstoff resistent sind. […]
Es ist das, was wir infektionsverstärkende Antikörper (antibody-dependant enhancement / ADE) nennen, was bedeutet, dass Antikörper eine bestimmte Infektion begünstigen. Der Antikörper heftet sich an das Virus, von diesem Moment an hat es die Rezeptoren, die Antikörper, wir haben sie in den Makrophagen usw. […] Es sticht das Virus, und zwar nicht zufällig, sondern aufgrund der Tatsache, dass es mit den Antikörpern verbunden ist. […] Es ist klar, dass die neuen Varianten durch die Antikörper-vermittelte Selektion aufgrund der Impfung entstehen.“

Diese infektionsverstärkenden Antikörper können durch eine Erstinfektionen oder aber durch eine Impfung hervorgerufen werden. Wenn sich also eine Person, deren Immunsystem ADE gebildet hat, ein zweites Mal infiziert, kann es zu einem schweren Krankheitsverlauf kommen. Dies wurde beispielsweise beim Dengue-Fieber beobachtet.

In diesem Vorgang werden anstelle von neutralisierenden Antikörpern, die das Virus abtöten können, eben nicht-neutralisierende Antikörper gebildet. Das Paul-Ehrlich-Institut erklärt dies so:

„Infektionsverstärkende Antikörpern lösen keine Virus-Elimination oder -Neutralisation aus, sondern ermöglichen die Bindung des Virus an sogenannten Fcγ-Rezeptoren, die sich unter anderem auf spezialisierten Immunzellen (so genannten Fresszellen) befinden. Das wiederum ermöglicht die Aufnahme des Virus in diese Zellen, wo sich die Viren dann vermehren können. Dieser Prozess kann zu einer Erhöhung der Viruslast führen. […] Bislang gibt es weder im Tiermodell einer SARS-CoV-2-Infektion, noch bei COVID-19-Genesenen oder SARS-CoV-2-Infizierten Hinweise auf das Vorkommen einer ADE-verursachten Infektionsverstärkung.“

Es gibt also keine Hinweise auf ADE bei Corona-Impfstoffen, wie auch Sylvia Kerschbaumer-Gruber, Postdoktorandin an der MedUni Wien, in ihrem Instagram-Account „molecular.sylvia“, auf dem sie Falschmeldungen zu Corona-Impfungen entlarvt, erklärt:

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Sylvia KG (she/her) (@molecular.sylvia)

„Der wissenschaftliche Konsens, der auf belegbaren Daten und Studien basierend, sagt: keine Evidenz für ADE nach Covid-19 Impfung! […] Eine Meinung bleibt eine Meinung bis diese von Daten unterlegt wird, egal von wem sie kommt. Das ist das Tolle an der Wissenschaft!“

Dazu kommt noch, dass Mutationen aufgrund von Impfungen allein aufgrund der zeitlichen Abfolge logisch nicht erklärbar wären. Vier der sieben gefährlichen Virusmutationen traten bereits vor der weltweit ersten Corona-Impfung (8.12.2020) auf. Die restlichen Virusvarianten wurden im selben Monat entdeckt, also bevor noch die Impfkampagnen starteten.

Wissenschaftler meinen außerdem, dass Mutationen vor allem da auftreten, wo das Virus sich ungehindert verbreiten kann. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Impfungen die Mutationen sogar verhindern können.

Fazit

Luc Montagnier hat nicht gesagt, dass alle Geimpften innerhalb der nächsten zwei Jahre versterben würden.

Was seine Aussage bezüglich der infektionsverstärkenden Antikörper angeht, so gibt es bislang keine wissenschaftlichen Hinweise auf ADE nach Verabreichung von Corona-Impfstoffen.

Dass Mutationen durch Impfungen begünstigt oder gar erst entstehen würden, ist wissenschaftlich ebenfalls nicht bewiesen. Im Gegenteil: Impfungen würden dieser eher verhindern.

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Quelle: Kleine Zeitung, Correctiv, Paul-Ehrlich-Institut, RAIR Foundation

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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