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Mittwoch, 13 Oktober 2021

Corona & Depressionen: Mit offenen Augen ins Problem!

Das muss uns nicht wundern: Die Pandemie hat bei vielen Menschen zu schweren Depressionen geführt. Ein Versagen in der Politik, weil die Alarmsignale nicht beachtet wurden?

„Vereinsamung und Eskalation sind Erfahrungen, die leider in der Natur des Lockdowns liegen. Doch werden diese Probleme eigentlich in der Politik ernst genug genommen?“

Genau diese Frage haben wir uns bereits zu Anfang des Jahres gestellt. Sie war Kernteil einer intensiven Betrachtung, welche psychologischen Gefahren der Lockdown mit sich bringt. Wir sprechen hier wohlgemerkt vom Februar 2021. Bereits zu diesem Zeitpunkt haben wir deutlich gesagt, dass der Lockdown krank macht, und zwar psychisch krank macht. Depressionen sind zu erwarten.

Und wenn wir nun lesen, dass durch den Lockdown, bzw. durch die Corona-Pandemie, eine starke Zunahme von Depressionen und Panikattacken entstanden ist, dann müssen wir uns über nichts wundern. Wundern müssen wir uns nur darüber, dass nicht genug im Vorfeld gegen die Probleme getan wurde.

Die Tagesschau hat auf Social Media dieses Thema angeschnitten und verweist auf eine Studie aus der Fachzeitschrift „The Lancet“ (hier). Hierzu können wir von der Tagesschau lesen:

Die Zahl der Menschen, die unter Angstzuständen leiden, habe um 76 Millionen höher gelegen als üblich, schreiben die Autor:innen um Damian Santomauro von der University of Queensland in Australien in ihrer Untersuchung, die in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde.

Depressionen: Keine Überraschung!

Für mich ist das jetzt in der Tat keine Überraschung. Als ich im Februar bereits die Artikelreihe über die erwartbaren Depressionen durch den Lockdown geschrieben habe, war mir völlig klar, dass das passieren wird. Auch die jeweiligen Psychologinnen und Psychologen, die ich in der Zeit interviewt habe, haben ganz konkret die Probleme beschrieben. Es geht nicht nur um Probleme, die durch den Lockdown entstanden sind, sondern auch um die Infrastruktur selbst. Es gibt viel zu wenig Angebote.

Dass der Lockdown Auswirkungen auf unsere Psyche hat, war vollkommen klar. Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir benötigen soziale Interaktion. Kommunikation ist immens wichtig. Und da reicht es eben nicht nur, auf kleinstem Raum mit der Familie zu kommunizieren. Wir müssen uns mit Freunden, Kollegen und unserem weiten Umfeld austauschen. Das hat der Lockdown natürlich stark eingeschränkt.

Nicht nur der Lockdown hat uns stark eingeschränkt, sondern unser (ich nenne es mal so) Post-Corona-Verhalten hat uns immens eingeschränkt. Wer von uns kennt es nicht? Menschen weichen sich heute noch aus. Auf der Straße, in Geschäften, bei Begrüßungen. Viele Veranstaltungen, die mittlerweile ganz legal stattfinden dürfen, werden nur schwach besucht. Gerade kulturelle Veranstaltungen leiden häufig, weil sich Menschen immer noch nicht heraustrauen.

Corona hat etwas mit uns gemacht, die Pandemie hat uns ängstlich gemacht. Das bedeutet, dass ich alles ein wenig verschoben hat. Menschen, die eigentlich stabil sind, neigen zu Ängstlichkeit. Menschen die schon vorher zu Ängstlichkeit geneigt haben, dürften dementsprechend zu einer wesentlich depressiven Angst neigen. Also eine Verschiebung des Pols letztendlich.

Depressionen als Resultat eines Politikversagens?

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben wir Angst gehabt. Es ging immer nur um Angst. Angst vor dem Virus, Angst vor anderen Menschen, Angst vor Kontakten. Wir haben immer nur von Einschränkungen gesprochen. Und jetzt stehen wir da und sehen ein weltweites Problem mit Depressionen.

Dieses Problem war erwartbar. Vor diesem Problem wurde auch gewarnt. Und ich kann es durchaus wagen, mich an dieser Stelle weit aus dem Fenster zulegen lehnen. Denn in unserer Artikelserie aus dem letzten Februar haben wir deutlich gesagt, dass die Politik hier auch auf Psychologen hören muss:

Ja, es wäre durchaus sinnvoll, in Pressekonferenzen, aber auch in Maßnahmen und Plänen auf die Stimmen von Psychologen zu hören. Natürlich sind Psychologen keine Virologen oder Infektiologen, aber umgekehrt sind Virologen und Infektiologen auch keine Psychologen.

Hier hat also was gefehlt. Und das ärgert mich irgendwie, denn wir dürfen Depressionen nicht unterschätzen. Und wenn wirklich viele Monate vor der Erkenntnis, dass Depressionen durch Lockdowns und die Corona-Pandemie auftreten und vor eben jenen Depression gewarnt wurde, so stimmt es mich umso ärgerlicher. In dieses Problem sind wir mit offenen Augen gegangen.

Siehe hierzu auch:

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