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Samstag, 29 Mai 2021
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Faktencheck: CO2-Generatoren in Gewächshäusern

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Auf einem Sharepic wird gefragt, warum sich in vielen Gewächshäusern CO2-Generatoren befinden, wenn doch Kohlendioxid „so schlecht für den Planeten ist“.

Es handelt sich um dieses Sharepic, auf dem die Frage nach den CO2-Generatoren gestellt wird:

Das Sharepic über CO2-Generatoren
Screenshot: mimikama.at

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Die Frage auf dem Sharepic lautet:

„Wenn Kohlendioxid so schlecht für den Planeten ist, warum kaufen Gewächshausbauern CO2-Generatoren, um dadurch das Pflanzenwachstum zu verdoppeln?“

CO2 ist schlecht für den Planeten?

Diese Behauptung wurde von niemandem jemals aufgestellt. Im Gegenteil ist CO2 sogar nötig für das Leben auf der Erde. Ein Zuviel allerdings ist, wie bei allen anderen Stoffen, eher schlecht!
So wie ein Glas Wein am Tag gut für die Gesundheit sein kann (nicht muss), sind 10 Gläser Wein am Tag eher kontraproduktiv.

Warum gibt es CO2-Generatoren in Gewächshäusern?

Bei Kohlendioxid handelt es sich um ein Gas. Gewächshäuser sind allerdings gut isoliert und haben ein „Mini-Klima“, um bestimmte Pflanzen unter den Bestmöglichen Bedingungen wachsen zu lassen. Diese gute Isolierung führt allerdings dazu, dass weder etwas aus- noch etwas eindringen kann, auch kein natürliches CO2 aus der Atmosphäre!

Pflanzen nehmen CO2 (Kohlendioxid) auf, wandeln es in O2 (Sauerstoff) um und geben es wieder ab. Nachts hingegen läuft es umgekehrt: O2 wird aufgenommen, ein großer Teil davon wird als CO2 wieder abgegeben. Da Pflanzen allerdings mehr CO2 aufnehmen, als sie nachts wieder abgeben, kann es in einem kleinen, geschlossenen System wie einem Gewächshaus recht schnell problematisch werden, da sich nach einer Weile zu wenig CO2 in der Luft befindet.

Und genau zu diesem Zweck gibt es CO2-Generatoren: Damit die Pflanzen wegen CO2-Mangels nicht langsamer wachsen und schlussendlich verkümmern, erzeugen solche Geräte eine für Pflanzen optimale Konzentration zwischen 600 bis 1600 ppm (parts per million, normale Konzentration: 320 bis 360 ppm).

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Wie ist der Wahrheitsgehalt vom Rest des Sharepic-Textes?

Weiters steht auf dem Sharepic:

„CO2 ist die Ursache für mehr Wachstum.
Je mehr CO2 – desto grüner die Erde *NASA

Ohne Kohlendioxid gäbe es kein Leben, da Pflanzen für ihr Wachstum neben Licht auch CO2 für die Photosynthese benötigen.
Diese biologische Gesetzmäßigkeit bildet die Grundlage für das Leben. (CO2 für die Assimilation in Pflanzen)“

Hat die NASA das gesagt?

Tatsächlich steht dies in einem Artikel der NASA, der hier zu finden ist. Darin wird von Studien berichtet, die gezeigt haben, dass erhöhte Konzentrationen von Kohlendioxid die Photosynthese erhöhen und das Pflanzenwachstum anregen. So erklärt die Kohlendioxiddüngung sogar 70 Prozent des Begrünungseffekts, an zweiter Stelle folgt Stickstoff mit 9 Prozent.

Allerdings haben die Ersteller des Sharepics den Artikel der NASA anscheinend nicht komplett gelesen oder jenen Absatz überlesen:

„Steigende Kohlendioxidkonzentrationen in der Luft können zwar für die Pflanzen von Vorteil sein, sind aber auch die Hauptverantwortlichen für den Klimawandel. Das Gas, das die Wärme in der Erdatmosphäre speichert, nimmt seit dem Industriezeitalter durch die Verbrennung von Öl, Gas, Kohle und Holz zu Energiezwecken zu und erreicht weiterhin Konzentrationen, die seit mindestens 500.000 Jahren nicht mehr erreicht wurden. Zu den Auswirkungen des Klimawandels gehören die globale Erwärmung, der steigende Meeresspiegel, schmelzende Gletscher und Meereis sowie schwerere Wetterereignisse.“

Oder kurz gesagt: Für die Pflanzen ist mehr Kohlendioxid echt toll, für die menschliche Zivilisation ist das allerdings eher suboptimal!

Aber ist mehr Grün nicht dann eigentlich was Gutes?

Nicht auf lange Sicht, und besonders nicht für Menschen!
2017 veröffentlichte der Umweltwissenschaftler Dr. Elliott Campbell von der University of California eine weitere Studie, die im Prinzip dasselbe aussagt, aber dazu auch noch Zahlen liefert: Demnach wird nun 31 Prozent mehr Kohlendioxid in organische Substanz umgewandelt als vor der industriellen Revolution.

Klimaleugner sprangen sofort auf diese Studie an und erklärten, dass die „sogenannte Kohlenstoffbelastung in Wahrheit mehr für das Grün der Erde getan habe, als die gesamte Klimapolitik aller Regierungen der Welt zusammen“.

Die „New York Times“ führte daraufhin ein Interview mit Dr. Campbell, der von dieser Interpretation seiner Studie durch Klimaleugner überhaupt gar nicht begeistert ist, da daraus falsche Schlüsse gezogen werden. Dazu nennt Dr. Campell vier Gründe, warum das „Global Greening“ nicht wirklich gefeiert werden sollte:

1. Mehr Photosynthese bedeutet nicht mehr Nahrung.

Zwar ernten wir jetzt tatsächlich mehr Nahrung als noch vor einem Jahrhundert, der Anstieg an CO2 hat damit allerdings nur sehr wenig zu tun. Wie Dr. Campbell sagt, bedeuten 30 Prozent mehr Photosynthese nicht auch gleich 30 Prozent mehr Erdbeeren auf dem Feld.

Zwar zieht die Photosynthese von Pflanzen das Kohlendioxid aus der Atmosphäre, nachts jedoch läuft der Vorgang genau umgekehrt: Ein Großteil, des von den Pflanzen aufgenommenen CO2, wird wieder an die Luft abgegeben. Mehr Nutzen für die Pflanzen hat dies also nicht wirklich, der Anstieg der Nahrung während des letzten Jahrhunderts liegt also nicht am gesteigerten Anteil von CO2, sondern an besseren Düngemitteln, besseren Saatgutsorten und effektiverer Bewässerung.

2. Das Plus an CO2 kann Pflanzen weniger nahrhaft machen.

Eine Reihe von Studien zeigen, dass Pflanzen, die in Umgebungen mit größerem CO2-Gehalt aufwachsen, oft niedrigere Konzentrationen von Nährstoffen wie Stickstoff, Kupfer und Kalium enthalten. Warum dies so ist,  wird derzeit noch untersucht, so wird in einer Studie der Universität Göteborg in Schweden, dass bestimmte Mikroben, daran nicht unschuldig sind.

So wie Kohlendioxid die Photosynthese beschleunigt, kann es auch die Geschwindigkeit erhöhen, mit der Bodenmikroben Nährstoffe aufnehmen, so dass die Pflanzen weniger über ihre Wurzeln einsaugen können, so die Vermutung der Wissenschaftler.

Und das ist nun das Problem: Wenn unsere Lebensmittel dadurch nährstoffärmer werden, werden wir auch anfälliger für Krankheiten. Um dies genauer zu beleuchten, untersuchte ein Forscherteam der Stanford University, wie künftige Veränderungen der Nutzpflanzen im Nährstoffgehalt sich auf die Gesundheit auswirken.

Die Ergebnisse waren beunruhigend: So würde der Eisenmangel in Südostasien beispielsweise bis zum Jahr 2050 von 21,8 Prozent auf 27,9 Prozent steigen. Weltweit würde der Nährstoffmangel in Nutzpflanzen zu einer sehr viel größeren Anfälligkeit für Malaria und Lungenentzündungen führen, was wiederum zu vorzeitigen Todesfällen führt.

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3. Mehr Pflanzen verhindern nicht den Klimawandel.

Nicht nur Nutzpflanzen, sondern natürlich auch Wälder, Wiesen und andere Ökosysteme nehmen Kohlendioxid auf und geben es zum Großteil nachts wieder ab. Schätzungsweise könnten alle Pflanzen und Ökosysteme der Welt zusammengenommen etwa 25 Prozent des Kohlendioxids, welches wir in die Atmosphäre blasen, entfernen.

Nun werden aber jedes Jahr mehr Kraftwerke gebaut und mehr CO2 produziert, so dass auch ein Mehr an Pflanzen dies nicht aufhalten kann. Es sei ein wenig so, als ob einem der Arzt sagt, dass die Chemotherapie das Wachstum des Tumors um 25 Prozent verlangsamt habe: Es verlangsamt den Prozess nur im günstigsten Fall, hält ihn aber weder komplett auf noch kehrt er ihn um.

4. Das „Global Greening“ hält nicht ewig an.

Noch unklar ist, wie stark der derzeitige Effekt überhaupt anhalten wird. Wenn beispielsweise durch den Klimawandel auch die Niederschlagsmuster sich ändern und die Temperaturen, kann es passieren, dass die Pflanzen auch kein zusätzliches CO2 mehr aufnehmen, im Gegenteil dann mehr als 75 Prozent wieder an die Luft abgeben, was die Situation dann noch verschlimmern würde.

Fazit

Die Aussage, dass Kohlendioxid schlecht für den Planeten sei, wurde noch nie von irgendjemandem aufgestellt, im Gegenteil ist CO2 notwendig für das Leben auf dem Planeten. Ein Mehr davon ist zwar optimal für Pflanzen (weswegen in Gewächshäusern auch ein höherer CO2-Gehalt erzeugt wird, als normalerweise in der Luft), auf Dauer allerdings schlecht für die Menschheit.

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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