Aktuelles Faktencheck: Der CO2-Anteil der Atmosphäre von 1890

Faktencheck: Der CO2-Anteil der Atmosphäre von 1890

Facebook-Themen

Verdächtiger im Fall Maddie McCann bleibt in Haft!

Der Europäische Gerichtshof hat einen Antrag auf Haftentlassung des Tatverdächtigen im Mordfall Madeleine McCann abgewiesen. Der Mann sitzt derzeit in Norddeutschland eine Haftstrafe wegen...

Trump will friedliche Machtübergabe nicht garantieren

Ohne stichhaltige Beweise vorzulegen, hat Donald Trump erneut vor einem Betrug durch Briefwahl gewarnt. Ohne Betrug werde es nach seiner Ansicht nicht zu einem...

Drogen-Skandal bei der Münchner Polizei

Polizisten, die Drogen nehmen und mit Dealern zusammenarbeiten? Die Staatsanwaltschaft ermittelt in einem Drogen-Skandal um das Münchner Polizeipräsidium gegen 21 Beamte. Erste Suspendierungen wurden bereits...

Faktencheck: „50 Prozent der Blutspender sind immun gegen SARS-CoV-2“

Ein Fachartikel der Uni Wien soll aufzeigen, dass bis zu 50 Prozent aller Blutspender immun gegen SARS-CoV-2 seien - und das sogar schon vor...
-WERBUNG-
- Advertisement -

In einem Buch von 1890 steht, dass der CO2-Anteil in der Atmosphäre 0,04 Prozent beträgt, also eigentlich genauso hoch war wie heute. Ist damit entlarvt, dass es keinen Klimawandel gibt?

- Werbung -

Es handelt sich dabei auch nicht um irgendein Buch, sondern um „Meyers Konversationslexikon“, in dem dieser Wert steht.
Dieses Bild kursiert diesbezüglich in sozialen Medien:

Screenshot: mimikama.at

Steht das da tatsächlich?

Der Wert wurde nicht mit einer Bildbearbeitungssoftware geändert, sondern stand dort wirklich, wie man beispielsweise auch auf den Seiten der „Retrobibliothek“ sieht:

Screenshot: mimikama.at

Kurz erklärt: Warum ist CO2 schlecht für das Klima?

CO2, oder auch Kohlendioxid ist ein sogenanntes Treibhausgas, da es wie in einem Treibhaus verhindert, dass Wärme von der Erde ins Weltall entweicht. Das ist prinzipiell gut, sonst wäre es bitterkalt hier, doch wenn zuviel Wärme nicht entweichen kann, heizt sich die Erde immer mehr auf und die globalen Temperaturen steigen.
Kohlendioxid kommt natürlich in der Natur vor und wird von Meeren und Pflanzen wieder aufgenommen. Seit der Industrialisierung produzieren Menschen aber mehr Kohlendioxid, beispielsweise durch das Nutzen fossiler Brennstoffe, als die Natur wieder aufnehmen kann.

- Werbung -

Das Problem mit früheren Messmethoden

Wenn man alleine nach Büchern geht, wird es ohnehin problematisch, da es beispielsweise in „Das große Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände“ von 1851 heißt, dass der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre 0,0004 bis 0,005 vom Volumen (0,04 bis 0,5 Prozent) ausmache.

Screenshot: mimikama.at

Bereits 1984 wurden die Messmethoden und -ergebnisse früherer Jahrzehnte angezweifelt, da zum damaligen Zeitpunkt noch nicht klar war, wie Kohlendioxid überhaupt in die Atmosphäre gelangt und welche Einflüsse genau auf die Messergebnisse einwirken. Beispielsweise ergeben sich im Sommer ganz andere Werte als im Winter, an der Küste bekommt man wiederrum andere Werte als in der Großstadt.

Wichtig ist also, dass man globale Werte hat, die den Durchschnitt der CO2-Konzentration in der Luft angeben. Genauso wie man ja auch bei der Temperatur nicht einfach nur die Messwerte aus Helsinki oder Hawaii, sondern die Werte mehrerer Stationen nimmt und daraus die globale Durchschnittstemperatur errechnet.

Wie bekommt man die globalen CO2-Werte von früher?

Bereits 1824 beschrieb Jean-Baptiste Fourier, dass atmosphärische Gase das Klima beeinflussen. 1930 wurde dann schon der Zusammenhang von Kohlendioxid mit dem Klima diskutiert, seit den 1950er-Jahren wurde dann der Einfluß des Menschen durch die Industrialisierung ernst genommen. Damals gab es aber noch keine wirklich zuverlässigen Messmethoden, wie die schwankenden Werte in den alten Büchern zeigen, so dass es zum damaligen Zeitpunkt nur eine Theorie war. 1957/58 gelang dann der Nachweis, dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre tatsächlich ansteigt und dass dies durch die Nutzung fossiler Brennstoffe verursacht werde.

Nun ruht sich aber die Wissenschaft natürlich nicht einfach so darauf aus, sondern forschte weiter, ob dem wirklich so sei. In den 1990er-Jahren wurden erstmals Bohrungen in der Antarktis durchgeführt, um in den eingeschlossenen Luftblasen die damalige CO2-Konzentration in der Luft zu messen.
Die Antarktis ist dafür auch deshalb ein geeigneter Ort, da sie fernab von jeglichem industriellen Ausstoß liegt, die Messergebnisse also quasi nicht durch die Fabrik von nebenan verfälscht werden können.

Durch diese Messungen fand man heraus, dass die Werte der vergangenen 800.000 Jahre niemals über 290 ppm (0,029 Prozent) hinausgingen, erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts steigen die Werte kontinuierlich darüber hinaus. Eisbohrungen sind natürlich nicht die einzige Methode, um die CO2-Konzentration zu messen, auch werden beispielsweise Fossile auf ihren damaligen Kohlendioxidgehalt untersucht.

- Werbung -

Wie wird heute gemessen?

Seit 1950 werden regemäßig in Hawaii und am Südpol Messungen vorgenommen. Hier sei wieder der Vorteil der Messungen am Südpol erwähnt:
Zwar wird das meiste CO2 von der Industrie auf der Nordhalbkugel erzeugt, dann würden die Messwerte, beispielsweise in der Arktis, höher sein als sie global wirklich sind. Die Position in der Antarktis bringt niederigere Messergebnisse, da es länger dauert, bis sich das auf der Nordhalbkugel produzierte CO2 bis dorthin verteilt hat. Dafür ist dann sichergestellt, dass diese Ergebnisse auch globaler, nicht regionaler Natur sind.

Wie sind die heutigen Messwerte?

Dazu gibt es glücklicherweise verschiedene Quellen, wer also z.B. der NASA nicht traut (ja, wir kennen alle Verschwörungstheorien rund um die NASA, bisher erwiesen sich alle als Humbug), kann sich auch auf andere Quellen stürzen.

Hier sehen wir die von der NASA veröffentlichten Ergebnisse:

 

Quelle: NASA

Deutlich erkennbar die Messwerte der letzten 800.000 Jahre, welche seit Beginn der Industrialisierung dramatisch angestiegen sind.
Hier nun die Messwerte der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) auf Mauna Loa, Hawaii:

Quelle der geplotteten Grafik: Stefan Pohl, Wikipedia

Fassen wir zusammen

Seit knapp 60 Jahren ist nachgewiesen, dass der industriell bedingte Kohlendioxidausstoß Auswirkungen auf den CO2-Gehalt der Atmosphäre hat, damit auch das Klima beeinflusst wird. Der prozentuale Anteil mag den meisten Menschen als sehr gering vorkommen, doch reden wir bei den Abweichungen von mehreren Millionen Tonnen CO2, die jedes Jahr zusätzlich durch die Industrie in die Atmosphäre gelangen.

Zudem wird eine Folge der Erwärmung oftmals nicht beachtet: Wasserdampf!
Auch durch kleinste Veränderungen des CO2-Gehaltes wird durch die Erhitzung der Erdoberfläche auch mehr Wasserdampf durch Verdunstung der Meere erzeugt, und jener Wasserdampf hat sogar einen größeren Einfluß auf die globale Temperatur! Durch die Verringerung des CO2-Ausstoßes wird also das Problem bei den Wurzeln gepackt.

Es ist ein wenig naiv gedacht, sich auf die Aussage eines Lexikons zu stützen, welches vor 130 Jahren geschrieben wurde, zu einer Zeit, als es noch gar keine genauen Messmethoden gab. Die heutigen Messmethoden sind zwar sehr viel akkurater, aber noch nicht perfekt. Trotzdem zeigen die Ergebnisse, dass jener menschengemachte Kohlendioxid-Anstieg tatsächlich existiert.

Auch, wenn wir den CO2-Ausstoß nun komplett stoppen könnten: Das Klima würde sich trotzdem noch wenigstens einige Jahrzehnte nicht davon erholen, bis der produzierte Überschuß vollends abgebaut wurde. Es würde aber auf lange Sicht das komplette Leben auf der Erde retten.

- Werbung -
An alle unsere Leserinnen und Leser! Wir brauchen deine Unterstützung! Wir haben keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten offen halten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama auch weiterhin geben. Hier kannst Du unterstützen: via PayPal, Steady oderPatreon

Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

Aktuelle Nachrichten aus dem In- und Ausland

Verdächtiger im Fall Maddie McCann bleibt in Haft!

Verdächtiger im Fall Maddie McCann bleibt in Haft!

0
Der Europäische Gerichtshof hat einen Antrag auf Haftentlassung des Tatverdächtigen im Mordfall Madeleine McCann abgewiesen. Der Mann sitzt derzeit in Norddeutschland eine Haftstrafe wegen...
Trump will friedliche Machtübergabe nicht garantieren

Trump will friedliche Machtübergabe nicht garantieren

0
Ohne stichhaltige Beweise vorzulegen, hat Donald Trump erneut vor einem Betrug durch Briefwahl gewarnt. Ohne Betrug werde es nach seiner Ansicht nicht zu einem...

YouTube will Ausweiskontrolle einführen!

Auf YouTube sind manche Videos erst ab 18 Jahren freigegeben. Wer diese ansehen will, muss bald seinen Ausweis vorlegen. [Weiterlesen]

Top-Artikel

Faktencheck: „50 Prozent der Blutspender sind immun gegen SARS-CoV-2“

Ein Fachartikel der Uni Wien soll aufzeigen, dass bis zu 50 Prozent aller Blutspender immun gegen SARS-CoV-2 seien - und das sogar schon vor...

Vorsicht! E-Bikes Letschok GmbH geht in die zweite Runde!

Die gefälschte Facebook-Seite "E-Bikes Letschok GmbH" gibt vor, nochmals 5 E-Bikes zu verlosen, da diese von ihren Gewinnern nicht abgeholt wurden. Wirklich? Keiner der Gewinner...

Falsche Seenot im Mittelmeer? (Faktencheck)

Erneut kursiert ein Sharepic, das ein Schiff mit Beiboot zeigt. Angeblich sähe so "Seenot" im Mittelmeer aus. Was ist dran? Es geht genau genommen um...

„Was Beamte nicht mehr sagen dürfen“ (Faktencheck)

"Asylbewerber", "Ausländer" oder "schwarz fahren" - alles Begriffe die Berliner Beamte nicht mehr sagen dürfen? Aktuell erhalten wir einige Anfragen zu einem Sharepic, wonach Berliner...

Ein Polizist und Personal Trainer – Warum nicht?

Ein Polizist auf einer Demo gegen die Corona-Maßnahmen soll gar kein echter Polizist, sondern Personal Trainer sein. Auf der Suche nach Beweisen, wonach auf der...
-WERBUNG-
-WERBUNG-
Datenschutz
Wir, Mimikama-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch (Vereinssitz: Österreich), würden gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht uns aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
Wir, Mimikama-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch (Vereinssitz: Österreich), würden gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht uns aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: