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Bußgeld für Fakes?

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Bisher ergriffene Maßnahmen der Social-Media-Plattformen reichen laut Experten nicht aus, um Fake-News einzudämmen.

Bußgeld für Fakes? – Das Wichtigste zu Beginn:

Social-Media-Plattformen treffen gerade in der Corona-Krise Maßnahmen, um die Verbreitung von Fake-News einzudämmen. Doch reichen diese laut Experten noch nicht aus.

Faktencheck in sozialen Netzwerken

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Ein langwieriges Thema: Der Faktencheck direkt auf den diversen Social-Media-Plattformen. Doch immerhin hat sich in den letzten Wochen dahingehend in einigen Netzwerken etwas getan.
WhatsApp beschränkte die Weiterleitung von Nachrichten. Facebook zeigt nun Warnhinweise an, wenn eine Nachricht durch externe Faktenchecker als falsch nachgewiesen werden konnte. YouTube gibt bei bestimmten Suchbegriffen ebenfalls Warnhinweise aus.

Jedoch zweifeln Experten, dass solche Maßnahmen ausreichen. Sie fordern beispielsweise, dass Nutzer informiert werden müssen, wenn sie Falschnachrichten – auch unbewusst – geteilt haben.

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Bußgelder als Maßnahme?

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der nordrhein-westfälischen Landesmedienanstalt sind bereits 81 Prozent der befragten Internetnutzer mit Corona-Fakes konfrontiert gewesen. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen betrug der Prozentsatz sogar 93.

Dazu meldete sich Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius mit der Forderung, dass Corona-Fakes zu bestrafen wären, beispielsweise mit Bußgeldern.

Wolf Schünemann, Politikwissenschaftler von der Uni Hildesheim, denkt allerdings, dass darunter die Meinungsfreiheit und letzten Endes die Demokratie leiden könnte. Er gibt weiters zu bedenken, dass durch derartige Regelungen wie staatliche Strafen auch andere Informationen nicht weitergegeben würden, die allerdings korrekt gewesen wären.

Schünemann zitiert einen ehemaligen Justizminister, der die Informationsfreiheit als Schutzimpfung gegen die Diktatur bezeichnete: „Ich finde das eigentlich ein schönes Bild, weil es eben auch ausdrückt, dass in der Tat die Informationsfreiheit uns eben auch dazu bringt, Antikörper zu entwickeln, dass wir lernen, mit diesem Gesamt von Informationen umzugehen.“

Mehr Transparenz gefordert

Schünemann plädiert für Transparenz auf den Plattformen.

„Was man natürlich regulieren könnte, wäre, dass man diese Plattformen dazu bringt, stärker Transparenz walten zu lassen. Also sie zwingt, ihre Filter und Verbreitungsalgorithmen offenzulegen und damit wiederum die Menschen zu ertüchtigen, einzuschätzen: Na, wo kommt das her? Was verbreitet sich hier gerade viral? Weil es eben irgendwie skandalös ist, aber womöglich nur auf Basis irgendeines auf WhatsApp verbreiteten Gerüchts.“

Fakten und Richtigstellungen

Christoph Schott, Kampagnenmanager der Organisation Avaaz, hält die Maßnahmen der diversen Social-Media-Plattformen ebenfalls noch für unzureichend. Er hält konsequentes Darlegen von Fakten und Richtigstellungen für den richtigen Weg.

Nutzer, die eine Falschnachricht geteilt haben, sollen darüber informiert werden und auch gleichzeitig eine Information erhalten, was an der Information falsch ist.

„Es ist nicht möglich, allen Menschen da zu helfen. Aber wenn man es schafft, die Hälfte der Menschen zu erreichen, die die Fehlinformationen glauben und danach nicht mehr. Das ist ja ein unfassbarer Schritt vorwärts. Und da glaube ich gerade bei so faktischen Sachen, also bei Gesundheitsthemen – wie viel hilft es jetzt eben, ein bestimmtes Mittel einzunehmen gegen den Coronavirus oder auch nicht? – da, glaube ich, sind die Menschen auch sehr offen für Richtigstellungen. Bei anderen Themen kann es schwieriger sein. Aber da glauben wir gerade, bei diesen Gesundheitsthemen, dass es eigentlich, dass es wirklich Fakten sind, die die Menschen brauchen.“

Nährboden Unsicherheit

Gerade in der Corona-Krise häufen sich Unwahrheiten. Dies beruht auch in vielen Fällen darauf, dass das Virus neu ist – auch für Ärzte und Forscher. Immer wieder gibt es neue Erkenntnisse oder Korrekturen von bisherigen Annahmen.

Verunsicherung macht sich breit, und genau dies liefert einen „perfekten Nährboden für Falschnachrichten“, so Christoph Schott.

Quelle: Deutschlandfunk.de
Artikelbild: Shutterstock / Von asiandelight
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