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Faktencheck: Brennende Autos in Schweden

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In einem Facebookbeitrag wird ein Bild mit brennenden Autos gezeigt, dazu die Behauptung, dass „islamische Kampftruppen aus Schweden“ dafür verantwortlich seien.

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Es geht um dieses Posting:

https://www.facebook.com/Deutschlandstimme/photos/a.336387730233557/557307988141529/?type=3&theater

Dort heißt es:

+++ Schweden: Migrantengewalt explodiert und nimmt Bürgerkriegszüge an! Jetzt äußert sich sogar Schwedens König besorgt! +++
(…)
Foto: Nein. Das ist nicht der Libanon, das ist auch nicht Syrien nach einem amerikanischen Luftangriff!
Das sind wirklich Kriegsszenen mit islamischen Kampfgruppen aus Schweden und damit direkt vor unserer Haustür!

Tatsächlich leidet Schweden an einem Anstieg krimineller Gewalt. Das Foto des Beitrages und die Informationen darin sind jedoch vom August 2018, die Behauptung, dass es sich um „islamische Kampftruppen“ handelt, ist reine Spekulation.

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August 2018

Mehrere Seiten berichteten am 14. und 15. August 2018 von vermummten Jugendlichen, die im Südwesten Schwedens Dutzende Autos in Brand setzten und die Polizei angriffen. An verschiedenen Orten wurden gleichzeitig die Feuer gelegt, so dass die Polizei eine koordinierte Aktion über soziale Medien oder per Messenger dahinter vermutete.

Anstieg von Brandstiftung seit 1998

In dem obigen Facebookbeitrag wird behauptet, dass die Kriminalität in Schweden „seit der Masseneinwanderung 2015 massiv gestiegen“ sei.
Tatsächlich aber kann in Schweden ein Anstieg der Kriminalität, insbesondere der Brandstiftung, seit 1998 beobachtet werden, wie die Seite „The Local“ herausstellt:

Bildquelle: The Local, Anstieg von Brandstiftung von 1998 bis 2017

Insbesondere im Stockholmer Land sowie in Västra Götaland und Skåne liegen die Anzahl an Brandstiftungen signifikant höher als im Rest des Landes.
Laut Polizeiangaben waren wahrscheinlich Banden an den Brandanschlägen beteiligt, was in Schweden ein wachsendes Problem darstellt. Alleine 2017 starben 40 Menschen in Schweden durch Schießereien bei Bandenrivalitäten.

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Ein Mitwisser berichtet

Eine Stunde vor den Brandanschlägen wurde der Seite „Expressen“ ein Video zugespielt, in der ein vermummter Mann „der Polizei, den Politikern und der Gesellschaft“ die Schuld daran gibt, was geschehen wird.
Weiter führt der Mann aus, dass die Polizei grundlos brutal mit den Bürgern umgehe, soziale Dienste Kinder aus ihren Familien reißen würden und Überwachungskameras nur in Gegenden mit ärmerer Bevölkerung aufgestellt seien.

Ein Reporter des „Expressen“ wollte sich mit dem Vermummten treffen, am vereinbarten Ort erscheint dann allerdings ein anderer Mann, der nach eigenen Aussagen nicht an den Brandstiftungen teilnahm, sondern nur als Mittelsmann fungiere. In dem Gespräch wiederholt er die Aussagen des Vermummten und fügt noch hinzu, dass er beispielsweise nicht einmal einen Joint rauchen könne, ohne dass er festgenommen werde.

Fazit

In Schweden schieben rechte Politiker den Migranten die Schuld in die Schuhe, linke Politiker reden von rechtsextremistischen Tätern.
Beide Seiten scheinen jedoch falsch zu liegen, denn das Problem liegt wohl eher in der sozialen Lücke zwischen Arm und Reich in manchen Teilen Schwedens.

Doch untersucht werden auch andere Gründe: So teilte ein Mann, der einer der Verhafteten nahe steht,  „Expressen“ mit, dass er nichts über die Gründe der Ereignisse wüsste, er selber auch ein Auto im Wert von 600.000 Schwedische Kronen (rund 56.000 Euro) durch die Brände verloren habe. Bei Recherchen stellte sich jedoch heraus, dass auf den Mann gar kein Auto registriert sei, jedoch auf seine Frau, die mit einem der Täter verwandt ist. Diese habe erst wenige Monate zuvor einen Wagen mit einem Neupreis von knapp 94.000 Euro gekauft und versichert, jenes Auto sei auch auf einem der Parkplätze verbrannt.

So scheinen die Brandstiftungen, welche auffälligerweise in Schweden nahezu immer vor Schulbeginn eskalieren, zum größten Teil durch sozialen Frust zu entstehen, in wenigstens einem Fall auch eventuell durch Versicherungsbetrug (wobei der Mann wohl die nahezu jährlichen Brandstiftungen dazu nutzte).

Jedoch kann man die Schuld nicht „islamischen Krampftruppen“ geben, diese Brandstiftungen in Schweden gab es schon lange vor der „Flüchtlingswelle“.

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Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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