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Tötet die Borkenkäferbehandlung unsere Hunde?

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Die Borkenkäferbehandlung: Im Moment macht eine Nachricht die Runde, die viele Hundebesitzer erschaudern lässt!

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Es geht um das Thema: Borkenkäferbehandlung tötet unsere Hunde! Es handelt sich dabei um folgende Nachricht, die in den sozialen Medien die Runde macht!

Vorweg: Es ist so gut wie auszuschließen, dass ein Hund an dem Belecken oder Benagen eines Baumes stirbt, der gegen den Borkenkäfer behandel wurde. Bis dato gibt es keine Todesfälle bei Hunden durch ominöse Gifte gegen Borkenkäfer!

 

Borkenkäferbehandlung Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Die Nachricht als Wortlaut (sic!)

Hallo zusammen! Eine befreundete Hundebesitzerin hat mir folgendes erzählt:
Da im Wald soviel Bäume gefällt werden, wg Borkenkäferbefall, und diese Bäume nicht gleich abtransportiert, wird das Holz massiv gespritzt. Ist erlaubt. Veterenäramt empfiehlt unsere Hunde wenn möglich nicht an den Hölzern lecken, drüber laufen oder intensiv schnuppern zu lassen.
Ist massiv giftig!!
Die Hündin einer Bekannten ist Sonntag daran verstorben, sie war erst 5 Jahre alt.
Diese Warnung kommt jetzt aus Rheinbach, wobei auch hier bei uns viele gefällte Bäume auch am Waldrand liegen…Und der Borkenkäfer treibt ja überall sein Unwesen. Wird sicherlich sämtliche Wälder im Umkreis betreffen oder auch bundesweit?!
Bitte weitersagen und passt auf eure Hunde auf! Man sollte vielleicht bei der Gemeinde nachfragen, und bitten ob Warnschilder aufgestellt werden könnten?! Geht ja auch um Kinder?!

Was sagen Tierärzte zu dem Thema der Borkenkäferbehandlung ?

Zu diesem Thema haben wir zwei Informationen erhalten. Zum einen von der Tierarztpraxis Anke Meeuw und zum anderen von der Tierarztpraxis Dr. Jonigkeit!

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1.Tierarztpraxis Anke Meeuw

In Deutschland gibt es nur ein zugelassenes Mittel für den Einsatz beim Borkenkäferbefall: Karate Forst Der darin enthaltene Wirkstoff ist Lambda-Cyhalothrin. Cyhalothrin gehört zur Gruppe der Pyrethroide. Pyrethroide wiederum sind synthetisch hergestellte Verbindungen, die sich strukturell von den natürlichen Pyrethrinen ableiten, jedoch eine höhere Stabilität als diese aufweisen. Die natürlichen Pyrethroide kommen in Chrysanthemen vor.

Cyhalothrin ist ein schnell wirkendes Kontaktgift, welches bei Arthropoden einen rasch einsetzenden Knock-down-Effekt auslöst. Dieser ist im Vergleich zu den natürlichen Pyrethrinen aufgrund besserer Stabilität von wesentlich längerer Dauer. Cyhalothrin hat außerdem ausgeprägte rebellierende Eigenschaften , das heißt, das das Mittel auch vorbeugend gegen Schädlingsbefall verwendet werden kann, der Wirkstoff wird über die Füße der Insekten aufgenommen, welche dann sterben.
In Form von Ohrmarken und Waschungen (pour on) wird es auch in der Veterinärmedizin, bei Rindern, verwendet und in Form von Karate Forst um den Borkenkäfer zu bekämpfen.

Und kann mein Hund jetzt wegen der Borkenkäferbehandlung sterben?

Abgesehen davon, dass Hunde besser grundsätzlich nicht an Bäumen und Rinde schlecken sollten (Splitter in Zunge und Rachen sind nicht so toll), ist das Mittel bei ordnungsmäßigen Gebrauch im Wald, als unbedenklich für den Hund anzusehen, wenn er behandelte Bäume ableckt oder ein Stöckchen holt. Allerdings sollte der Hund und Halter nicht in den Wald, während gesprüht wird, denn das Aerosol einzuatmen ist deutlich toxischer.

Zur Einordnung der Gefährlichkeit ist vielleicht anzumerken, dass die meisten Floh- und Zeckenmittel beim Hund Pyrethroide sind, wie z.B. Permethrin (Exspot) oder Flumethrin (Halsband Serestro). Cyhalothrin gilt allerdings als Bienengiftig und sehr stark giftig für Wasserorganismen.

Und was macht dieser Borkenkäfer?

Der Borkenkäfer ist eigentlich ein nützlicher Käfer, denn er zersetzt altes und totes Holz und Nadeln. In den heutigen Monokulturen in den Wäldern kann sich der Borkenkäfer sehr stark vermehren und führt zu einer Schädigung der Bäume, da die Käfer unter der Rinde er Bäume ihre Brut ausbringen und diese dann den Baum töten kann. Außerdem führ ein Borkenkäferbefall zur Verfärbung des Holzes, welches deshalb kaum noch Wert besitzt.

Bei Randbäumen kann ein Borkenkäferbefall dazu führen, dass sich ein Sturm stärker in den Wald ausbreitet und zu größerem Schaden führt, da die Randbäume den Wald schützen.

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2. Tierarztpraxis Dr. Jonigkeit!

Die Tierarztpraxis hat etliche Nachrichten zu diesem Thema erhalten und stellt in einem Video klar, dass diese ein kompletter Unsinn ist. Die Praxis meint auch, dass viele Hundehalter durch die vermeintliche Warnung stark beunruhigt sind! Zudem gibt es keine Todesfälle bei Hunden durch ominöse Gifte gegen Borkenkäfer!

Fazit

Es ist so gut wie auszuschließen, dass ein Hund an dem Belecken oder Benagen eines Baumes stirbt, der gegen den Borkenkäfer behandelt wurde.
Allerdings sollte man den Wald meiden, wenn die Bäume gerade besprüht werden, denn das Einatmen des Aerosols ist deutlich gefährlicher.
Das Mittel bleibt bis zu fünf Monate auf den Bäumen um einen weiteren Befall zu verhindern, wenn das dann tödlich für Hunde wäre, dann hätte ich das als Tierärztin bestimmt schon öfter mal Fälle in Behandlung gehabt. Daher ist die Warnung in den sozialen Medien eher eine Panikmache, als denn ein echter Hinweis auf eine reale Gefahr!

Quellen:
Karat Forst Produktinformation (PDF)
Karat Forst Sicherheitsdatenblatt (PDF)
Tagessspiegel: Waldbesitzer fürchten Milliardenkosten durch Dürre und Borkenkäfer
Verweise:
Tierarztpraxis Anke Meeuw , Tierarztpraxis Dr. Jonigkeit!
Artikelbild:
Shutterstock / Foto-Sabine / Blanscape
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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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