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Die “Blue-Whale” Challenge ist ein Fake!

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Eine angeblich hochgefährliche Internet-Challenge mit dem Namen “Blue-Whale” macht derzeit Schlagzeilen.

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Und genau hier liegt auch das Problem, denn im Grunde ist diese Challenge eine Fake! Auch die Polizei sagt: “Die Challenge bekommt gerade durch die massive Medienberichterstattung Aufwind und so werden vor allem Jugendliche darauf aufmerksam. Wie bei vielen Phänomenen ist die Berichterstattung ein zweischneidiges Schwert. Einerseits soll gewarnt werden, andererseits weckt gerade die dramatische Darstellung erst das Interesse an einem Phänomen.”

Wo liegt im Moment das Problem?

+++UPDATE+++ Wir haben am 1.7.2017 / 0:45 Uhr das Thema erneut aufgegriffen und diese mit dem Titel: „Verwirrung um die Blue Whale Challenge“ erneut beleuchtet und einen Zusammenfassung erstellt was bis dato geschehen ist und warum es so eine Verwirrung um dieses Thema gibt. Den Artikel kann man HIER LESEN!

Viele Medien haben von Beginn an nicht richtig recherchiert und es wurde alleinig auf den Medien-Hype gesetzt. Man hätte von Anfang an sagen müssen, dass es sich um einen Fake handelt. Und nun ist es so, dass sich diese Meldung viral verselbständigt! Sogar die Polizei in Oberbayern bestätigt: “In Deutschland sind derzeit nur vereinzelte Fälle bekannt, bei denen die sogenannte BlueWhaleChallenge angeblich Auslöser für Selbstverletzungen gewesen sein soll.” Was es im Moment gibt ist eine WhatsApp-Ton Nachricht, in der vor dem angeblichen Spiel gewarnt und die immer wieder versendet wird.. Also einen Kettenbrief. Was es aber nicht gibt ist eine App / einen Verweis / einen Link zu einer sogenannten “Blue Whale Challenge”

Wir klären auf:

Unsere Kollegen von Saferinternet haben bereits, sowie auch wir, im März 2017 bereits darüber berichtet. Am Anfang war es auf Russland beschränkt, jetzt ist es auf Europa übergeschwappt: das Medienphänomen namens „Blauer Wal“.

Es handelt sich dabei um eine Falschmeldung zu einem vermeintlichen Social Media-Spiel, welches als Ziel haben soll, Jugendliche in den Selbstmord zu treiben

Die in Russland und nun auch bei uns aktuell verbreitete Geschichte rund um das Social Media-Spiel namens „Blue Whale (Blauer Wal)“ sorgt für Aufregung und Angst.

Dieses Spiel gibt es aber gar nicht.

Es handelt sich dabei um einen Hoax, also eine Falschmeldung. Laut den Recherchen von Safer Internet-Kolleg/innen aus verschiedenen europäischen Ländern geht es dabei um eine Erfindung aus Russland, bei der die psychische Instabilität von Jugendlichen auf gefährliche Art und Weise ausgenutzt wird.

Worum geht es bei der Falschmeldung?

Der Hoax: Bei dem vermeintlichen Spiel erhalten die Jugendlichen über einen Zeitraum von 50 Tagen Anweisungen, die sie in die Verzweiflung treiben sollen. Diese reichen von Aufrufen zur Selbstverletzung, über Anweisungen zu wiederholtem Anhören und Ansehen von bestimmten Songs und Filmen, bis hin zur Aufforderung sich das Leben zu nehmen. Der Selbstmord von über 130 Teenagern zwischen November 2015 und April 2016 soll, diesen Falschmeldungen zufolge, damit in Verbindung stehen.  Kein Wunder, dass diese Geschichte Jugendliche sehr verunsichert.

An ihr stimmt aber nichts: weder gibt es das Spiel, noch gab es die damit zusammenhängenden Selbstmorde.

Der Ursprung

Laut snopes basiert die Blue Whale Challenge auf der Missinterpretation einer Story der Novaya Gazeta vom Mai 2016. In diesem Artikel geht es um den Suizid von dutzenden Jugendlichen aus Russland in einer sehr kurzen Zeitspanne.

Manche gehörten dabei einer Internetgruppe auf VK.com, einem sozialen Netzwerk aus St. Petersburg, an.

Wir zählten 130 Selbstmorde von Kindern, die vom November 2015 bis April 2016 (!) in Russland begangen wurden – fast alle waren Mitglieder derselben Internetgruppe.

Dabei erwähnte Novaya Gazeta, dass 80 davon mit der Blue Whale Challenge in Verbindung stünden, hingegen eine Untersuchung von Radio Free Europe herausgefunden haben soll, dass keiner der Selbstmorde in Zusammenhang mit dieser Online-Community stehe.

Sea of Whales Community

Auch wenn man diese Gruppen nicht mit der Blue Whale Challenge in Verbindung bringen könne, existieren Blue Whale Gruppen in Russland wirklich. Kurz nach dem Tod von Rina Palenkova, bildeten sich solche Gruppen. Das russische Mädchen hatte sich das Leben genommen, kurz nachdem sie ein Foto von sich selbst auf VK.com gepostet hatte. Das Foto von Rina verbreitete sich auf Sozialen Netzwerken und sie wurde bald zu einer zentralen Figur einer seltsamen Kult-ähnlichen Gruppe.

Das Soziale Netzwerk “Sea of Whales” sowie Shock-Video Seiten teilten das Foto von Rina und verbreiteten das Gerücht, dass sie Teil dieser Suizid-Sekte gewesen wäre:

[ … ]
Diese Gruppen nutzten aktiv das Thema Selbstmord – setzten den Kult um Rina Palenkova fort und veröffentlichten Schock-Inhalte wie psychodelische und unheimliche Videos mit Aufnahmen von Selbstmorden. Der Urheber der Gruppe versah diese mit seltsamen Zeichen – Hebräischer Schrift, Nummern, Codes, Bilder und Videos mit seltsamen Logos (es stellte sich heraus, dass diese von einer Unterwäsche-Marke stammten).
[ … ]
Später kopierten andere diese Art von Video, basierend auf einer mysteriösen Aufgabe “Insider” aus dem Jahre 2012 (es existieren kaum Details über dieses Projekt, jedoch gibt es noch Promo Videos auf youtube) und machten eine interaktive Aufgabe, ARG, ein Spiel mit erweiterter Realität daraus. Mit Aufgaben, die man in der Realität lösen muss.
Eines der Elemente dieses Projekts war ein Timer auf der Seite, der von 70 Tagen herunter zählte.

Gruppen, die Selbstmord bewerben, sind generell ernst zu nehmen, doch der Urheber More Kitov von “Sea of Whales” bestreitet gegenüber der News Webseite lenta.ru, dass er je Interesse daran gehabt hätte, Menschen dazu aufzufordern, sich selbst umzubringen.

Ferner wollte er einfach durch dieses Spiel auf seiner Webseite Traffic generieren und damit Geld verdienen.

Ich beobachtete die Aufregung, war sprachlos über den Hype und kreierte meine Wale.”,

so Kitov und fügte hinzu, dass er Teenager von Selbstmordgedanken abbringen wollte, aber zuerst war es notwendig “einer von ihnen zu werden”.

Eltern sind verunsichert!

Unser Tipp: Reagieren Sie sensibel auf Sorgen und Ängste. Jugendliche sollten zunächst einmal dabei unterstützt werden, dubiose Online-Geschichten kritisch zu hinterfragen. Konkrete Hilferufe sollten aber auf jeden Fall ernst genommen werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dieses Phänomen real nachgeahmt werden könnte.

Hinweis: Jugendliche mit Suizidgedanken und deren Bezugspersonen erhalten in Österreich bei der kostenlosen Telefonnummer 147 von Rat auf Draht rund um die Uhr Beratung und Hilfestellung.

In Deutschland lautet die Tel.: 0800/111 0 111 und in der Schweiz: Tel.: 143

Unsere Tipps:

  • Hinterfragen Sie immer dubiose Geschichten und bewerten Sie die Quellen
  • Teilen oder leiten Sie nie unreflektiert solche Meldungen weiter

Verweise:

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Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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