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„Bitcoin Code“ & Co. – Was hinter dem Betrug steckt

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Bitcoin erlebt aktuell Höhenflüge, was auch professionelle Betrüger auf den Plan ruft. Die angeblichen „Schnell-reich-werden“-Systeme nennen sich Bitcoin Code, Bitcoin Era, Bitcoin Superstar oder Bitcoin Revolution. Ein Bericht, wie tausende Menschen um ihr Geld gebracht werden.

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Das Schema ist simpel, wie effektiv: Der Name „Bitcoin“ wird um ein Substantiv ergänzt, welches Großes verspricht und so zur Einzahlung verführen soll (Beispiel: „Bitcoin Revolution“). Schon stehen die Namen für zahlreiche Plattformen dieser Art!

Webseiten mit entsprechenden Namen und häufig wechselnden Domains schießen wie Pilze aus dem Boden, sobald der Preis von Bitcoin einen signifikanten Sprung erlebt.

Doch was genau verbirgt sich dahinter?

Es handelt sich um Plattformen, welche Reichtum durch das Trading von Bitcoin versprechen. Noch dazu völlig automatisiert. Ein ausgeklügelter Algorithmus soll hier für rasche Gewinne sorgen.

Fakt ist: Das Ganze ist Betrug und jeder eingezahlte Euro ist ein verlorener Euro.

Im Zuge von Recherchen seitens FINANZSACHE sind über 40 dieser Betrugs-Plattformen untersucht worden, welche alle nach dem gleichen Schema arbeiten und trotz unterschiedlichen Namen das gleiche Layout nutzen und auch exakt gleich funktionieren.

Die angeblichen „Schnell-reich-werden“-Systeme nennen sich Bitcoin Code, Bitcoin Era, Bitcoin Superstar oder Bitcoin Revolution
Die angeblichen „Schnell-reich-werden“-Systeme nennen sich Bitcoin Code, Bitcoin Era, Bitcoin Superstar oder Bitcoin Revolution

Um den Betrug perfekt zu machen, werden Kooperationen mit anderen Finanzportalen geschlossen, bei denen positive „Erfahrungsberichte“ platziert werden, sodass man sich bei einer Recherche danach in Sicherheit wiegt.

Die echten Bitcoin Code & Co.-Erfahrungen sehen natürlich anders aus.

„Bitcoin Code“ als bekanntester Vertreter steht in diesem Artikel stellvertretend für alle Plattformen dieser Art, bei denen es, bis auf den Namen und das Logo, auch tatsächlich meist keine weiteren Unterschiede gibt.

Psychologische Tricks der Bitcoin Code-Betrüger

Wer etwas über menschliche Psychologie lernen möchte, ist immer gut beraten, Werbeanzeigen im Internet zu studieren.

Da die Schaltung von Werbeanzeigen mit oft hohen Klick-Preisen verbunden ist, müssen diese möglichst effizient gestaltet sein. Die Hinterleute von „Bitcoin Code“ & Co. ziehen diesbezüglich alle Register.

Um möglichst viele User um den Finger zu wickeln, geht es in erster Instanz oft überhaupt nicht um Bitcoin. Stattdessen geht es um ein Thema, welches dem Gossip bzw. Boulevard zugeordnet werden kann.

In Österreich wird dabei gerne auf Namen wie Dietrich Mateschitz oder Richard Lugner zurückgegriffen. In Deutschland auf Frank Thelen oder Dieter Bohlen.

Um es in aller Deutlichkeit zu sagen:

Keiner dieser Promis hat auch tatsächlich etwas damit zu tun! Vielmehr werden deren Namen unberechtigterweise genutzt, um Interesse bei Online-Usern zu wecken.

In großen Buchstaben ist auf den Werbeanzeigen beispielsweise zu lesen:

„Seine Familie ist in tiefer Trauer“
„Unglaubliche Entdeckung in der Höhle der Löwen“
„Damit hätte ER wirklich nicht gerechnet!“

Der Name selbst wird nicht erwähnt (vermutlich um keine algorithmische Erkennung der Werbenetzwerke auszulösen), jedoch ist die Anzeige mit einem entsprechenden Bild des Promis garniert.

Es geht also zuerst überhaupt nicht um Bitcoin. Trotzdem sind die oben erwähnten Titel interessant genug, sodass man erfahren möchte, welche Neuigkeit sich dahinter verbirgt.

Wie der Bitcoin Code-Betrug funktioniert

Klickt man auf eine der erwähnten Anzeigen, gelangt man zu einer Zwischenseite in Form eines längeren Artikels auf einer Webseite, welche täuschend echt wie ein bekanntes Boulevard-Medium aussieht.

Für einen Laien ist der Unterschied zum Original kaum zu erkennen.

In dem Artikel geht es dann überhaupt nicht mehr um das angekündigte Thema, sondern um ein „geheimes System“, welches schon viele Menschen reich gemacht haben soll.

Angepriesen wird eine Plattform namens „Bitcoin Code“, „Bitcoins Evolution“ oder ähnlich vielversprechende Namen. Die Variationen dabei gehen ins Unendliche.

Da viele Menschen aktuell aufgrund der Corona-Pandemie tatsächlich in Geldsorgen sind, wirkt es attraktiv, wenn einem ein einfacher Zugang zu hohen Gewinnen versprochen wird.

Aus dem Artikel werden die Opfer dann auf die eigentliche Plattform geleitet, wo es mit psychologischen Tricks und Versprechungen weitergeht. So werden vermeintliche Trader gezeigt, welche in den letzten Stunden hohe Gewinne erwirtschaftet haben sollen.

Auch werden Videos von aus dem Kontext gerissenen Aussagen zu Bitcoin von Persönlichkeiten wie Bill Gates oder Richard Branson gezeigt, welche zur Anmeldung animieren sollen.

Für den DACH-Raum werden die Videos entweder mit Untertiteln hinterlegt oder manchmal auch mit Sprachsoftware übersetzt. Die eindeutig als Computerstimme zu erkennende Stimme ist dabei fast schon unfreiwillig komisch. Da hier jedoch bewusst Laien mit großer Hoffnung auf viel Geld angesprochen werden sollen, spielt dies eine untergeordnete Rolle.

Das Ziel der Betrüger ist es, dass sich möglichst viele Menschen anmelden und mindestens € 250,- einzahlen. Durch vermeintliche Gewinne wird die Motivation auf Einzahlung weiterer Gelder gesteigert.

Eine Auszahlung ist selbstverständlich nicht möglich.

Fakt ist:

Das Ganze ist ein Fake in großem Ausmaß: Die betrügerischen Plattformen namens „Bitcoin Code“ & Co. verzeichnen monatlich hunderttausende Zugriffe.

Achtung: Werbeanzeigen zu betrügerischen Bitcoin-Plattformen tauchen auch in seriösen Medien auf

Werbeanzeigen zu diesen Betrügereien sind auch in vielen seriösen und etablierten Medien zu finden. Namen möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht nennen, um diese nicht unberechtigt in Verruf zu bringen.

Die „Schuld“ daran haben nämlich selten die entsprechenden Medien, sondern die Werbenetzwerke dahinter.

Welche Anzeigen innerhalb von Artikeln oder sonstigen Bereichen der Webseite angezeigt werden, hat man als Medium oft nur bedingt Einfluss.

Dass diese Anzeigen trotzdem durchgewunken werden, liegt also einerseits an oft mangelhafter Prüfung seitens der Werbenetzwerke. Andererseits aber auch an den Methoden, mit denen die Betrüger arbeiten.

So werden die Anzeigen beispielsweise oft in den USA geprüft und freigegeben. Den Netzwerken wird durch technische Tricks allerdings eine andere Zielseite angezeigt, als wenn die Anzeige aus einem europäischen Land wie zum Beispiel Deutschland aufgerufen wird.

Man möchte meinen, dass Facebook, Google & Co. gegen solche simplen Manipulationen gewappnet sind. Die Realität spricht hier allerdings leider eine andere Sprache, wie an den Erfolgen dieser Plattformen leider zu sehen ist!

Ein Gastbeitrag von Martin Fiedler
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Artikelbild: Shutterstock / Von SeeSaw GmbH
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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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