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Dienstag, 21 September 2021
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Warnung: Bitcoin-Betrüger suchen Opfer auf Facebook und Tinder

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Die Berliner Polizei warnt vor betrügerischen Angeboten zur Geldanlage, die über das Internet und soziale Medien, wie Facebook und Tinder angeboten werden!

Mal als Geheimtipp der Prominenz oder als außergewöhnlich lukratives Anlagegeschäft beworben – immer mehr Online-Handelsplattformen locken Anleger mit hohen und sicheren Gewinnchancen. Viele Angebote erweisen sich jedoch als betrügerisch.

Augen auf bei Geldanlagen über dubiose Trading-Anbieter

Polizei und Justiz verzeichnen in den letzten Jahren steigende Fallzahlen bei betrügerischen Angeboten zur Geldanlage über das Internet und die sozialen Medien. Hierbei bilden Angebote für virtuelle Währungen (Kryptowährungen) einen Schwerpunkt. Die zunehmenden Wertsteigerungen z. B. des Bitcoins finden mediale Aufmerksamkeit und verbreiten sich sinnbildlich für lukrative Gewinnmöglichkeiten. Eine steigende Anzahl sogenannter Tradingplattformen greift dieses Potential auf und nutzt die Unerfahrenheit mit Kapitalmarktprodukten für betrügerisches Handeln.

Die Vorgehensweisen der Betrüger ähneln sich regelmäßig. Die Niedrigzinssituation der herkömmlichen Finanzprodukte ausnutzend, werden Angebote in sozialen Medien (z. B. Facebook) für scheinbar hohe Gewinnchancen bei gleichzeitig einfachem Aufwand und bereits geringem Mindesteinsatz aggressiv beworben. Für die Teilnahme bedarf es nur der Anmeldung auf der Online-Handelsplattform. So gelangt der Betrüger bereits an wichtige persönliche Daten. Auf die Anmeldung folgen Telefonanrufe, die einzig auf die Überzeugung zum Investment ausgelegt sind. Durch das Drängen auf die Installation einer Fernzugriffssoftware, z. B. AnyDesk, wird eine aktive Hilfestellung angeboten, die dem Betrüger letztendlich freien Zugriff auf den PC des Interessenten gibt. Er liest so mit, wenn sich sein Opfer online bei seiner Bank einloggt, um die Überweisung auf das angeblich für ihn eröffnete Anlagekonto vorzunehmen.

Aber auch ohne diese Hilfestellung täuscht der Betrüger die Existenz eines tatsächlichen Anlagekontos nur vor, auf welches die Überweisung vom Girokonto oder per Kreditkarte zu erfolgen hat. Im eingerichteten Account auf der Handelsplattform wird der Einzahlbetrag ausgewiesen und schon nach kurzer Zeit in farblich gestalteten Grafiken mit einem Gewinn dargestellt. Dies soll zu weiteren Investitionen animieren und wird durch ständige Anrufe vermeintlicher “Broker” begleitet.

Tatsächlich wurde die Online-Handelsplattform mithilfe einer Betrugssoftware erstellt. Kontobewegungen und Gewinne haben nie stattgefunden. Geldeinzahlungen wurden umgehend in einem Netzwerk internationaler Konten verteilt. Will sich der Anleger sein Guthaben auszahlen lassen, bricht der Kontakt zum Anbieter ab und handelnde Personen sind nicht mehr erreichbar. In anderen Fällen wird der Anleger mit Ausreden vertröstet oder gar überredet, weitere Einzahlungen vorzunehmen, damit eine Auszahlung des Guthabens erfolgen könne.

In der Hoffnung noch eine Auszahlung zu erhalten, werden Anleger häufig zusätzlich Opfer einer sich anschließenden Betrugstat. Angebliche Rechtsanwälte oder Broker anderer Online-Handelsplattformen melden sich und versprechen die Rettung des Guthabens. Voraussetzung ist eine weitere Zahlung.

Aktuell werden neben Kryptowährungen, Differenzkontrakten (CFD) auch vermehrt Aktien über Tradingplattformen angeboten. Neu ist auch die Akquise von Opfern auf Partnervermittlungsplattformen, wie z. B. Tinder. Der über die Plattform aufgebaute beziehungsversprechende Kontakt wird durch den Betrüger genutzt, um sein Opfer zu angeblich erfolgreichen Investments zu verleiten.

Vorsicht!

Die Betrüger sind nur an ihrem Geld interessiert. Eine wirkliche Kapitalanlage findet nicht statt. Eingezahlte Kundengelder werden auf verschiedene Konten im Ausland verschoben. Die Aussicht, Geld wiederzuerlangen, ist sehr gering. Online-Handelsplattformen schließen schnell wieder und sind nicht mehr erreichbar. Betreiber lassen sich nur schwer feststellen. Firmenadressen verweisen auf bekannte Briefkastenadressen an unseriösen Finanzplätzen. Namen handelnder Personen sind regelmäßig fiktiv erfunden und Telefonnummern elektronisch generiert. Rückrufe bleiben so unmöglich.

Werden Sie nicht Opfer dieser Betrugsmasche:

  • Seien Sie misstrauisch und informieren Sie sich immer ausreichend und unabhängig!
  • Oftmals finden sich im Internet über Suchmaschinen, bei Verbraucher-schutzorganisationen oder der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wesentliche Hinweise. Sprechen Sie ihre Hausbank an.
  • Lassen Sie sich nicht einfach von Verwandten oder Bekannten überreden.
  • Überlegen Sie, ob die versprochene Renditen realistisch sind.
  • Lesen Sie Angebote genau und achten Sie darauf, das Investment auch tatsächlich zu verstehen
  • Schauen Sie sich die Seite des Anbieters genau an. Hier sollte mehr als nur eine ausländische Adresse im Impressum ersichtlich sein. Gibt es einen inländischen Ansprechpartner? Wer ist eigentlich Ihr Vertragspartner?
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Sie weitere Informationen zum Investment nur nach einer Registrierung erhalten.
  • Treffen Sie keine Entscheidungen unter Druck. Bei einem seriösen Angebot wird man Ihnen Bedenkzeit zugestehen.
  • Die Betrüger sind am Telefon häufig sehr geschickt. Vermeiden Sie daher unaufgeforderte Beratungsgespräche.
  • Lassen Sie sich nicht überreden, eine Fernzugriffssoftware wie AnyDesk zu installieren. Sie ermöglichen dem Betrüger so den freien Zugriff auf ihren Computer.
  • Werden Sie aufmerksam, wenn Sie Zahlungen ins Ausland vornehmen sollen. Achten Sie besonders auf Differenzen zwischen dem angeblichen Sitz des Anbieters und der Kontoverbindung (kontoführende Bank)
  • Sollten Sie bereits Opfer des Betruges geworden sein, schützen Sie sich vor zukünftigen Betrugsversuchen. Man wird wahrscheinlich versuchen, mit einer neuen “Legende” weitere Gelder von Ihnen zu bekommen.
  • Weitere Hinweise finden Sie auch auf der Internetseite des Bundeskriminalamtes.
  • Haben Sie den Verdacht Opfer des Betruges geworden zu sein, können Sie ihre örtlich zuständige Polizei und/oder die BaFin kontaktieren.
Quelle: Polizei Berlin
Artikelbild: Shutterstock / Von Vitalii Vodolazskyi

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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