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Haben Bestattungsunternehmen in der Corona-Krise so wenig zu tun, dass sie Kurzarbeit und Staatshilfe anfordern müssen?

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Laut einem Facebook-Beitrag soll ein Einbruch der Verkaufszahlen von Bestattungsunternehmen belegen, dass Corona eine Fake-Pandemie wäre.

Fake-Pandemie Corona?

Auf Facebook kursiert ein Foto, auf dem ein Plakat zu sehen ist. Auf diesem steht geschrieben:

„Woran erkennt man eine Fake-Pandemie?
Wenn das Bestattungsgewerbe wegen Umsatzeinbrüchen Staatshilfen anfordert.“

Die „Idee“ dahinter: Hiermit soll belegt werden, dass es wohl „zu wenige Tote“ gäbe, um von einer Pandemie zu sprechen.

… Das lassen wir mal so dahin gestellt …

Jedenfalls werden hier mit wenigen Worten Aussagen getätigt und Verbindungen geknüpft, die in dieser Form gar nicht bestehen. Ein Blick über den eigenen Tellerrand reicht aus, um zu erfahren, warum Staatshilfen nötig sind.

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Wettbewerb mit Firmen im Ausland

Die Mehrheit aller in Deutschland verkauften Särge stammt mittlerweile aus dem Ausland. Innerhalb Deutschlands werden pro Jahr rund 200.000 Särge hergestellt.
Dem gegenüber stehen rund 950.000 Sterbefälle pro Jahr.

Verbandsvorsitzender des Bundesverbandes Bestattungsbedarf, Jürgen Stahl, erklärt:

„Für jeden der täglich rund 2.600 Verstorbenen wird ein Sarg benötigt. Auch bei einer Einäscherung.“ Särge seien auch während der Coronakrise noch ausreichend vorhanden, allerdings zeichnet sich auch hier ab, „dass die Lieferketten wie bei allen anderen Waren auch, durch eine globale Pandemie bedroht sind.“
Allerdings sei „unverzichtbar, alle Verstorbenen zeitnah, hygienisch und würdig zu bestatten, was dafür spricht, den Trend der vergangenen Jahre umzukehren und die inländischen Produzenten von Bestattungsbedarf zu unterstützen.“

Richtig! – Der Bundesverband für Bestattungsbedarf fordert also staatliche Hilfen zur Förderung heimischer Fertigung von Särgen und Bestattungswäsche.

Weniger Tote während der Corona-Krise?

In einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kann man von einer Bestatterin lesen, die angibt, „es versterben viel weniger Menschen als sonst.“
Deshalb hätte sie ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

Stephan Neuser, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Bestatter (BDB) relativiert dies, indem er erklärt, dass es immer wieder regionale Verschiebungen gebe. Auch eine „Sonderauswertung zu Sterbefallzahlen des Jahres 2020“ des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass die Zahlen im Vergleich mit vorhergehenden Jahren im mittleren Bereich liegen.

Umsatzeinbußen für Bestattungsunternehmen während der Corona-Krise?

Neuser fährt fort, dass mögliche Umsatzrückgänge nicht ausschließlich mit der Anzahl an Beisetzungen und Trauerfeiern zurückzuführen sei. Man müsse bedenken, dass diese nur unter bestimmten Vorgaben stattfinden konnten. Allerdings betrifft dies laut Neuser nur wenige Bestattungsunternehmen.

„Nach unserem Kenntnisstand haben die uns angeschlossenen 3.100 Bestattungsunternehmen überwiegend keine staatlichen Hilfsmechanismen wie Kurzarbeit in Anspruch nehmen müssen“, so Neuser gegenüber der dpa.

Was regionale Bestattungsunternehmen womöglich zu spüren bekommen, ist eine andere Abwicklung bei Sterbefällen, die durch die Corona-Krise verstärkt vorgenommen wird.
Trauerfeiern sind nur unter bestimmten Vorgaben möglich, oder es wird gänzlich darauf verzichtet, lediglich eine Beisetzung im kleinsten Rahmen wird veranstaltet. Zusatzleistungen durch die Bestatter fallen hier zur Zeit wohl aus.

Fazit

Der große Teil aller Bestattungsunternehmen hat laut Stephan Neuser keine staatliche Hilfe beantragt.
Eventuelle Rückgänge bei einzelnen Bestattern hat nichts mit einer angeblich rückläufigen Zahl an Sterbefällen zu tun. Eine solche Schlussfolgerung ist zumindest irreführend.

Quelle: Spiegel / dpa
Artikelbild: Facebook Screenshot
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