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Freitag, 3 September 2021
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Faktencheck: Beobachtungs-Drohne als Mücke getarnt?

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Sie sind klein, lästig und saugen Blut – niemand mag Mücken gern. Aber Mücken, die uns ausspionieren? Das klingt ziemlich weit hergeholt.

Höchste Zeit für einen Faktencheck, denn erneut erreichen uns Anfragen zu der ominösen Mini-Beobachtungs-Drohne.

Screenshot by mimikama.at
Screenshot by mimikama.at

Ist dies eine Mücke?
Nein! Dies ist eine Mini Beobachtungs-Drohne, die bereits in Produktion ist und von der US-Regierung finanziert wird. Sie kann ferngesteuert werden und ist mit einer Kamera und einem Mikrofon ausgestattet. Sie kann auf Dir landen und hat das Potenzial, eine DNA-Probe zu nehmen oder RFID-Tracking-Nanotechnologie auf deiner Haut zu hinterlassen.

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Der Faktencheck

Bereits im April diesen Jahres befasste sich Kollege Andre mit dieser Behauptung.

Die älteste Fundstelle des Bildes datiert auf den 11. November 2005. Vor über 12 Jahren wurde das Bild also auf einem japanischen Blog veröffentlicht. Es trägt den Titel „Mücke“ und wird laut Übersetzer mit den Worten „Es gibt keine so schreckliche Waffe, wenn sie praktisch eingesetzt wird.“ beschrieben.

Im Jahr 2012 erschien dann zu diesem Bild die Behauptung, es handle sich um eine Drohne, die mit DNA und RFID rumhantieren würde. Dieser Text erschien im Original auf Englisch und trat bereits vor über 5 Jahren grafisch exakt in der Form auf, wie er aktuell auf Facebook geteilt wird (vergleiche: Google+ vom 06. September 2012).

Interessant: Ebenso im Sommer 2012 hatte die BILD das Foto und die Information zu der Mücke aufgegriffen. Man hat sich damals augenscheinlich nicht unbedingt mit Recherche-Ruhm bekleckert und dieses Bild als „FOTO DES TAGES VOM 21.06.2012 Spionage-Mücke” deklariert. Mittlerweile ist das Foto aus dem Artikel entfernt worden (vergleiche). Es gibt jedoch noch Screenshots des Artikels, in denen man das Foto deutlich erkennen kann (siehe hier). Insofern hat auch die BILD im Jahr 2012 auf ein Gerücht und ein Foto zurückgegriffen, welches bereits auf einem japanischen Blog im Jahr 2005 veröffentlicht wurde.

Weitere Stimmen: T-Online.de

In einer Fotostrecke zum Thema „Hoaxes – Irre Internet-Lügen und Fotomontagen” liest man hierzu auf T-Online.de:

Die Insekten-Drohne mit Kameraaugen und einer Spritze als Saugrüssel gehört angeblich zu den neueren Entwicklungen des US-Militärs. Das Foto kursiert jedoch bereits seit 2005 im Netz. Zudem ist die Spionage-Mücke sehr viel feiner gearbeitet als aktuelle Insekten-Drohnen. Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei dem Bild um eine Fotomontage.

Man darf an dieser Stelle jedoch einwenden, dass diese stark verkürzte Darstellung weder Quellen, noch Nachweise liefert. Weiter in die Tiefe geht man innerhalb der Fotostrecke nicht.

Snopes schrieb bereits 2015 hierzu

(Übersetzt aus dem Englischen mit DeepL Übersetzer)

Eines der aktuellen Forschungsgebiete im wissenschaftlich-militärischen Bereich ist die Entwicklung von Micro Air Vehicles (MAVs), winzigen Flugobjekten, die dazu bestimmt sind, Orte zu erreichen, die von Menschen oder anderen Geräten nicht (sicher) erreicht werden können. Eine der wichtigsten militärischen Anwendungen, die für MAVs vorgesehen sind, ist das Sammeln von Informationen (durch den heimlichen Einsatz von Kameras, Mikrofonen oder anderen Arten von Sensoren); unter den extremeren Anwendungen, die für solche Geräte vorgesehen sind, ist, dass sie schließlich als „Schwarmwaffen“ verwendet werden können, die in Massen gegen feindliche Kräfte eingesetzt werden könnten.

Einige Bemühungen in der MAV-Forschung beinhalten den Versuch, Vögel oder fliegende Insekten nachzuahmen, um Flugfähigkeiten zu erreichen, die mit anderen Mitteln des Luftantriebs nicht erreichbar sind. Im Jahr 2007 wurde ein fehlerhaftes MAV-Modell mit einem 3 cm Spannweite wurde auf einer Roboterkonferenz gezeigt, 2008 veröffentlichte die U.S. Air Force ein simuliertes Video mit MAVs über die Größe von Hummeln, und 2012 studierten Ingenieure der Johns Hopkins University den Flug der Schmetterlinge, um „kleinen Flugrobotern zu helfen, diese Manöver nachzuahmen“.

Das oben abgebildete mückenartige Objekt ist jedoch nur ein konzeptionelles Modell eines MAV-Entwurfs, nicht ein Foto eines realen Arbeitsgerätes „bereits in Produktion“. Und obwohl die Entnahme von DNA-Proben oder das Einsetzen von Mikro-RFID-Tracking-Geräten unter die Haut von Menschen MAV-Anwendungen sind, die eines Tages möglich sein könnten, scheinen solche Möglichkeiten derzeit eher spekulative Fiktion als Realität zu sein.

Absatz aus: Snopes.com

Unser Fazit

Mit dem Bild und dem später hinzugefügten und auf deutsch übersetzten Text wird natürlich Angst vor dem Unbekannten geschürt. Die gesamte DNA und RFID Geschichte ist völlig unbewiesen und gehörte auch ursprünglich nicht zu dem Bild dazu, als es 2005 auf dem japanischen Blog auftauchte.

Natürlich gibt es Drohnentechnologie, natürlich gibt es Miniaturisierung und auch Geheimdienste, die bestimmt ein Interesse an beidem haben. Doch dieses mittlerweile bald 13 Jahre alte Bild und sein mindestens 6 Jahre alter Begleittext dürften in dieser Form als urbane Legende gelten.


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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