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Mittwoch, 27 Oktober 2021

Kosmetik und Beauty: Falinas. com führt in fiese Abofalle!

Du liebst Kosmetik und Beautyprodukte und kaufst am liebsten online ein? Dann sei wachsam, wie meine Freundin und falle nicht auf falinas. com herein!

In meinem Bekanntenkreis gibt es diese eine Freundin, die sich intensiv mit Beauty- und Kosmetikprodukten beschäftigt. Ich kenne niemanden, der ein umfassenderes Wissen über die „richtigen“ Marken besitzt und wo man sie kaufen kann. Vieles bekommt sie aber tatsächlich nur über das Internet und dabei stolperte sie bei ihren Recherchen über eine interessante Seite namens Falinas. com bzw. de oder at. Der Online-Shop vertreibt angeblich Parfüms und andere Pflegeprodukte von bekannten Marken wie Yves Saint Laurent oder Hugo Boss.

Die Webseite wirkte auf sie äußerst dubios und sie wandte sich an mich, um nachzufragen, ob wir bereits etwas über diesen Online-Shop wissen. Ich durchforstete zunächst unsere Hoaxsearch-Plattform und wurde dann bei den Kollegen der Watchlist Internet fündig – es handelt sich um einen betrügerischen Online-Shop, der sogar in einer Abofalle endet!

Die Masche im Detail:

Der Online-Shop bietet Markenware zu Dumpingpreisen an – wenn du dich dazu hinreißen lässt, eine VIP-Mitgliedschaft abzuschließen. Denn erst durch diese VIP-Mitgliedschaft kommst du angeblich in den Genuss unglaublich günstiger Preise.

Dabei handelt es sich aber bereits um den ersten Hinweis darauf, dass es sich um Betrug handeln könnte. Kein seriöses Unternehmen wirft hochpreisige Markenprodukte zu ganz kleinen Preisen raus. Wenn, dann gibt es höchstens einen einzigen Sales-Bereich auf der Seite und der Rest entspricht der aktuellen Preispolitik. Doch dafür ist keine spezielle Registrierung notwendig.

Die Betreiber locken also ihre Opfer an, indem sie dem potentiellen Neukunden aussuchen lassen, ob sie den VIP-Preis und damit das Abo auswählen oder zum normalen Preis kaufen wollen. Doch wenn du dich für den „normalen“ Preis entscheidest, kannst du diesen nicht einmal anklicken – du wirst quasi gezwungen, den VIP-Preis zu wählen!

Hier werden nochmals beide Preise angezeigt
Hier werden nochmals beide Preise angezeigt

Neugierige Kunden, die gerne wissen möchten, warum man denn den normalen Preis nicht auswählen kann, können sich an den angebotenen Chat auf der Webseite wenden. Die Antwort: Man kann auf jeden Fall den normalen Preis auswählen, und zwar beim Checkout – also beim Bezahlvorgang.

Nun gut, wer aber nun die Ware in den Warenkorb wirft, kommt auf diese Seite und auch hier gibt es keine Möglichkeit den normalen Preis zu wählen:

Auch beim Checkout gibt es keine Wahlmöglichkeit
Auch beim Checkout gibt es keine Wahlmöglichkeit

Stattdessen findet die Watchlist Internet folgenden Hinweis:

Nach 14 erhältst du dein erstes monatliches Angebot und kannst dein Kundenkonto mit Punkten für €49,90 aufladen oder diesen Monat überspringen – Du hast die Wahl. Jederzeit kündbar.

Der Hinweis erklärt zwar kurz die VIP-Mitgliedschaft, durch die Wortwahl „du KANNST dein Kundenkonto aufladen“ wird jedoch nicht klar, dass die 49,90 Euro automatisch abgebucht werden. Viel mehr klingt es nach einer Möglichkeit. Watchlist Internet klickt trotzdem auf den Button „Zur Kasse“ und kommt auf diese Seite:

Intransparente Hinweise verleiten zum Abschluss eines VIP-Abos
Intransparente Hinweise verleiten zum Abschluss eines VIP-Abos

Hier sollst du dann auch noch zusätzlich den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und den Bedingungen der VIP-Mitgliedschaft zustimmen. Wie diese Bedingungen genau aussehen, wird jedoch nicht klar, auch die Option den normalen Preis auszuwählen fehlt.

Button-Lösung nicht korrekt umgesetzt

KonsumentInnen berichten davon, dass ihnen nicht bewusst war, dass sie beim Einkauf ein Abo abschließen. Das wurde den Betroffenen erst dann klar als die Beträge von ihrer Kreditkarte abgebucht wurden. Von Falinas heißt es dazu, dass Sie bei der Bestellung darauf hinweisen und die KundInnen nicht die VIP-Mitgliedschaft abschließen müssen, sondern auch den normalen Preis zahlen können.

Wie Watchlist Internet gezeigt hat, stimmt das so nicht. Außerdem gibt es bei Einkäufen im Internet klare gesetzliche Regelungen. Dazu zählt auch die sogenannte „Button-Lösung“. Demnach muss direkt beim Bestellen klar werden, welche Kosten anfallen. Das heißt auf dem oder direkt beim Button, der zur Zahlung führt, müssen auch die Abo-Kosten aufgelistet werden. Auf falinas. com wird auf diese Kosten nicht klar und verständlich hingewiesen.

falinas. com steht in Zusammenhang mit anderen Abofallen

Wer steckt eigentlich hinter falinas. com? Es ist eine Firma namens „ILS Company ApS“. Diese Firma mit Sitz in Dänemark scheint tatsächlich zu existieren und gleich mehrere Seiten angemeldet zu haben, die ähnlich aussehen und funktionieren. Dazu zählen:

  • falinas. de
  • falinas. at
  • schoen365. de
  • schoen247. at
  • mooi365. nl
  • beauty365. ch
  • serafine. dk

Die Recherche der Watchlist Internet zeigte auch, dass „ILS Company ApS“ bereits bei anderen Abofallen gemeldet wurden. Zum Beispiel wurden an zahlreiche NutzerInnen willkürlich SMS mit einem Gewinnversprechen im Namen der Post verschickt. Darin befand sich ein Link, wer dort den Anweisungen folgte, schloss ungewollt ein Abo für falinas. com ab. Abgebucht wurde von der „ILS Company ApS (Gefälschte Gewinn-SMS im Namen der Post führt in Abo-Falle).

Eine weitere betrügerische SMS wurde im Namen von Hofer verschickt. Die Betroffenen wurden gebeten an einer Umfrage teilzunehmen, zum Dank erhalten Sie ein Geschenk. Doch auch in diesem Fall, kam es zum Abschluss eines Abos, dieses Mal für schoen247. at – also einer weiteren Seite von „ILS Company ApS“ („Sarah“ verschickt gefälschte HOFER-Umfrage).

Hilfe für Betroffene

Aufgrund der genannten Probleme auf der Webseite, besteht die Möglichkeit, dass du das abgebuchte Geld für das Abo zurückfordern kannst. Durch die nicht einwandfrei umgesetzte Button-Lösung und die Irreführungen, kannst du den Abo-Vertrag anfechten.

Kontaktiere dafür den Online-Shop und teile dort mit, dass du den Vertrag kündigen und die abgebuchten Beträge zurückforderst. Funktioniert das nicht, kontaktiere dein Kreditkarteninstitut und fordere dort eine Rückerstattung. Beträge, die dir ohne deine Zustimmung abgebucht wurden (z.B. Beträge, auf die beim Kauf nicht ausreichend hingewiesen wurde oder die über den Wert Ihrer Bestellung hinausgehen), müssen gemäß § 67 Zahlungsdienstleistungsgesetz 2018 von Ihrem Zahlungsdienstleister zurückerstattet werden.

Was noch zu sagen bleibt:

Meine Freundin hat richtig reagiert. Sie hat sich an jemanden gewandt, der ihr dabei helfen konnte, die Seite richtig einzuordnen – nämlich als Betrug. Es ist keine Schande, wenn du Hilfe suchst – wichtig ist, dass du aufmerksam bleibst und nicht jedem Online-Shop vertraust, weil du dort vermeintlich günstig einkaufen kannst!

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Quelle: Watchlist Internet
Artikelbild: Shutterstock / Von Vitaliy Hrabar
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