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Sonntag, 16 Januar 2022

Beschreibung Baerbock stammt nicht aus der NZZ

Auf Social Media wird derzeit ein Sharepic geteilt, auf dem Annalena Baerbock (B90 / Die Grünen) rüde beschrieben wird. Angeblich soll es sich um eine Passage eines Inhalts der NZZ handeln.

Es sind nur noch wenige Wochen bis zur Bundestagswahl in Deutschland. Und wie wir es bereits gewohnt sind, gibt es auf Social Media eine Menge Fakes dazu. Und schon wieder ist ein Inhalt aufgetaucht, bei dem es sich um die Kandidaten der Grünen Annalena Baerbock dreht.

Und zwar ist es ein Sharepic, das behauptet, einen Inhalt aus der NZZ zu zeigen. Bei diesem Inhalt handelt es sich um eine nicht sehr wohlwollende Charakterisierung der PolitikerInnen. Der Text lautet:

Frau Baerbock ist in ihrem Persönlichkeitstyp das Produkt der westdeutschen Wohlstandsverwahrlosung.

Sie lebt mit ihrer Familie, ihren Freunden und Bekannten in einer „Blase“ von Gesinnung,
in der es keine realen Probleme wie Armut, Leistungsdruck, Arbeit bis zur Erschöpfung und mehr gibt.

Das Geld kommt in der Regel leistungslos vom Staat, der Strom aus der Steckdose und die Milch
aus dem Supermarkt.

Frau Baerbock ist das Produkt der „spätrömischen Dekadenz „, wie schon Westerwelle prognostizierte.

Die Bürger in der ehemaligen DDR sind anders sozialisiert und immun gegen diesen Typ von „Besserwessie“

[…]

Das dazugehörige sharepic trägt das Logo der neuen Züricher Zeitung (NZZ) Punkt es tritt in folgender Optik auch:

Faktencheck: Stammt Baerbock Text aus NZZ?

Eine einfache Recherche per Suchmaschine zeigt, dass dieser Text auf einzelnen Webseiten (Beispiel hier) bisher als Kommentar zu finden war. Ebenso auch als Inhalt auf Facebook. Doch ein Suchmaschinenergebnis, dass uns auf die Webseite der NZZ führt, ist nicht dabei.

Wir haben daher die Pressestelle der NZZ angeschrieben und gefragt. Auf diese Frage gab es natürlich eine Antwort:

Sehr geehrter Herr Wolf,
nein, es handelt sich hierbei nicht um eine Passage aus einem NZZ-Inhalt. Und definitiv nicht um NZZ-Niveau.

Besten Gruss
Seta Thakur

NZZ

Seta Thakur
Leiterin Unternehmenskommunikation

Diese Passage ist also niemals von der NZZ so veröffentlicht worden. Augenscheinlich hat jemand lediglich das Logo der Zeitung verwendet, um der Beschreibung eine Scheinseriösität zu verleihen.

Wieder verstärkt Falschmeldungen

Wir haben in den letzten Tagen wieder verstärkt Falschmeldungen über Annalena Baerbock auf Social Media bemerkt. Am gestrigen Tage haben wir beispielsweise erneut unseren Faktencheck über die vermeintliche Streichung der Witwenrente veröffentlichen müssen. Der Fake besagt, dass die Kandidaten der Grünen die Witwenrente in Deutschland streichen wolle. Das stimmt natürlich nicht. Unser Artikel dazu befindet sich hier.


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