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Dienstag, 26 Oktober 2021

Atombombe auf Wien: Außenministerium sorgt mit Video für Irritation

Das Österreichische Außenministerium veröffentlicht ein Video, dass die Ausmaße eines Atombombenabwurfs über Wien darstellen soll, und erweckt damit einiges an Kritik und Irritation.

Eine riesige orange-rote Pilzwolke türmt sich über Wien auf, in Sekunden breitet sie sich über der Stadt aus, reißt alles mit und setzt Häuser in Brand, dazu dramatische Musik. Was nach einer Szene aus einem Weltuntergangs-Film aussieht, ist allerdings ein vom Österreichischen Außenministerium produziertes Video, das die Auswirkungen des Abwurfs einer Atombombe mit 100 Kilotonnen nuklearen Sprengsatz auf Wien zeigt. Seit Freitag ist das Video auf Youtube zu sehen und sorgt seitdem auch für Irritation und Kritik auf Social Media.

Atombomben-Video: „Menschen brennen“

Das Video wurde anlässlich des Atomwaffenverbotsvertrags (Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons, TPNW), der am 22. Jänner in Kraft trat, produziert. In dem Vertrag verpflichteten sich die Unterzeichner*Innen dazu, nukleare Massenvernichtungswaffen „unter keinen Umständen“ einzusetzen.

Sieht man sich jedoch das noch am gleichen Tag veröffentlichte Video an, scheint die Gefahr für das Außenministerium nach wie vor sehr groß zu sein. Die führenden Atomnationen boykottieren den Vertrag weiterhin.

Laut dem Video gibt es 13.400 nukleare Waffen. Welches zerstörerische Ausmaß nur eine von ihnen mit sich trägt, zeigt das Video auf dramatische Weise. Nach einem Drohnenflug über der Wiener Innenstadt, kommt es zum Aufprall einer Atombombe, die binnen von Sekunden alles rot färbt. Schriftzüge kündigen an: „“Radius Feuerball: 380 m – Alles Asche. Radius Hitzewelle 2.500 m – Menschen brennen.“ Es folgt ein Ticker, der Tote und Verletzte zählt.

Das Video stößt auf viel Kritik

Der Bürgermeister von Wien Michael Ludwig (SPÖ) bemängelte auf Twitter, dass das Video jegliche Sensibilität vermissen lasse. Ihm zufolge solle man sich lieber um Impfdosen kümmern.

Auch andere Nutzer*Innen empfinden das Video im Angesicht der weiterhin grassierenden Corona-Pandemie als unangebracht und u.a. als unnötige Angstmache.

Dabei ist der Atomwaffenverbotsvertrag laut dazugehöriger Aussendung für den Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) in erster Linie eine gute Nachricht: „Damit schlagen wir heute eine neue Seite auf. Die heimtückischste Waffe, die der Mensch je erfunden hat, ist mit dem heutigen Tag angezählt. Das ist ein großer Schritt nach vorne – hin zu einer Welt, frei von Atomwaffen.“

Warum dann dieses Video?

Im Hinblick auf die Kritik meldete sich das Außenministerium bereits zu Wort. Laut dem Standard verkündete es auf Twitter: „Wir wollen zeigen, dass die Bilder, die wir aus Hiroshima und Nagasaki kennen, leider nicht der Vergangenheit angehören.“

An wen sich das Video eigentlich richten soll, ist damit jedoch noch nicht geklärt. Schließlich haben wohl die wenigsten Bürger*Innen eine Atombombe im Keller liegen.

Die Armageddon-artige Vision des Außenministeriums regte allerdings schon bei anderen Video-Produzent*Innen die Phantasie an. Seit dem 23. Jänner kann man sich auf Youtube auch einen riesigen Godzilla ansehen, der schonungslos durch Wien trampelt. Tote und Verletzte gehen in die Phantastilliarden.

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