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Ein Pflegedienst und seine Informationen an die Arbeitnehmer bezüglich der Corona-Schutz-Impfung. Was ist dran?

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„Arbeitnehmer werden unter Druck gesetzt“. So lautet der Inhalt eines Postings, welches auf Facebook zur Zeit weit verbreitet wird. Zu diesem Posting gehört ein Foto, dieses Foto zeigt den Brief eines Pflegedienstes.

Dieser Pflegedienst hat am 6. Januar 2021 seine Mitarbeiter darüber informiert, dass sie bitte der Corona-Schutzimpfung zustimmen sollen. Vorangegangen ist eine Namensliste, in der sich die Arbeitnehmer des Betriebs eintragen sollten.

Mithilfe dieser Namensliste sollte augenscheinlich erfasst werden, wie hoch die Impfbereitschaft unter den Arbeitnehmern ist. Wie schon in dem Brief erwähnt, gibt es keine Impfpflicht. Das Problem an dieser Stelle dürfte jedoch in dem sensiblen Berufsbereich der Pflege liegen.

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Die Resonanz war wohl nicht ganz so, wie sich der Arbeitgeber das erhofft hat. Augenscheinlich haben sich nicht so viele Menschen auf dieser Liste eingetragen. Der Arbeitgeber hat daraufhin in diesem Informationsschreiben noch einmal darauf hingewiesen, dass es für den direkten Pflegedienst wichtig ist, sich impfen zu lassen.

Eine Versetzung innerhalb des Betriebs ist nicht möglich. Somit ist es auch nicht möglich für die Arbeitnehmer, dem direkten Dienst an pflegebedürftigen Kunden auszuweichen. Die wohl kritische Stelle in diesem Brief lautet dementsprechend:

Und da ungeimpfte Beschäftigte eine Gesundheitsgefahr für die Kunden bedeutet, sind arbeitsrechtliche Konsequenzen möglich. Wir wollen unter allen Umständen personenbedingte Kündigungen vermeiden und appellieren an eure Vernunft.

Optisch tritt dieser Brief in folgender Form im Netz, sowie in den Messengern auf. Wir haben sämtliche persönliche Daten unkenntlich gemacht:

Arbeitnehmer werden unter Druck gesetzt?
Arbeitnehmer werden unter Druck gesetzt?

Faktencheck „Arbeitnehmer werden unter Druck gesetzt“

Die Kritik auf Social Media an dem Brief liegt darin, dass ihm eine indirekte Impfpflicht vorgeworfen wird. Es dürfte auch gar nicht so sehr an diesem bestimmten Pflegedienst liegen, sondern generell um die Befürchtungen gehen, dass eine indirekte Impfpflicht allgegenwärtig wird.

Die Vorwürfe (nicht gegen explizit gegen den Pflegedienst) sind dahingehend, dass nicht-geimpfte Personen in Zukunft in ihren Rechten eingeschränkt werden könnten. Das Spekulationspotenzial ist dementsprechend hoch.

In dem Originalbrief sind die Kontaktdaten des Arbeitgebers problemlos erkenntlich. Dementsprechend haben wir versucht, Kontakt zu dem Pflegedienst herzustellen. Wir wollen zumindest klären, ob dieser Brief echt ist.

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Wir haben von dem Pflegedienst schriftlich eine weitergehende Erläuterung bekommen, die wir hier gerne weiterreichen:

Seit Ende der vergangenen Woche macht ein betriebsinternes Schreiben, welches sich auch auf die in den Medien aktuell diskutierten Fragestellungen bzgl. der Corona-Schutzimpfung bei MitarbeiterInnen des Gesundheitswesens bezieht und nur einen Teil einer internen Diskussion abbildet, in verschiedenen Foren die Runde. Es ist nicht nur bedauerlich, sondern auch in Anbetracht der in den letzten Tagen eingegangenen teils heftigen Anfeindungen und Drohungen gegen das Unternehmen und Privatpersonen erschreckend, dass eine ausschließlich interne Abstimmung nach außen getragen und aus dem Zusammenhang gerissen wurde und mit Falschmeldungen und wilden Spekulationen und Behauptungen versehen im Internet kursiert.

Aber auch viele mutmachende Worte von anderen Pflegediensten, Politikern und Privatleuten erreichten uns in den letzten Tagen. Das gibt Kraft und zeigt, wie groß die Solidarität und der Zusammenhalt immer noch sind.

Wir als Akteur im Gesundheitswesen möchten an dieser Stelle deutlichen machen, dass zu Hass und Gewalt auffordernde Aufrufe und eine abwertende, beleidigende und menschenverachtende Sprache in E-Mails, Kommentaren oder Telefonanrufen in unserem Unternehmen keinen Platz haben.

Worum geht es denn in Wirklichkeit?

Es geht um den Schutz vor einem sehr gefährlichen Virus. Es geht darum, dass jeder gefordert ist, sein Bestes zur Eindämmung beizutragen, die Risikogruppen, die wir als Pflegedienst täglich versorgen, zu schützen und sich selbst nicht zu gefährden. Damit stehen wir als Arbeitgeber und Dienstleister für besonders von der Pandemie betroffene Bevölkerungsgruppen in der Verantwortung, möglichst weitgehend sowohl den Arbeits- als auch den Infektionsschutz zu gewährleisten. Leider wird die Diskussion um alles, was mit diesem Thema in Zusammenhang steht, oft missbraucht und wie an unserem Beispiel deutlich wird, genutzt, um Frust, Angst, Hass und Überforderung an uns stellvertretend für alle Unsicherheiten einzelner Menschen auszulassen.

Mit freundlichen Grüßen

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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