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Ist die Angst vor Viren unbegründet? (Faktencheck)

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Auf einem Sharepic wird behauptet, vor Viren müsse man keine Angst haben.

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Demnach habe Pasteur selbst nach 1880 den Glauben an Viren aufgegeben, zudem hätte das CDC (Center for Disease Control) noch keine Ansteckung durch Viren beweisen können.

Um dieses Sharepic handelt es sich:

Angst vor Viren unbegründet?
Angst vor Viren unbegründet?

„Keine Angst vor Viren!!!
Pateur selbst gab nach 1880 den Glauben an die Lehre der außerkörperlichen, Krankheitserreger auf!
Pasteur gab noch auf seinem Sterbebett zu, dass C. Bernard recht hatte und der Same (Virus) nichts, und der Nährboden (Milieu) alles ist!!!
Viren sind: Schleim, Gift und nicht lebend!
Es sind Ausscheidungen einer vegifteten (toxischen) Zelle! Es gibt keine Ansteckung (Béchamp,…,CDC USA schreibt es konnte bislang keine Ansteckung bewiesen werden!“

Auf dem Sharepic findet sich auch ein Link zum CDC, auf den wir gleich eingehen werden.

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Zur Behauptung über Louis Pasteur

Bekannt war Pasteur (1822 – 1895) als französischer Chemiker und Mikrobiologe, er gilt als Begründer der Biochemie. So bewies er, dass Keime Krankheiten verursachen, und entwickelte Impfstoffe gegen Anthrax und Tollwut. Zudem erschuf er den Prozess der Pasteurisierung.

Auf dem Sharepic wird behauptet, Pasteur gab „nach 1880“ den Glauben (sic!) an die Lehre von Viren auf. Die widerspricht allerdings seinem Handeln, da er beispielsweise am 6. Juli 1885 den 9-jährigen Joseph Meister erfolgreich mit seiner erst frisch entwickeltem Impfung gegen Tollwut, welche progressiv inaktivierte Tollwutviren enthielt.

Jenes Medikament wurde dem Jungen 14 Tage direkt ins Rückenmark gespritzt – eine schmerzhafte Prozedur, gegen die sich Pasteur erst stemmte, da er sich der Wirkung selbst noch nicht sicher war. Jedoch war die Behandlung erfolgreich: Der Junge wurde von der Tollwut geheilt.

Es ist unbewiesen, ob Pasteur jemals auf dem Totenbett „Die Mikrobe ist nichts. Das Terrain ist alles.“ gesagt hat, dieses Zitat findet sich fast nur auf alternativen Heilseiten. Eher passt es zu seinem Zeitgenossen Claude Bernard (1813-1878), der diese Ansicht vertrat und mit Pasteur befreundet war, auch wenn sie unterschiedliche medizinische Ansätze vertraten.

Pasteur arbeitete in dem nach ihm benannten Institut in Paris im Labor, bis er nach einer Reihe von Schlaganfällen am 28. September 1895 verstarb.

Seine letzten Worte waren „Man muss arbeiten; man muss arbeiten, ich habe getan, was ich konnte.

„Viren sind Schleim, Gift, nicht lebend“

Das Wort „Virus“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet tatsächlich „Schleim“ oder „Gift“.

Cornelius Aulus Celsus wollte mit dem Wort bereits im ersten Jahrhundert ausdrücken, dass Krankheiten wie Tollwut durch ein Gift übertragen werden. Der Begriff „Virus“ wurde bis ins 17. Jahrhundert für alle übertragbaren Krankheiten angewendet.

Viren sind tatsächlich nicht lebendig, sie haben keinen eigenen Stoffwechsel und keine  Möglichkeit zur Proteinsynthese. Ihre Vermehrung findet über infizierte Wirtszellen statt, die vom Erbgut des Virus quasi gezwungen werden, neue Viren zu produzieren.

Zum Artikel des CDC

In jenem Artikel vom Mai 2020 wird an keiner Stelle behauptet, dass die Ansteckung durch Viren nicht nachgewiesen sei.

Tatsächlich handelt es sich bei dem Artikel nicht einmal um eine Studie, sondern um eine Betrachtung bereits abgeschlossener Studien über die Wirksamkeit von Schutzmasken, Händewaschen und allgemeiner Hygiene bei Influenza.

Zwar kommt jene Betrachtung zu dem Schluss, dass in den meisten Studien nicht nachgewiesen werden konnte, dass bestimmte Schutzmechanismen eine Influenza-Verbreitung reduzieren, betonen aber gleichzeitig, dass jene Studien wegen einer begrenzten Stichprobengröße keine Aussagekraft haben und weitere Studien nötig sind.

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Fazit

Die Ansteckungsgefahr, welche von Viren ausgeht, ist mittlerweile hinlänglich bewiesen, die Aussagen auf dem Sharepic größtenteils falsch oder irreführend.

Weitere Quelle: dpa-factchecking
Artikelbild: Shutterstock / Von Everett Collection

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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