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Samstag, 24 Juli 2021
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Alltägliche Irrtümer: Die chinesischen Glückskekse

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Wer jemals „beim Chinesen“ gegessen oder sich etwas bestellt hat, kennt es: als Beilage findet sich fast immer ein Keks mit einem Zettel im Inneren.

„Glück ist wie ein Vogel, wer es nicht ergreift, dem fliegt es davon.“ oder „Der Edle verlangt alles von sich selbst, der Primitive stellt nur Forderungen an andere.“, so lauten die Sprüche, welche sich auf den Zetteln im Inneren dieser Kekse finden. Meist beruhen sie auf chinesische Sprichwörter oder Zitate von dem chinesischen Gelehrten Konfuzius.
Aber wie chinesisch sind diese Glückskekse wirklich?

Ist das der Ursprung?

Auf vielen Seiten mit Sprüchen aus den Glückskeksen steht, dass der Ursorung der Kekse im 13. Jahrhundert liegt. Damals hielten die Mongolen China besetzt, und die Chinesen, welche einen Aufstand planten , schrieben ihre Pläne auf kleine Zettel, welche sie in Gebäck versteckten. Dies solle dann auch die Geburtsstunde der chinesischen Glückskekse gewesen sein.

So ganz zweifelsfrei lässt sich nicht nachweisen, ob die Chinesen tatsächlich Zettel in Mondkuchen (nicht Kekse) versteckten, um Botschaften zu übermitteln, denkbar ist dies allerdings schon, da auch von anderen Völkern zu unterschiedlichen Zeiten bekannt ist, dass auf solche Art geheime Pläne und Botschaften übermittelt wurden.
Als wahren Ursprung der Glückskekse kann diese Methode also bezweifelt werden.

Und woher kommen sie dann?

Bereits während des 2. Weltkrieges waren diese Glückskekse in den USA, genau genommen in San Francisco, bekannt, damals hatten sie aber noch den Namen „Fortune Tea Cakes“. Dieser Name ist bereits ein Hinweis, woher die Kekse eigentlich stammen, denn die Chinesen servieren eigentlich keine „cakes“ (Kuchen oder Küchelchen) zum Tee. Bekannter ist diese Tradition allerdings bei Japanern.

Viele US-Soldaten speisten damals in San Francisco, während sie dort stationiert waren. Zurück in den Heimatstaaten fragten sie dann oftmals, warum dort nicht auch diese „chinesischen Kekse“ serviert werden. Diese Glückskekse wurden so bekannt, dass sie 1946 unter dem Namen „Chinese fortune tea cakes“ sogar in einer Liste über Lebensmittel erschienen, die keiner Preiskontrolle unterliegen:

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Doch die Geschichte der Kekse lässt sich noch weiter zurückverfolgen, da diese Kekse erstmals in San Francisco serviert wurden.

Makoto Hagiwara, ein japanischer Immigrant, arbeitete Anfang des 20. Jahrhunderts in einem japanischen Teegarten in in San Franciscos „Golden Gate Park“. Der genaue Zeitpunkt lässt sich nicht ausmachen, jedoch irgendwann zwischen 1907 und 1914 wurden dort erstmals jene Glückskekse zusammen mit dem Tee serviert. Er stellte die Kekse allerdings nicht selbst her, sondern bestellte sie bei einer japanischen Bäckerei namens „Benkyodo„. Diese hatte damals sogar eine Extra-Maschine zur Herstellung der Glückskekse. In die Gitter der Maschine sind die Buchstaben „HM“ eingraviert – Hagiwara Makoto (im Japanischen wird immer der Nachname zuerst genannt).

Doch wie kamen die japanischen Kekse in China-Restaurants?

Während der 20er und 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts eröffneten viele japanische Immigraten Chop Suey-Restaurants, die an die amerikanische Küche angepasste chinesische Spezialitäten servierten. Die Gerichte waren vielen Japanern bekannt, da sie damals, besonders in Los Angeles, zusammen mit immigrierten Chinesen in bestimmten Vierteln wohnten.

Chinesische Restaurants wurden damals auch gut besucht. Da es damals den Alkoholverbot (Prohibition) gab, gingen viele Kneipen und Restaurants pleite, chinesische Restaurants hingegen waren nicht von, wie andere Wirtschaften, vom Alkoholumsatz abhängig, sie boten dafür ausgefeilte Speisen und eben die Glückskekse als Besonderheit.

1942 allerdings, nach dem Angriff auf Pearl Harbour im Dezember 1941, wurden sämtliche Japaner in den USA festgenommen, deren Restaurants geschlossen. Gleichzeitig florierten nun die Restaurant der chinesischen Immigranten, auch deswegen, da Fleisch damals Mangelware war und die chinesische Küche mit nur wenig Fleisch auskommt. Und diese übernahmen dann auch entgültig die Glückskekse, welche ursprünglich von einem Japaner bekannt wurden.

Fazit

Auch wenn sie heute noch den Namen „Chinesische Glückskekse“ haben, so ist das nicht ganz korrekt: Es war ein Japaner, der diese Kekse erstmals herstellen ließ und bekannt machte.


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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