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Abzocke auf Facebook: „Ich leide an Kehlkopfkrebs“

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Mit geklauten Bilder aus dem Internet und einer emotionalen Geschichte versuchen Betrüger immer wieder Facebook-Nutzer in die Falle zu locken!

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Wenn du auf Facebook eine Nachricht von einer dir unbekannten Person erhältst, die dir Geld anbietet, weil sie schwer krank ist – gehe dem Betrügern nicht auf dem Leim! Immer wieder erhalten Facebook-Nutzer Nachrichten von ihnen unbekannten Personen, die sich als schwer krank vorstellen und gern ihr Vermögen verschenken wollen. Dahinter steckt eine ältere Masche, die am Ende in eine Vorschussbetrug führt. Es geht dabei um Nachrichten wie diese hier:

„Hallo
Mir ist klar, dass wir uns nicht kennen, aber wenn ich Ihnen diese Nachrichten schreibe, dann deshalb, weil ich heute keine andere Möglichkeit habe, mich auszudrücken als das Internet. Bitte, was ich Ihnen sagen werde, bleiben Sie in großem Vertrauen. Kurz gesagt, mein Name ist Svanoe Marie, ich komme aus Deutschland und lebe in Frankreich. Sie leiden an einer schweren Krankheit, die mich zum sicheren Tod verurteilt, es ist Kehlkopfkrebs, und ich habe eine Summe von 585.000 Euro, für die ich einer Person des Vertrauens und der Ehrlichkeit eine Spende machen möchte, damit sie sie gut nutzt. und ich habe meinen Mann vor 9 Jahren verloren, was mich sehr betroffen hat und ich konnte bis heute nicht wieder heiraten, wir haben keine Kinder. Ich möchte diesen Betrag vor dem Tod spenden, damit meine Tage als Mangel an dieser Krankheit gewertet werden, für die ich keine Heilung hatte. Ich würde dann gerne wissen, ob Sie von dieser Spende profitieren können? Kontaktieren Sie mich per E-Mail für weitere Informationen.

Screenshot Facebook
Screenshot Facebook

Angeblich leide “Marie Svanoe“ an einem „Kehlkopfkrebs“ und nun möchte diese Ihr ganzes Vermögen in der Höhe von 585.000 Euro spenden. Dafür müsse man nur eine E-Mail an eine @gmail.com Adresse senden!

Der Faktencheck

Bei dieser Nachricht handelt es sich um einen Vorschussbetrugsversuch. (wir berichteten)

Die Profile, die derartige Nachrichten auf Facebook verschicken, sind entweder neu erstellt und gefälscht oder wurden „gekapert“. Das passiert zum Beispiel, wenn du auf einer gefälschten Login-Seite von Facebook deine Daten eingibst – so erhalten die Betrüger Zugang zu deinem Konto und übernehmen es.

Nun, was aber geschieht, wenn du ein solches Angebot annimmst?

Nimmst du Kontakt zu der Person auf, erhältst du im Verlauf des Gesprächs recht schnell ein amtlich wirkendes Dokument. Das Aussehen dieser Dokumente variiert stark, dennoch enthalten alle einen gemeinsamen Punkt: Du sollst zahlen!

Screenshot eines sehr dubiosen Kreditvertrages
Screenshot eines sehr dubiosen Kreditvertrages

Um an das Geld zu kommen, muss man einen angeblichen Anwalt kontaktieren, der einem ein Pseudo-Dokument zukommen lässt. In diesem steht dann, dass man eine bestimmte Summe in Höhe von mehreren Hundert Euro auf ein Konto (zumeist im Ausland) als Sicherheits- oder Verwaltungskosten überweisen müsse.

Es handelt sich dabei aber um sogenannten Vorschussbetrug:

Nach der Überweisung hört man nie wieder etwas von jenem Anwalt oder der schwerkranken Frau. Die Profile verschwinden wieder von Facebook, die Email-Adresse wird zumeist gelöscht, das Geld ist futsch.

Oftmals sind aber die Betrüger noch ein wenig neugieriger, wie wir weiter unten ausführen!

Dahinter steckt Vorschussbetrug!

Wie auch beim Romance Scam, ist die Story der Frau nur ein Vorwand, um Gefühle beim Leser auszulösen und diesen emotional zu verhaften. Es soll der Eindruck erweckt werden, dass die Frau tatsächlich nur mehr wenige Wochen zu leben hat. Geht das Opfer dann auf das Geldangebot ein, entpuppt sich das Angebot als Forderung. Bald schon würden Gebühren fällig werden oder andere Verbindlichkeiten entstehen, die das Opfer vorab berappen soll. Bei solchen Nachrichten, wie oben gezeigt, handelt es sich zu 99,9% um diese Art Vorschussbetrug. Diese Art Betrug gibt es schon sehr lange. Die Angebote werden via E-Mail oder über soziale Netzwerke verschickt.

Das Muster

Diese Nachrichten variieren, sind aber in diversen Punkten immer gleich:

  • Eine zumeist sehr religiöse Person.
  • Unheilbar krank, die Tumore variieren.
  • Nur noch wenige Tage bis Wochen zu leben.
  • Ein hoher Betrag wird verschenkt.
  • Kontakt nur über den „Anwalt“ möglich.

Die Reaktion

Glaubt man nun tatsächlich, dass da jemand einfach so hohe Geldsummen zu verschenken hat, wird man um nähere Informationen über die eigene Person gebeten, wie wir 2016 bereits berichteten:

1. Your Full Name
2. Address and Direct Telephone #
3. Age, Occupation and Marital Status

a copy of your ID in return to commence the transaction in earnest

Die Betrüger wollen also Name, Adresse, Telefonnummer, Alter, Beschäftigungsverhältnis, Familienstand und sogar die Kopie des Ausweises haben!
Unnötig zu erwähnen, dass man mit diesen Angaben ein vorzügliches Opfer weiterer Betrügereien werden kann (z.B. Ledig = Ziel für Romance Scammer) und man durch die Ausweiskopie schnell Opfer von Identitätsdiebstahl wird.

Als Nächstes soll man dann eine „Transaktionsgebühr“ oder Ähnliches an eine ausländische Bank zahlen, damit das Geld überwiesen werden kann.
Allerdings bekommt man nie das versprochene Erbe, denn dies ist nun der Kernpunkt „Vorschussbetrug“.

Stichwort: Nigeria-Connection

Die Nigeria Connection ist keine strukturierte Organisation, sondern hierbei handelt es sich um Gruppen von afrikanischen Betrügern. Diese Betrüger leben zum Teil auch in Europa und zum anderen Teil in Nigeria. Diese Internetbetrüger haben sich auf Kreditkartenbetrug, Dokumentfälschung, Vorschussbetrug uvm. spezialisiert und sind seit geraumer Zeit auch mit vielen Fake-Profilen auf Facebook unterwegs.

Tipps zum Schutz vor der Nigeria-Connection auf Facebook

  • Bei dubiosen Kreditangeboten oder Erbschaftsbeiträgen auf Facebook kannst du fast sicher sein, dass hier Betrüger dahinter stecken.
  • Verdächtige Profile sowie Angebote kannst du direkt bei uns melden. Sende dazu bitte eine E-Mail an [email protected] .
  • Gib Unbekannten online niemals deine persönlichen Daten weiter. Mag logisch klingen, aber es gibt tausende Nutzer, die daran nicht denken.
Artikelbild: Shutterstock / valdis torms / Orn Rin
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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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