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Freitag, 21 Januar 2022

“Aber wenn es so viele schreiben, dann muss es doch stimmen!”

oder: “Wie das alternative Informationsnetzwerk wirkt”.

In den letzten Tagen haben wir wieder in aller Deutlichkeit sehen können, wie Informationen aus dem alternativen Informationsnetzwerk wirken und sich selbst quantitative Glaubwürdigkeit verleihen. Diese Selbstverleihung der Glaubwürdigkeit wollen wir an dieser Stelle erörtern und ebenso zeigen, warum Quellanalyse so unheimlich wichtig ist.

Flughafen Köln Bonn – des Nachts werden Flüchtlinge heimlich per Flugzeug eingeschleust. Zu Tausenden und im Minutentakt. Alles im Auftrag der Regierung. Und alle schreiben darüber. Alle schreiben darüber, genau das ist der Punkt und das ist die Wirkungsweise, wie wir sie immer wieder betrachten und die auch am Ende auf den Leser, der zumindest in Ansätzen kritisch Informationen aufnimmt, einwirkt.

Alle schreiben darüber, google doch mal!

Hier greift nun schnell der fatale Mechanismus: wenn so viele Blogs und alternative Medien darüber schreiben, dann muss doch etwas dran sein. Dieses Empfinden über die Quantität von Informationen ist jedoch irreführend, und das schauen wir an dieser Stelle genauer an: sucht man, beispielsweise bei Google, nach den Worten “Köln Bonn Flüchtlinge” haben wir in den ersten 9 Suchergebnissen exakt 6 Ergebnisse, die davon ausgehen, dass die These um “heimliche Flüchtlingsflüge” stimme, ganze zwei negieren es und ein Suchergebnis hat ein anderes Thema.

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Quantitative Glaubwürdigkeit

Es wirkt “viel”, es überwiegt die Gegendarstellung, also muss es stimmen? Hier wird über “Menge” gearbeitet, vermeintlich 6 : 2 gewonnen. Doch schauen wir genau hin, dann bemerken wir: im Grunde steckt hinter jedem einzelnen Eintrag ein und dieselbe Geschichte, man “netzwerkt” hier lediglich und erreicht damit eine Suchmaschinenmehrheit zu eigenen Gunsten. Jüngere Artikel verweisen dabei immer auf die älteren Artikel, so dass am Ende die Ergebnisse von einem Blog im anderen übernommen wurde, stellenweise sogar 1:1 im Copy&Paste Verfahren. Ursprüngliche Artikel nennen dann meist keine Quellenangabe, sondern beziehen sich auf „Leserangaben“ oder „Zuschriften“, die nicht weiter erläutert werden oder nicht nachvollziehbar sind.

Das wirkt, das funktioniert, das wird auch in der Beweisführung angemerkt: in der mittlerweile recht langen Darstellung auf Quer-denken.tv, die als Newsticker aufgebaut ist, findet sich exakt diese Aussage:

Das ganze Internet ist voll mit Berichten über die Flüchtlingseinschleusung via Airport Köln-Bonn.

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Hier zeigt sich die quantitative Wirkungsweise deutlich. Ruft man nun beispielsweise aus der Liste den Artikel des Blogs “Derhonigmannsagt” auf, dann liest man hier 1:1 den Artikel mit dem Vorwurf, wie er in seiner ursprünglichen Version am 06. August auf “Austria-Netz.de” veröffentlicht wurde.

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Man verifiziert sich quasi selbst, indem es gleichartige parallelstellen gibt.

Alle schreiben darüber – ist das öfter so?

Ja, diese Beobachtung kann man regelmäßig machen. Als Beispiel kann man an dieser Stelle die haltlose Behauptung um das Merkel-Selfie nehmen. Dieses wurde reihenweise aufgegriffen und von Blog zu Blog transportiert, jeweils unter Angabe eines anderen Blogs, jeder verlinkt jeden und so entsteht eine echte Vernetzung, also  ein Informationsnetzwerk.

Masse = Klasse?

In diesem Zusammenhang wird deutlich, wie wichtig die Ursprungsanalyse ist. Woher stammen die Informationen letztendlich? Wie transparent sind diese? Wer hat sie verfasst und zu welchem Zweck wurden diese verfasst? Das ist  im übrigen nicht nur auf alternative Informationsquellen anwendbar, sondern ist generell bei dem Konsum von Informationen gültig.


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Eilmeldungssyndrom

In diesem Zusammenhang kommt es häufig vor, dass halbgare und auch unbestätigte Informationen von Pressestellen vermeldet werden, die ein falsches Bild von Situationen vermitteln, welche dann im Anschluss zu wilden Spekulationen führen. Hier sehen wir zum einen die Medien, zum anderen aber auch die Leser in der Pflicht: Internet-Leser müssen sich auf Dauer eine generell informationskritische Basis aneignen, mit der man mündig vorschnellen Informationen, aber auch wüsten Aussagen, gegenübersteht. Das gilt gegenüber alternativen Nachrichtennetzwerken, sowie gleichermaßen gegenüber reißerischen Medienmeldungen.


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