Aktuelle Betrugsmeldungen, abseits des Ukraine-Konfliktes

Tom Wannenmacher, 28. Februar 2022

Der Ukraine-Konflikt hält die Welt im Atem, wir berichten seit Tagen darüber und haben zu diesem Thema einen Live-Blog sowie eine eigene Ukraine-Fakenews-Kategorie eingerichtet.

Unbeirrt von der aktuellen Situation sind Betrüger hierzulande sehr aktiv und nutzen die Gutgläubigkeit von Menschen aus. Hier die aktuellsten Betrugsmeldungen:


Betrug über WhatsApp

„Hi Papa, mein Handy ist kaputt und ich nutze jetzt ein anderes. Das ist meine neue Nummer, die andere kannst du löschen“. Wie würden Sie reagieren, wenn Sie diese Nachricht per WhatsApp erhalten? Die Nummer abspeichern und wie gewohnt mit Ihrem erwachsenen Kind schreiben? Bei der aktuellen Betrugsmasche folgen daraufhin Nachrichten, in denen der vermeintliche Nachwuchs um Geld bittet. Spätestens hier sollten Sie aufpassen, denn es könnte sich um Betrüger handeln. So passierte es auch Mitte Februar einem in Biedenkopf lebenden Pensionär. Nachdem er die neue Nummer seiner angeblichen Tochter erhielt, folgten Geldforderungen. Diese enthielten die Erklärung, dass aufgrund des neuen Handys der Zugriff auf das eigene Konto nicht möglich sei und daher die Eltern gebeten werden, Geld an einen Empfänger zu übersenden. In diesem Fall ging es um 2.150 Euro. Blöd nur für die Betrüger, dass es sich bei dem Pensionär um einen ehemaligen Polizeibeamten handelt, der die Masche durchschaute und kein Geld überwies. Stattdessen erstattete er Anzeige. (Quelle)


Betrug über WhatsApp – 14.000 Euro überwiesen

Am Sonntag, den 27.02.2022, haben sich Betrüger als Tochter einer 75-Jährigen über WhatsApp ausgegeben und die Seniorin zur Überweisung von insgesamt knapp 14.000 Euro veranlasst. Die Kaltenkirchenerin erhielt am frühen Nachmittag eine Nachricht über den Messenger mit einer ihr unbekannten Nummer von ihrer angeblichen Tochter: „Mama, ich habe mein Handy verloren und benutze jetzt mein altes Handy mit neuer Nummer!“ Im weiteren Verlauf bewegte die angebliche Tochter die Angeschriebene zu mehreren Sofortüberweisungen, da sie selbst aufgrund des Verlusts des eigenen Smartphones keine Bankgeschäfte erledigen könne. Nach der dritten Überweisung im Verlauf des Nachmittags von ihrem Konto schöpfte die Seniorin Verdacht und bat ihre angebliche Tochter um Rückruf, der nicht erfolgte. Daraufhin wandte sich die Geschädigte an ihre Bank, um die Überweisungen zu stoppen und erstattete Strafanzeige beim Polizeirevier Kaltenkirchen. (Quelle)


Love-Scamming – 47-jährige Frau verliert 41.000 Euro

Ein kurzer Chat oder eine nette Mail von einem Unbekannten – das sogenannte Love- oder Romance-Scamming fängt harmlos an. Die Scammer suchen auf Online-Partnerbörsen oder in sozialen Netzwerken wie Instagram, Snapchat oder Facebook nach Opfern und durchforsten dort die Mitgliederlisten. Eine kurze Online-Einladung zum Chat dient vielen als Erstkontakt. Um sich beim potenziellen Opfer interessant zu machen, legen sich Romance-Scammer ungewöhnliche Lebensgeschichten zu – und sie hinterlassen zunächst einen seriösen Eindruck. So begann Ende letzten Jahres auch der Betrug an einer 47-jährigen Frau, die mittlerweile über 41.000 Euro an die Täter bezahlt hat. Das Opfer wurde über eine große Social-Media-Plattform von einem angeblichen amerikanischen Militärarzt in Syrien angeschrieben. (Quelle)


Fake-Anruf Anruf von einem angeblichen Mitarbeiter der „Sparkassensicherheitsagentur“.

69-Jähriger verliert durch Betrugsmasche fast 10.000 Euro. Erneut haben Betrüger in unserem Landkreis zugeschlagen. Ersten Erkenntnissen zufolge erhielt ein 69-jähriger Prerower am vergangenen Freitagabend (25.02.2022) einen Anruf von einem angeblichen Mitarbeiter der „Sparkassensicherheitsagentur“. Dieser erklärte ihm am Telefon, dass jemand unberechtigterweise eine fünfstellige Summe von seinem Konto abbuchen wollte und die Sparkasse nun sein Überweisungslimit heruntersetzen und das Konto sperren möchte. Dazu werde jedoch seine TAN benötigt. Der Prerower gab daraufhin den Startcode in seinen TAN-Generator und das ihm genannte Überweisungslimit, in Höhe von 9.800 Euro ein und nannte dem vermeintlichen Sparkassenmitarbeiter seine TAN. Anschließend wurde das Telefonat seitens des Betrügers sofort beendet und die Abbuchung der 9.800 Euro vollzogen. In einem anschließenden Gespräch mit seinem Sohn und einem Anruf bei der Sparkasse fiel dem 69-Jährigen der Betrug dann auf. Eine Rücküberweisung war nicht mehr möglich. (Quelle)


Versuchter Betrug durch falsche Microsoft-Mitarbeiter

Am Samstagmittag kam es in Rödersheim-Gronau zu einem versuchten Betrug am Telefon durch falsche Microsoft-Mitarbeiter: Der 67-jährige Geschädigte sprach am Telefon sowohl mit einem unbekannten Mann als auch einer unbekannten Frau, die in gebrochenem Englisch vorgegeben hatten, für Microsoft zu arbeiten. Als diese schließlich einen Fernzugriff auf den Computer des Angerufenen verlangten, brach dieser das Gespräch ab, bevor es zu einer Schädigung kam. (Quelle)

 


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
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