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Ärzte sollten Frust auf Facebook vermeiden

Ralf Nowotny, 19. Juni 2019
Artikelbild: Shutterstock / Von Aaron Amat

Mediziner und andere Menschen in Gesundheitsberufen sollten lieber davon absehen, ihrem Frust auf sozialen Medien Luft zu verschaffen.

Denn schon ein einzelner eindeutig negativer Kommentar auf Facebook kann dazu führen, dass potenzielle Klienten von einer geringeren Glaubwürdigkeit und Professionalität ausgehen. Das hat eine Studie der kanadischen University of Guelph ergeben.

Klarer Frust schadet

„Unsere Studie zeigt erstmals, welchen Einfluss das Online-Verhalten von medizinischen Fachkräften auf ihre Glaubwürdigkeit haben kann.“

sagt der Psychologieprofessor Serge Desmarais. Das sei wichtig, da soziale Medien auch in Gesundheitsberufen zunehmend der Selbstvermarktung dienen. Er hat daher mit Kollegen eine Studie durchgeführt, bei der über 350 Probanden anhand eines von den Forschern erstellten Facebook-Profils die Glaubwürdigkeit einer Fachkraft bewerten sollten, und auch, wie wahrscheinlich es ist, dass sie deren Dienste in Anspruch nehmen.

Das Team hat erfasst, wie sich Geschlecht, Beruf (Veterinär oder Humanmediziner) und eben sichtbare Kommentare auswirken – entweder ein klares Frust-Posting („Was ist los mit manchen Leuten? Ich weiß, dass ich nur 9 Jahre Universität durchlaufen habe … aber echt, ich weiß, wovon ich spreche…„) oder ein zweideutiges („Habe heute mit den neuen elektronischen Patientenakten angefangen… echt eine interessante Erfahrung„). Der Frust-Kommentar war der einzig wirklich wichtige Faktor. Er hat in der Auswertung auf einer Skala von 0 bis 100 im Schnitt elf Punkte angenommener Professionalität gekostet. „Das ist ein ernsthafter Abfall„, betont Desmarais.

Vorsicht immer und überall

„Dies zeigt, dass ein einfacher Kommentar reicht, damit einen die Leute als weniger professionell sehen und nicht Klient werden möchten.“

so der Psychologe. Je nachdem, wer den Kommentar sieht, könnte das dem eigenen Ruf nachhaltig schaden. Er warnt zudem, dass das für berufliche Pages ebenso gilt wie das oft leicht zu findende private Facebook-Profil.

„Es macht Sinn, dass sich Leute, bei denen die Persönlichkeit ein wichtiger Teil des Berufes ist, auf sozialen Medien vermarkten. Aber es ist vielleicht nicht ganz so sinnvoll für Gesundheitsberufe und andere, wo Vertrauen und Glaubwürdigkeit ein wichtiger Teil des persönlichen Kapitals sind.“

meint Desmarais abschließend.

Bei diesem Inhalt handelt es sich um eine Pressemitteilung von pressetext


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