Achtung vor möglicher Schnee-Gastritis, wenn Hunde Schnee fressen!

Claudia Spiess, 19. Januar 2021
Artikelbild: Shutterstock / Von Bruce MacQueen
Artikelbild: Shutterstock / Von Bruce MacQueen

Hunde spielen meist gerne im Schnee, doch sollte man achtgeben, wenn sie die weiße Pracht auch zum Fressen gern haben.

Auf Facebook kursiert aktuell und passend zur Wetterlage eine Warnung zum Thema Schnee fressen anhand eines Vorfalls bei einem Hund – Aaron.

Es handelt sich um folgende Meldung, die zur Zeit häufig geteilt wird, um befreundete Hundebesitzer und Hundefreunde zu warnen:

Screenshot Facebook Beitrag
Screenshot Facebook Beitrag

Meinem Aaron gehts gerade gar nicht gut…????
Daher hier auch zur Warnung für alle anderen Hundebesitzer mein Erfahrungsbericht:
Angefangen hatte es gestern Mittag. Mir fiel auf, dass Aaron ungewöhnlich verhalten sein Mittagessen begann und nur gut die Hälfte davon verdrückte. Kurz darauf musste er sich 2x übergeben, rollte sich anschließend auf seiner Decke zusammen und begann zu zittern.
Sofort schrillten meine Alarmglocken – typische Vergiftungserscheinungen….
Ich rief den Tierarzt an und wir konnten sogleich kommen.
Dieser sah gleich, dass Aaron wohl starke Bauchschmerzen hat, Bauch weich und unauffällig, weitere Untersuchung ergab keine nachweisliche Vergiftung. Diagnose: hat sich wohl mit irgendetwas den Magen verdorben…. Er bekam 2 Spritzen gegen die Übelkeit und die Schmerzen.
Der Tierarzt sagte mir, er wird danach erst mal länger schlafen….. Das tat Aaron auch bis heute am späten Vormittag.
Auch danach war er sehr inaktiv, lag hauptsächlich rum und verweigerte jegliches Futter. Gegen Mittag bin ich mit ihm raus – nur in den Garten, denn er wollte kaum einen Schritt machen, war sehr schwach. Aaron versuchte Kot abzusetzen, doch stattdessen kam ein Schwall Blut hinten raus. Sofort rief ich wieder den Tierarzt an. Diesmal wurden weitere Untersuchungen gemacht und auch ein Röntgen um Fremdkörper auszuschließen.
Neue Diagnose: Schneegastritis (vom Schnee lecken) und eine Streusalzvergiftung. Das Streusalz zerstörte ihm die komplette Magen- und Darmschleimhaut!
Aaron wurde ein Venenzugang gelegt und er bekam eine Infusion, über Nacht durfte er mit heim aber morgen früh muss ich mit ihm wieder los für die nächste Infusion. Zudem benötigt er in nächster Zeit Medikamente zum Wiederaufbau der Magen- und Darmschleimhaut sowie absolute Schonkost.
Es wird alles wieder gut werden, aber das dauert…..
Seit 38 Jahren bin ich nun Hundebesitzer, aber sowas hab ich noch nie erlebt. Nie habe ich davon gehört, dass Streusalz – wenn auch nur in kleiner Menge aufgeleckt – solche Schäden verursachen kann….
Daher nochmal als Warnung für euch alle: Passt auf eure Fellnasen auf, dass sie keinen Schnee/Streusalz aufnehmen!
Zu spät erkannt kann dies tödlich enden…????
P.S. da Salz bekanntlich die Haut angreift – sie austrocknet und rissig macht – vergesst auch nicht die Pfoten zu waschen (kaltes bis maximal lauwarmes Wasser – kein warmes) wenn ihr heim kommt! ???? Auch von den Pfoten können die Wuffis noch das Salz ablecken ????
P.P.S Aaron befindet sich heute schon wieder auf dem Weg der Besserung! ????????????
Nachtrag: Auch das alleinige fressen von sauberem Schnee kann schon zu einer Schneegastritis, also Magenschleimhautentzündung führen.

Oh Mann, als Hundebesitzer möchte man nicht, dass es seinem vierbeinigen Kumpel so schlecht geht. Umso schöner, dass Aaron sich schon wieder erholt.

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Kann Schneefressen tatsächlich solch schlimme Folgen haben?

Die meisten Hunde spielen sehr gern im Schnee, sie toben durch die weiße Pracht, nehmen hie und da einen „Bissen“ im Vorbeilaufen. Auch Schneebälle, die man wirft, fangen sie und beißen gleich mal ein Stück ab, anstatt sie wiederzubringen wie beim üblichen Ballspiel.
Doch sollten sie es nicht übertreiben.

Hunde reagieren unterschiedlich auf Fressen und Lecken von Schnee. Bei vielen Hunden zeigen sich gar keine Probleme. Auch nicht, wenn sie den Schnee so richtig in sich reinschaufeln.

Bei anderen zeigen sich wiederum recht schnell Symptome der Schnee-Gastritis, einer Entzündung der Magenschleimhaut. Diese wird durch die Kälte des Schnees gereizt, auch verschmutzter Schnee, z.B. in städtischen Gebieten, kann eine Reizung der Schleimhäute hervorrufen. Denn häufig ist eine Schnee-Gastritis die Folge von „Schnee-Beilagen“ wie Streusalz, Split und Schmutz.

Symptome einer Schnee-Gastritis

Das Tiermedizinportal erklärt, anhand welcher Symptome man bei seinem Hund eine Schnee-Gastritis erkennen kann:

  • Gurgeln / Brummeln in der Magen-/Darmgegend
  • Bauchschmerzen (Bauchdecke angespannt, Rücken gekrümmt)
  • Durchfall (in schweren Fällen auch blutiger Durchfall)
  • Speicheln
  • Husten und Würgen
  • Erbrechen
  • Fieber

Meist kennt man seine Fellnasen so gut, dass man weiß, ob sie etwas Schnee vertragen oder eher empfindlich reagieren. Ist Letzteres der Fall, sollte man unbedingt vermeiden, dass der Hund Schnee frisst oder daran leckt.

Wie kann ich meinen Hund vom Schneefressen abhalten?

Jetzt muss man seiner Fellnase nur mal erklären, dass es „gar nicht gut ist“, Schnee zu fressen, wo es doch meist so viel Spaß macht, im Schnee zu toben und sich ab und zu einen Bissen zu genehmigen.

Spielen im Schnee sollte man darum eher von Vornherein vermeiden, auch keine Suchspiele im Schnee veranstalten. Denn dabei nehmen Hunde zwangsläufig immer wieder etwas Schnee auf. Auf spaßige Schneeballschlachten sollte man seinem Wuff zuliebe verzichten.

Damit der Hund nicht unbemerkt am winterlichen Weiß nascht, sollte man stets ein Auge auf ihn haben. Optimalerweise beschäftigt man ihn mit anderen Aufgaben oder führt ihn an der Leine bei sich. Für besonders „durchsetzungsstarke“ Begleiter auf vier Pfoten, die so gar nicht aufhören wollen, den Schnee zu fressen, hilft im schlimmsten Fall der Griff zum Maulkorb.

Quelle: Tiermedizinportal / Zooroyal

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