Achtung vor betrügerischen Anrufen des „MS-Support“

Ralf Nowotny, 21. November 2019
Falsche Anrufe eines "MS-Support"
Falsche Anrufe eines "MS-Support"

Unbekannte Täter geben sich am Telefon als Mitarbeiter der Firma Microsoft aus.

Darauf weist die Polizei Bad Nenndorf hin. Angeblich sei der Computer der Angerufenen mit Schadsoftware befallen, behauptet der angebliche „MS-Support“-Mitarbeiter. Als Beweis für den Wahrheitsgehalt soll der Geschädigte auf seinem Rechner ein „Individualkennzeichen“ des Computers überprüfen. Tatsächlich ist diese angebliche Individualkennzeichnung auf jedem Windows-PC gleich.

Die Geschädigten werden vom „MS-Support“ aufgefordert, eine Fernwartungssoftware installieren. Damit erlangen die Täter Zugriff auf die Rechner. Ziel ist die Erlangung von Geld durch Betrug, Nötigung oder Erpressung. Für die angebliche Bereinigung des Computers wird eine Rechnung gestellt. Es kann auch dazu kommen, dass der Bezahlvorgang auf dem Computer des Geschädigten manipuliert wird oder die Überweisungen angeblich nicht funktionieren und wiederholt werden sollen, so dass die Geschädigten teilweise dazu gebracht wurden, mehrere Tausend Euro zu überweisen. Eine Bezahlung der geforderten Summe kann auch durch die Täter über Onlineüberweisung, Kreditkarten andere Geldwertkarten gefordert werden. Gehen sie bitte nicht auf diese Anrufe ein.

Quelle: PP/Polizeiinspektion Nienburg / Schaumburg

Wie verläuft diese Betrugsmasche?

  • Schritt 1: Sie erhalten einen Anruf von „Microsoft“ oder „MS-Support“. Die Telefonnummern variieren, es handelt sich sowohl um inländische, als auch ausländische Nummern. Die Mitarbeiter/innen sprechen meist in gebrochenem Englisch.
  • Schritt 2: Sie werden auf ein Problem mit Ihrem Computer hingewiesen (Virus, Hackerangriff, Fehlermeldung oder Ähnliches).
  • Schritt 3: Ihnen wird Hilfe angeboten, indem die Servicemitarbeiter/innen mit Ihnen das Problem telefonisch beheben.
  • Schritt 4: Gehen Sie auf die Hilfestellung ein, werden Sie zunächst aufgefordert, bestimmte Systembefehle durchzuführen. Schließlich werden Sie gebeten, ein spezielles Programm herunterzuladen.
  • Schritt 5: Nach erfolgtem Download haben Betrüger/innen die volle Kontrolle über Ihren Computer. Sie können nun jeden Klick live mitprotokollieren.
  • Schritt 6: Natürlich ist dieser Service nicht gratis! Sie werden aufgefordert, einen bestimmten Betrag online zu bezahlen. So verschaffen sich Betrüger/innen Zugang zu Ihren Zugangsdaten und Passwörtern.
  • Schritt 7: Betrüger/innen haben vollen Zugriff auf Ihren PC, ändern Passwörter, löschen und stehlen Daten oder installieren Schadsoftware. Sie haben nun keine Kontrolle mehr über Ihren Computer.
  • Schritt 8: Kriminelle verfügen nun über Ihre Bank- und Kreditkartendaten.

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Wir empfehlen:

  • Beenden Sie sofort solche Telefonate!
  • Lassen Sie solche Anrufer nie auf Ihren Computer zugreifen!
  • Installieren Sie keine Fernwartungstools nach Aufforderung!
  • Klicken Sie auf keine Links in den gefälschten Support-Webseiten, die Ihnen bei dem Gespräch genannt werden!
  • Microsoft selbst führt keine Anrufe dieser Art durch!
  • Tätigen Sie keine Zahlungen und geben Sie keine Online-Banking Daten ein.

Sie sind in die Falle getappt?

  • Unterbrechen sie sofort ihre Netzwerkverbindung.
  • Informieren Sie Ihre Hausbank.
  • Lassen Sie die Kredit- und Bankkarte sperren.
  • Prüfen Sie ab sofort Kontoauszüge.
  • Notieren Sie die Rufnummer, die sie angerufen hat und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei
  • Wenn es Verbindungsdaten aus den Fernwartungstools, in diesem Falle dem “TeamViewer” gibt, dann notieren Sie diese ebenfalls!

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