Absichtlich falsch: Diese Meldungen haben nichts mit der Höhle der Löwen zu tun!

Andre Wolf, 3. August 2018
Absichtlich falsch: Diese Meldungen haben nichts mit der Höhle der Löwen zu tun!
Absichtlich falsch: Diese Meldungen haben nichts mit der Höhle der Löwen zu tun!

Es nimmt kein Ende. Werbeanzeigen auf Facebook spielen eine Szene aus der Show die Höhle der Löwen vor.

Ein angeblich skandalöser Deal, ein kleiner Chip, dessen Logo leicht mit einem Fotobearbeitungsprogramm verändert wurde, und gleichzeitig zwei Darsteller aus der Show „Höhle der Löwen“. Diese und sehr ähnlich aufgebaute Werbeanzeigen bzw Statusmeldungen auf Facebook verunsichern viele Nutzer.

Man findet übrigens mittlerweile auffällig viele Inhalte wie diesen auf Facebook. Was man deutlich sagen kann: Die Macher der Sendung bzw. die Protagonisten der Sendung haben rein gar nichts mit dieser Art von Facebookinhalten zu tun. Der Name der Sendung sowie die bekannten Gesichter, werden missbräuchlich durch unbekannte Dritte genutzt. Was steckt jedoch dahinter? Kann man dem, was da geschrieben steht, wirklich glauben? Oder verbirgt sich hinter dieser und den sehr ähnlich aufgebauten Inhalten etwas völlig anderes?

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Und es ist tatsächlich so, hinter diesen Statusmeldungen stecken Fake-News. Wir klären mittlerweile nicht zum ersten Mal darüber auf, daher wiederholen wir an dieser Stelle, was hinter diesen Statusmeldungen steckt, die oftmals übrigens auch als gesponserte Anzeigen bei Facebook zu finden sind.

Es handelt sich um kommerzielle Fake-News. Nach einem Klick auf den Teaser bei Facebook öffnet sich eine Webseite, die sich in Form einer Zeitungsmeldung präsentiert. Die angezeigte Webseite stellt einen pseudoredaktionellen Artikel dar, der lediglich die Leser dazu verleiten soll, die eingebauten Werbelinks anzuklicken.

Wir haben mittlerweile mehrfach diese Art der Teaser, welche über vermeintliche Szenen aus der Show „Höhle der Löwen” berichten, untersucht und festgestellt, dass hier alle Merkmale einer „fabricated content” Fake-News zutreffen. Wir wiederholen daher nochmals:

  • Kommerzielle Fake-News enthalten einen pseudoredaktionell erstellten Inhalt, der keinen Wahrheitsgehalt hat und auch nicht haben muss. Ebenso muss der Inhalt auch in keinem Zusammenhang mit der Schlagzeile stehen.
  • Sie stellen sich in Form einer News / Nachrichtenwebseite dar, die jedoch letztlich keine ist.
  • Der Inhalt spricht ein Verlangen / eine Angst (in diesem Falle nur Verlangen) an.
  • Dem Verfasser ist der Inhalt egal, es geht darum, Werbung anzuzeigen bzw. Werbelinks wirksam einzubauen

Hingeschaut:

Die Webseite selbst besitzt kein Impressum, keine Datenschutzangaben oder sonstige Herkunftsmerkmale. Es geht in dem Artikel auf der Webseite darum, ein Produkt so werbewirksam wie möglich in Szene zu setzen. In dem Text, aber auch daneben und darunter wird massiv ein Bitcoin-Trading Modell beworben. Dazu gehören am Ende auch eine hohe Anzahl vermeintlicher Nutzerkommentare, die darüber berichten, wie erfolgreich dieses Modell sei. Was hier aussieht wie ein hoher positiver Interaktionsgrad, ist nichts anderes als ein Bestandteil der Werbemasche.

Screenshot Mimikama.at
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Folgt man den Produktlinks, die in dem pseudoredaktionellen Text auf der Webseite eingebaut sind, landet man in einem Affiliate Verkaufsprogramm. Am Ende steht dort eben eine dubiose Bitcoin-Trade-Methode. Das bedeutet, wer auch immer den pseudoredaktionellen Artikel verfasst hat, dürfte ein Interesse daran haben, dass sich die Leserschaft bei diesem Modell anmeldet. Dazu ist es wichtig, dass die Fake-Geschichte im Vorfeld so glaubwürdig wie möglich klingt, gleichzeitig aber auch ein hohes Viralitätspotential besitzt.

Abschließend

Es ist ja nicht so, dass Facebook oder die Macher der Sendung davon nichts wüssten, denn diese Art irreführender Inhalte gibt es bereits schon seit Wochen. Diese Inhalte werden auch sehr vielen Facebook-Nutzern angezeigt. Doch der Beobachtung nach scheint sich hier von Facebook aus rein gar nichts zu tun.


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
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