Aktuelles

Online-Wunschkredit-Vermittler Payplus unterliegt Verbraucherzentrale

Abmahnung der Verbraucherzentrale Brandenburg gegen Online-Kreditvermittler Payplus wegen „Bonitätsüberwachung“ erfolgreich.

Susanne Breuer, 24. August 2022

Wer in der aktuellen Preiskrise versucht, einen günstigen Kredit online zu finden, sollte vorsichtig sein. Webseiten wie credichamp.de, credichamp24.com oder donkre-dito.com werben mit einfach zu beantragenden Krediten. Wer darauf eingeht, wird im Anschluss mit diversen Rechnungen konfrontiert.

„Bonitätsüberwachung“ durch Payplus?

Eine dieser Rechnungen kommt von der Payplus GmbH für eine vermeintlich beauftragte „Bonitätsüberwachung“. Unklar bleibt, was das überhaupt ist. Die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) mahnte den Anbieter wegen ungenügender Vertragsinformationen ab. Da dieser keine Unterlassungserklärung abgab, zog die VZB vor Gericht. Das Landgericht Köln sieht den Service im konkreten Fall als „nicht bestellt“ an. Verbraucher:innen sind nicht zur Zahlung verpflichtet. 

Ganz einfach an den Wunschkredit?

Wer auf den diversen Webseiten der PLUS CARDS Limited aus Großbritannien einen Kredit beantragen möchte, benötigt zunächst nicht viel: Angaben zum Wunschkredit und Kontaktdaten eintragen, drei Häkchen unter diverse „Hinweise“ setzen, die hauptsächlich aus Verlinkungen bestehen, und dann „Jetzt kaufen“ klicken. Aber was genau kaufen Verbraucher:innen denn hier nun eigentlich?

„Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn die Webseite knausert mit transparenten Informationen“.

Stefanie Kahnert, Juristin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Sicher ist, dass verschiedene Anbieter nach dem Klick auf den Webseiten der PLUS CARDS Limited zur Kasse bitten. Einer dieser Anbieter ist die Payplus GmbH, die Gebühren für ihren Bonitätsüberwachungsdienst „Credify.me“ in Rechnung stellt. Im Kleingedruckten kann man erkennen, dass eine Nutzungsgebühr von 0,49 Euro pro Tag bei 365 Tagen p.a. bei 24 Monaten Laufzeit anfallen soll.

„Das entspricht dem stattlichen Betrag von 357,70 Euro. Die Berechnung des Endpreises überlässt der Anbieter anderen und welche Leistung ich für den Preis erhalte, weiß ich dadurch noch immer nicht.“

Stefanie Kahnert, Juristin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Forderung ohne hinreichende Information

Das Landgericht Köln führt dazu aus, dass die Payplus GmbH im konkreten Fall eine Leistung vertreibe, ohne dass Verbraucher:innen über diese zuvor hinreichend aufgeklärt werden. Eine Bestellung, die auf einer freien und informierten Entscheidung beruhe, liege demnach nicht vor. 

„Eine nicht bestellte Dienstleistung muss natürlich auch nicht bezahlt werden – Verbraucher:innen können sich gegen eine solche Rechnung zur Wehr setzen“.

Stefanie Kahnert, Juristin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Noch besser ist es, es gar nicht zu einer solchen Rechnung kommen zu lassen.

„Gerade bei Kreditanfragen im Internet ist ein wachsames Auge gefragt. Verbraucher:innen ersparen sich eine Menge Ärger, wenn sie vor der Dateneingabe den Anbieter checken.“

Stefanie Kahnert, Juristin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Häufig reicht schon eine kurze Suche im Netz, um zu erkennen, ob man es mit einem seriösen Unternehmen zu tun hat.

Weitere Tipps rund um das Thema Finanzen gibt es auf der Internetseite der VZB. Für Fragen rund um unseriöse Verträge zu Krediten und Kreditkarten können Verbraucher:innen die individuelle Beratung der Verbraucherzentrale Brandenburg, aber auch aller anderen Verbraucherzentralen in Deutschland in Anspruch nehmen: 

Quelle: VZB gewinnt gegen Payplus GmbH

Unbedingt lesen! Die ausgetrocknete Elbe in Dresden: Kein Beweis für einen „Klimaschwindel“


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

  • Mit deiner Hilfe unterstützt du eine der wichtigsten unabhängigen Informationsquellen zum Thema Fake News und Verbraucherschutz im deutschsprachigen Raum. Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fake News, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt deine Unterstützung!

Mehr von Mimikama