Der Wal in den 7. Dimensionen

Andre Wolf, 5. Februar 2018

Ein Video zeigt angeblich ein virtuelles „7D-Hologramm“, das durch einen Schulsportboden plätschert. Um dieses Video ranken sich mehrere Halbwahrheiten.

Bereits seit 2016 existiert dieses Video, welches in einer Turnhalle einer Schule aufgenommen worden sein soll. Dass es sich bei dem dargestellten Wal natürlich nicht um einen echten Wal handelt, sollte hoffentlich jedem klar sein. Aber ob es sich wirklich um die beschriebene „7D Projektion” handelt, das gilt es zu hinterfragen.

Es handelt sich dabei um dieses Video:

Das Video wurde ursprünglich von einer Firma namens „Magic Leap“ erstellt, um die Möglichkeiten ihrer Technologie zu demonstrieren. Während die genutzte Technik von Magic Leap immer noch geheimnisumwittert ist, erklären mehrere Artikel, welche diese Technik beschreiben, dass es sich um ein tragbares Gerät handle, das virtuelle Objekte über reale, greifbare Objekte schichtet [¹]. Dabei fällt der Begriff „mixed reality”.

Die Benutzer müssen etwas über ihren Augen tragen (ähnlich wie Google Glass oder Microsofts HoloLens), um dreidimensionale virtuelle Bilder zu sehen, so beschreibt es Magic Leaps Unternehmensgründer Rony Abovitz ebenfalls in einem Artikel [¹]. Da die Kinder in dem Video keine spezielle Kopfbedeckung tragen, können wir davon ausgehen, dass sie nicht wirklich Zeuge eines Hologramm-Wals waren, der durch ihren Turnhallenboden spritzte. Selbst wenn sie es tatsächlich sehen würden, würde der Wal in den üblichen drei Dimensionen erscheinen, nicht in sieben.

Weiterführend

Am Ende war dieses Video laut Silicon.de auch mehr Schein als Sein. In einem Artikel aus dem Dezember 2016 erfährt man:

Zehn Monate nachdem das Start-up aus Florida in einer Serie-C-Finanzierung fast 800 Millionen Dollar von Investoren bekommen hat, blättert der Lack ab. Die Geheimniskrämerei um die Technologie entpuppt sich als Vernebelungstaktik, das bisher Gezeigte als geschönt.

Weiterlesen auf Silicon.de.

Verweise:

Snopes

CNET


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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