40.000 Euro Schaden durch „Love Scamming“

Kathrin Helmreich, 5. März 2021
Love Scamming ist eine perfide Betrugsmasche - Artikelbild: Shutterstock / Von Pixel-Shot
Love Scamming ist eine perfide Betrugsmasche - Artikelbild: Shutterstock / Von Pixel-Shot

Love-Scamming funktioniert – das zeigt auch ein aktueller Fall, wonach die Betrüger satte 40.000 Euro erschleichen konnten.

Eine Liebe im späten Alter kann erfrischend wirken und dem Leben nochmals so richtig Pepp verleihen – aber nur, wenn sie wirklich aufrichtig gemeint ist. Die meisten von uns kennen das Gefühl, unglücklich verliebt gewesen zu sein und manche haben auch durch eine gescheiterte Liebe viel Geld verloren.

Ein bisschen anders verhält es sich noch, wenn Menschen vorsätzlich die große Liebe vorspielen, um das komplette Ersparte eines Menschen zu erschleichen. War es früher noch der gute alte Heiratsschwindel, spricht man heute vom „Love Scamming“.

Und diese Betrüger haben es vor allem auf ältere Generationen abgesehen. Der Betrug läuft über das Internet, so auch in diesem Fall:

Ein 86-jähriger Mann aus Gernsbach wurde im Laufe des vergangenen Jahres zum Opfer von „Love Sacamming“. Die Tochter des Mannes meldete sich nun vor kurzem bei der Polizei um den Vorfall anzuzeigen. Eine bislang unbekannte Frau, angeblich aus dem Ausland, hatte schon vor längerer Zeit Kontakt zu dem 86-Jährigen aufgenommen und sich sein Vertrauen erschlichen. Sie überzeugte ihn davon, dass sie mehrere hundert Kilogramm Gold geerbt hätte und bestimmte ihn als Vermögensverwalter dieses Goldes.

In diesem Zusammenhang brachte die Unbekannte den älteren Herrn immer wieder dazu Überweisungen ins Ausland zu tätigen. So entstand ihm ein Schaden von über 40.000 Euro. Die Ermittlungen zur genauen Vorgehensweise der Unbekannten dauern noch an.

Immer wieder schaffen es Betrüger, so genannte Scammer, das Vertrauen von Menschen zu erschleichen, vor allem, aber nicht nur, im Internet. Doch was können diese Menschen die bereits in die Falle getappt sind, oder auch ihnen nahestehen Personen tun, um sich zu schützen?

Die Polizei empfiehlt:

Blockieren

  • sofort jeglichen Kontakt abrechen
  • am besten ist es, sich eine neue Mailadresse und Telefonnummer zuzulegen
  • Gefahr besteht auch für Freunde im sozialen Netzwerk und für alle Kontakte im eigenen Mailadressbuch (Täter schicken oft mit einer Mail auch einen Computervirus mit)

Ignorieren

  • nicht auf Forderungen des Betrügers eingehen
  • auf keinen Fall Geld überweisen, Schecks einlösen oder Briefe und Päckchen weiterleiten
  • geleistete Zahlungen, wenn möglich, sofort rückgängig machen

Sichern

  • speichern Sie alle Mails und Chat-Texte als Beweis auf einer CD-ROM ab
  • wenn Sie es nicht selbst können, dann lassen Sie sich von computererfahrenen Bekannten und Freunden den so genannten E-Mail-Header auslesen
  • Selbsthilfeseiten im Internet erklären Ihnen ebenfalls, wie Sie sich vor größerem Schaden schützen können

Löschen

  • nach dem Sichern löschen Sie alle Beweisdaten von Ihrer Festplatte
  • vergessen Sie nicht, auch den E-Mail-Account zu löschen

Hilfe holen

  • gehen Sie zur Polizei
  • die Strafverfolgung ist zwar enorm schwierig, dennoch sollten Sie den Vorfall auf jeden Fall melden

[mk_ad]

Das könnte dich auch interessieren: Love Scamming – Betrüger ergaunert 70.000 Euro

Quelle: Polizeipräsidium Offenburg
Artikelbild: Shutterstock / Von Pixel-Shot

Unabhängige Faktenchecks und Recherchen sind wichtig und richtig. Sie fördern Medienkompetenz und Bildung. 

Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fakenews, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt Deine Unterstützung!

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

weitere mimikama-Artikel