Faktencheck

Faktencheck: Die 16 Nahrungsmitteltests

Mit einfachen Tests soll man selbst herausfinden können, ob ein Lebensmittel pur ist oder „gefaked“ wurde.

Ralf Nowotny, 4. Juni 2019

Zumindest behauptet dies ein virales Nahrungsmittel – Test – Video im Internet, welches große Verbreitung findet und weswegen wir auch viele Anfragen bekamen. Es handelt sich um dieses Video:

Wir schauen uns im Folgenden die einzelnen Nahrungsmittel-Tests an und beschreiben, ob die Behauptungen wahr, falsch oder irreführend sind.

Test 1: Der brennende Käse

Screenshot: mimikama.at  - Nahrungsmittel - Test
Screenshot: mimikama.at

Die Behauptung:
Industriell verarbeiteter Käse, der Chemikalien enthält, verbrennt nur schwer, während natürlicher Käse nicht verkohlt, sondern nur schmilzt.

Der Faktencheck:
Bereits 2014 existierten ähnliche Videos und jene Behauptung, man könne „Fake-Käse“ daran erkennen, dass man ihn anzündet und die Reaktion beobachtet.
Was es aber eigentlich beweist, ist, wie wenig Ahnung wir eigentlich von unseren Lebensmitteln haben.

Es mag viele überraschen, jedoch ist Schmelzkäse tatsächlich kein natürlich vorkommendes Naturprodukt! Die so „böse“ Komponente ist emulgierendes Salz, welches dabei hilft, Fette, Eiweiß und Wasser im Käse zu binden, damit er „anständig“ schmilzt und sich nicht in Öle und Milcheiweiße auflöst.
Mit demselben Prinzip wird auch der Fonduekäse hergestellt, welcher langsam schmelzen soll.

Schmelzkäse ist nicht dazu gedacht, über einer direkten, offenen Flamme zu schmelzen, je nach Zusammensetzung schmilzt er deshalb mal mehr, mal weniger stark über einer offenen Flamme (wobei beide Käsesorten im Video verkohlt werden).
In einem Video erklärten Lebensmittelwissenschaftler von Kraft auch jene Eigenschaften von Schmelzkäse:

Die Behauptung ist somit falsch.

Test 2: Der mit Plastik vermischte Reis

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Die Behauptung:
Reis wird mit Plastikreiskörnern vermischt, um den Profit zu erhöhen. Erkennbar sei das, wenn man den Reis erhitzt, die Plastikkörnchen werden durchsichtig.

Der Faktencheck:
Das Gerücht, Reis bestünde (teilweise) aus Plastik, kursiert seit 2011, wir berichteten über diesen Hoax.
Wenn wir etwas über Plastik wissen, dann ist es das: Es stinkt und wird schwarz, wenn man es anzündet. Diese Körnchen werden aber durchsichtig!
Dies kommt daher, dass unterschiedliche Reissorten sich unterschiedlich beim Erhitzen verhalten. In einer Packung ist meist nicht immer zu 100% eine bestimmte Reissorte enthalten, sondern oftmals mischen sich andere Reissorten darunter, weswegen es beispielsweise Vorschrift ist, dass Packungen mit Basmati Reis nicht mehr als 7% Fremdreis enthalten dürfen.

Was wir hier also sehen, ist nicht etwa Plastikreis, sondern Reis einer anderen Sorte, der in der Packung enthalten war und bereits bei niedrigeren Temperaturen als der restliche Reis durchsichtig wird.

Die Behauptung ist somit falsch.

Test 3: Babynahrung enthält gemahlene Steine

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Die Behauptung:
In Babynahrung seien gemahlene Steine enthalten, die als angereichtertes Kalzium beworben werden.

Der Faktencheck:
Kalzium ist ein wichtiger Bestandteil von gesunder Ernährung und dient der Stärkung der Knochen. Allerdings ist Kalzium nicht magnetisch, also was genau wird da in dem Video von dem Magneten angezogen?

Die Antwort liegt auf der Hand: Es ist Eisen!
In vielen pflanzlichen Lebensmitteln findet sich Eisen, beispielsweise in Kürbiskernen, Leinsamen, Pistazien, Haferflocken und Aprikosen. Und dieses Eisen, was allerdings nur zum Bruchteil vom Körper aufgenommen wird, ist auch magnetisch. Für die Knochenbildung von Babys ist Eisen sogar noch wichtiger.

Die Seite „Scientific American“ beschreibt in einem Experiment sehr schön, wie man sein eigenes Frühstück mithilfe eines starken Magneten nach Eisen untersuchen kann.
Es handelt sich also nicht etwa um gemahlene Steine, sondern um Eisen, welches in vielen, gesunden Lebensmittel auch auf natürliche Weise vorkommt.

Die Behauptung ist somit falsch.

Test 4: Die gebackten Pillen

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Die Behauptung:
Vitaminpillen mit synthetischen Ergänzungen „brodeln auf“, wenn sie gebacken werden, natürliche Ergänzungen verhalten sich nicht so.

Der Faktencheck:
In dem Video sieht man nur eine Ansammlung verschiedenster Pillen, allerdings ist unbekannt, welche Pillen dies sind und bei welcher Temperatur sie gebacken wurden, ebenso unklar, warum ausgerechnet synthetische Ergänzungen aufbrodeln sollen.

Im Prinzip bestehen nahezu sämtliche Vitamintabletten und -pillen aus synthetisch hergestellten isolierten Nährstoffen, da es einfach zu teuer und ineffizient wäre, die Vitamine, welche eine solche Pille enthalten soll, aus natürlichen Lebensmitteln herauszuziehen. Ob nun eine Pille beim Backen auf brodelt oder nicht, hängt von dem Inhalt und der Temperatur ab, nicht davon, ob es künstlich (wie in den meisten Fällen) oder natürlich ist.

Die einfachste Methode, den Inhalt einer Nahrungsergänzungspille herauszufinden, ist immer noch der Blick auf die Verpackung!
Natürliche Nahrungsergänzungsmittel enthalten in der Regel eine Liste der Nahrungsquellen oder sind zu 100% auf pflanzlicher oder tierischer Basis gekennzeichnet, während synthetische Inhaltsstoffe für beispielsweise Vitamin C chemische Bezeichnungen wie „Ascorbinsäure“ als Inhaltsstoff auflisten.

Die Behauptung ist nicht verifizierbar, da weder bekannt ist, um welche Pillen es sich handelt, noch die Backtemperatur angegeben wurde.

Test 5: Der Kleber im Fleisch

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Die Behauptung:
Fleisch enthält Klebemittel, um lose Fleischstücke zusammenzuhalten.

Der Faktencheck:
Tatsächlich wird in der Fleischindustrie sogenanntes Thrombin eingesetzt, um mehrere Fleischteile zusammenzu“kleben“ und sie als ganzes Stück Fleisch erscheinen zu lassen.
Im Prinzip ist das eine Verbrauchertäuschung, was 2011 bereits schwedische Politiker und Verbrauchergruppen auf die Barrikaden brachte, als Thrombin von der EU als Nahrungszusatz zugelassen wurde.

Das Enzym Thrombin ist übrigens nicht synthetisch, sondern wird aus dem Blut von Schweinen oder Rindern gewonnen und zusammen mit Fibrinogen, einem Protein, das ebenfalls aus dem Blut dieser Tiere gewonnen wird, verwendet, um Fleisch- oder Fischstücke zu binden. Es gilt gemäß den EU-Vorschriften nicht als sicherheitsbedenklich, da es aus Teilen der Tiere stammt, ie für den menschlichen Verzehr bestimmt sind.

Diese Behauptung ist wahr. Das Klebemittel nennt sich Thrombin, wird aus Schweine- oder Rinderblut gewonnen und gilt als nicht bedenklich.

Test 6: Das schäumende Eis

Screenshot: mimikama.at
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Die Behauptung:
Eis, das aufschäumt, wenn man Zitronensaft darauf träufelt, enthält Waschmittel

Der Faktencheck:
In den letzten Jahren kam es in Indien tatsächlich zu Fällen, in denen Waschmittel dem Eis hinzugefügt wurde, um es besser aussehen zu lassen. Mehrere indische Seiten berichteten auch darüber.
Leider ist in dem Video nicht dargestellt, um welches Eis es sich handelt, so dass nicht verifizierbar ist, ob es sich tatsächlich um „Waschmitteleis“ handelt oder ein anderer Zusatz im Eis das Schäumen verursacht.
Allerdings kann man getrost sagen, dass ein Betrieb hierzulande, der seine Eiskreme mit Waschmittel versetzt, gar nicht so schnell „Lebensmittelkontrolle“ sagen könne, wie sein Unternehmen geschlossen wird.

Die Behauptung ist nicht verifizierbar, allerdings gibt es solche Fälle in Indien, hierzulande ist solches Eis durch die strengen Lebensmittelkontrollen mehr als unwahrscheinlich.

Test 7: Die Milch mit Reiswasser

Screenshot: mimikama.at
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Die Behauptung:
Mischt man Algen in Milch, verfärbt sie sich blau, wenn in der Milch auch Reiswasser enthalten ist.

Der Faktencheck:
Es gibt Milch. Es gibt Reiswasser (welches von vielen Seiten als „Schönheitsgeheimnis“ angepriesen wird, da es viele Inhaltsstoffe enthält, die der Reis beim Kochen im Wasser abgegeben hat). Und es gibt auch Reismilch, die von Veganern und Allergikern geschätzt wird, da sie glutenfrei ist.

Leider wird in dem Video nicht genannt, welche Milch (Kuhmilch, Ziegenmilch, Reismilch,…) getestet wurde, auch nicht, welche Algenart verwendet wurde und ob diese rein natürlich oder industriell verarbeitet wurden so dass jene Behauptung nicht ohne größeren Aufwand verifizierbar ist.

Die Behauptung ist nicht verifizierbar, da zu viele Faktoren im Unklaren liegen.

Test 8: Die gefärbte Kartoffel

Screenshot: mimikama.at
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Die Behauptung:
Ältere Produkte werden gefärbt, um besser auszusehen, diese Farbstoffe kann man mit Öl und Wasser abwaschen.

Der Faktencheck:
Tatsächlich ist es Händlern zumindest in den USA erlaubt, Süßkartoffel mit unschädlicher Lebensmittelfarbe zu „verschönern“, die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat dafür sogar eine Richtlinie, die besagt, dass dieser Farbstoff sicher sein muss und nicht dafür verwendet werden darf, um Schäden oder Minderwertigkeit zu verbergen.

Die Behauptung ist wahr. Zumindest in den USA ist dies erlaubt, allerdings nicht, um minderwertige oder schadhafte Kartoffeln noch verkaufen zu können.

Test 9: Der schwimmende Kaffee

Screenshot: mimikama.at
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Die Behauptung:
Kaffee mit Zusatzstoffen schwimmt im Wasser, während purer Kaffee in einem Wasserglas zu Boden sinkt.

Der Faktencheck:
Das Video verrät nicht, um welche Zusatzstoffe es sich denn handeln soll. Tatsächlich aber kann man bei unterschiedlichen Kaffeesorten beobachten, das manche schwimmen, während andere versinken.
Doch liegt das an ominösen Zusatzstoffen?

Das Verhalten des gemahlenen Kaffees hängt nicht etwa von Zusatzstoffen ab, sondern von mehreren, anderen Faktoren. So ist der Röstgrad des Kaffees ein wichtiger Faktor: Je stärker die Kaffeebohnen vorher geröstet wurden, umso weniger Dichte haben sie und schweben bzw. schwimmen eher im Wasser.  Auch das Alter des Kaffees spielt eine Rolle, da frisch geröstete Bohnen noch mehr Gas enthalten.

Im Endeffekt gibt es mehrere Faktoren, die ausschlaggebend sind, ob das Kaffeepulver schwimmt oder absinkt, wobei hier noch nicht einmal an den Härtegrad des Wassers gedacht wurde, der ebenfalls Einfluss haben kann.
Ein Beweis für ominöse Inhaltsstoffe ist der Test jedenfalls nicht, da der selbe Kaffee an einem Tag schwimmen und wenige Tage später absinken kann.

Die Behauptung ist falsch. Sehr viele Faktoren beeinflussen den Dichtegrad von Kaffee, unbekannte Zusatzstoffe gehören jedoch nicht dazu.

Test 10: Das Kreidesalz

Screenshot: mimikama.at
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Die Behauptung:
Falsches Salz enthält Kreide und trübt das Wasser, während sich reines Salz auflöst.

Der Faktencheck:
Das Video zeigt nur, wie das Salz in das erste Glas geschüttet wird und das Wasser trüb färbt, im zweiten Glas sieht man nur klares Wasser. Einige Faktoren fehlen, beispielsweise wie viel Salz hineingeschüttet wurde, wie lange das zweite Glas schon steht und welches Salz verwendet wurde.

Schüttet man normales Speisesalz ins ein Glas Wasser, so wird sich das Wasser zunächst immer trüben, da die noch ungelösten Salzpartikel im Wasser schweben, bis sie sich nach einer Weile auch aufgelöst haben und das Wasser wieder rein aussieht.

Das Gerücht über „Fake-Salz“ hat aber einen wahren Hintergrund, denn tatsächlich wurden 2015 in China 20.000 Tonnen Industriesalz von der Polizei sichergestellt, die als Speisesalz an Restaurants und Supermärkte verkauft wurden.
Hierzulande gilt das Gleiche wie bei Test 6: Die Lebensmittelkontrolleure würden sehr schnell Alarm schlagen, wenn ein Unternehmen Industriesalz als Speisesalz verkauft werden würde.

Die Behauptung ist falsch. Normales Speisesalz färbt das Wasser aufgrund der schwebenden, noch nicht aufgelösten Salzpartikel immer trüb, erst nach einer Weile wird das Wasser wieder klar.

Test 11: Die gefärbten Erbsen

Screenshot: mimikama.at
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Die Behauptung:
Alte Erbsen werden gefärbt, was man durch das Kochen der Erbsen sehen könnte, da einige dann nicht mehr grün sind.

Der Faktencheck:
Grüne Erbsen sind im getrockneten Zustand gar nicht mehr so grün, sondern werden gelblich. Das seht dann nicht mehr ganz so attraktiv für den Verbraucher aus, zudem sehen die Tiefkühlerbsen im Supermarkt immer viel grüner und frischer aus.
Wurden da etwa Farbstoffe hinzugemengt?

Das Geheimnis des frischen Aussehens von Tiefkühlerbsen sind keine Zusatzmittel oder Farbstoffe, sondern das vorherige Blanchieren der Erbsen, wodurch der natürliche Farbstoff verstärkt und erhalten bleibt.

Wenn man Erbsen nun kocht, sollte man beachten, dass das Wasser nicht zu heiß ist, die Erbsen nur knapp mit Wasser bedeckt sind und man sie nur ca. drei Minuten köcheln lässt.
Der Grund: Wenn sie zu lange und zu heiß gekocht werden, verlieren sie nicht nur wertvolle Vitamine, sondern auch ihren natürlichen Farbstoff: Sie werden gelb!

In dem Video wurde nicht gesagt, wie lange die Erbsen gekocht wurden und wie heiß das Wasser war, jedoch kann man davon ausgehen, dass sie einfach zu lange gekocht wurden, denn dann wird jede Erbse gelblich und verliert ihren hitzeempfindlichen Farbstoff an das Wasser.

Die Behauptung ist falsch. Bei zu langem Kochen verlieren Erbsen ihren hitzeempfindlichen, natürlichen Farbstoff.

Test 12: Das brennende Gewürz

Screenshot: mimikama.at
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Die Behauptung:
Reine Gewürze brennen und entzünden sich über einer Flamme, unreine Gewürze nicht.

Der Faktencheck:
In dem Video wird nicht genannt, um welches Gewürz es sich handelt, aber man kann sehr kurz erkennen, dass die Flasche mit „Turmeric“, auf Deutsch: Kurkuma, beschriftet ist.
Das Gewürz findet nicht nur medizinische Anwendung, sondern verleiht Curry auch seine typische goldgelbe Farbe.

Die Frage ist nun allerdings offen, um welche Art von Verunreinigung es sich handeln soll? Ist das nicht-brennende Kurkuma vielleicht älter oder feuchter? Zudem brennt nicht jedes Gewürz, was aber nicht bedeutet, dass diese Gewürze dann verunreinigt sind.

Die Aussage ist somit sehr allgemein und vage gehalten, und sie lässt sich sicherlich nicht auf alle Gewürze anwenden. Ob mit dem Flammentest nun tatsächlich Verunreinigungen des Kurkuma nachgewiesen sind, ist anzuzweifeln.

Die Behauptung ist nicht verifizierbar. In dem Video wird von Gewürzen im Allgemeinen geschrieben, das brennende Gewürz ist allerdings nur Kurkuma, wobei es mehrere Faktoren gibt, die die Brennbarkeit beeinflussen können.

Test 13: Der verdünnte Honig

Screenshot: mimikama.at
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Die Behauptung:
Verdünnter Honig, der Wasser enthält, löscht die Flamme eines Kerzendochtes, der vor dem Anzünden in ihn getaucht wurde.

Der Faktencheck:
Tatsächlich kann man damit testen, ob ein Honig möglicherweise Wasser enthält. In der EU ist vorgeschrieben, auf den Gläsern zu kennzeichnen, welche Zusatzbestandteile Honig enthält, während es in den USA beispielsweise anders aussieht, weswegen so ein Test da auch, zumindest teilweise Sinn macht.

Teilweise nur deshalb, weil es viele Möglichkeiten gibt, Honig zu „strecken“, sodass der Kerzentest vielleicht positiv für einen Honig ausfällt, jedoch andere Mittel enthalten sind, die durch diesen Test nicht nachgewiesen werden können.

Die Behauptung ist wahr. Tatsächlich kann damit Wasser im Honig nachgewiesen werden, in der EU ist dies allerdings kennzeichnungspflichtig.

Test 14: Der Fleckentee

Screenshot: mimikama.at
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Die Behauptung:
Unreiner Tee erkennt man an Flecken auf einem Kaffeefilter, reiner Tee erzeugt keine Flecken.

Der Faktencheck:
Tee macht eigentlich grundsätzlich immer Flecken, allerdings hängt es auch mit der Teemarke zusammen. Schwarzer Tee beispielsweise erzeugt wegen dem enthaltenen Tannin sehr schnell lästige Flecken, während grüner Tee kaum Flecken erzeugt.

Was in dem Video fehlt, ist die Aussage, um welche Teesorte oder -sorten es sich handelt, um den Test verifizieren zu können. Bei dem Tee in dem Video könnte es sich um grünen Tee handeln, allerdings ist weder die Marke, noch die Blattsorte bekannt. So könnten in beiden Tests beispielsweise grüner Tee verwendet worden sein, wobei einer der Tees eine andere Mischung für den Tee verwendet, als die andere Marke.

Die Behauptung ist falsch.

Test 15: Der rosa Zucker

Screenshot: mimikama.at
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Die Behauptung:
Zucker in geschmolzener Butter wird rosa, wenn die Butter Öl enthält.

Der Faktencheck:
Hier sind auch einige Punkte offen, nämlich welches Öl der Test nachweisen soll und welche Art Zucker verwendet wurde. Es gibt beispielsweise Olivenöl Butter, bei der man schon am Namen erkennt, dass sie Öl erkennt.
Viele fügen auch beim Braten der Butter in der Pfanne noch Öl hinzu, damit die Butter nicht zu schnell schmilzt.

Ein ähnlicher Test wird allerdings auf einer indischen Seite beschrieben, um nachzuweisen, ob Vanaspati oder Margarine in Butter nachweisen zu können. Allerdings wird zu dem Versuchsaufbau auch noch Salzsäure verwendet, welche in gleichen Teilen der geschmolzenen Butter hinzugefügt wird.
Gibt man diesem Gemisch dann Zucker hinzu, verfärbt es sich, wie im Video, im unteren Teil rosa, wenn die Butter Vanaspati oder Margarine enthält.

Die Behauptung ist halbwahr. Öl wird man wahrscheinlich dadurch nicht in Butter nachweisen können, jedoch Vanaspati oder Margarine, wenn man der geschmolzenen Butter auch noch konzentrierte Salzsäure hinzufügt.

Test 16: Der Wachsapfel

Screenshot: mimikama.at
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Die Behauptung:
Heißes Wasser entfernt die Wachsschicht von Äpfeln

Der Faktencheck:
Tatsächlich ist in den USA das Wachsen von Obst erlaubt, dies trägt dazu bei, dass das Obst während der Lagerung, des Transports und im Handel frisch bleibt und nicht von Schädlingen befallen werden.

In Deutschland allerdings ist das künstliche Wachsen der Äpfel verboten, in anderen EU-Ländern und Drittländern jedoch erlaubt. Der Import nach Deutschland wird gestattet, wenn die Methode im Herkunftsland gesundheitlich unbedenklich ist. Diese Äpfel müssen aber gekennzeichnet sein.

Diese Behauptung ist halbwahr, da in den USA Äpfel tatsächlich mit künstlichem Wachs überzogen werden dürfen.

Fazit

Das Video beinhaltet zum größten Teil falsche oder irreführende Aussagen, nur wenige Behauptungen entsprechen der Wahrheit.

Viel der Tests betreffen eher Lebensmittel in China, Indien und teilweise in den USA, auf europäische Lebensmittel lassen sie sich so gut wie gar nicht anwenden.

Zudem sind einige der Aussagen zu ungenau, als dass sie wirklich verifizierbar sind, andere Aussagen wie „Klebemittel“ im Fleisch wirken abschreckender, als sie eigentlich sind.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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