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0:37 verloren, um sich nicht mit dem Coronavirus zu infizieren

Andre Wolf, 16. September 2020
0:37 verloren wegen Corona: Kein Fake!
0:37 verloren wegen Corona: Kein Fake!

Es klingt verrückt, aber es ist kein Fake: eine die niedersächsische Kreisligamannschaft hat freiwillig 0:37 verloren, damit sich die Spieler nicht mit dem Coronavirus infizieren.

Am Sonntag den 13. September 2020 fand ein Fußballspiel mit einem denkwürdigen Ergebnis statt. Der SG Ripdorf/Molzen II verlor mehr oder weniger freiwillig mit 0:37. Der Anlass hierzu war ein Fußballspiel welches bereits am 30 August ausgetragen wurde.

Dort hatte der Gegner SV Holdenstedt II Kontakt zu einer Mannschaft, in dem es zu einem Corona Fall kam. Aus Angst davor, sich selbst infizieren zu können, da die 14 Tage Inkubationszeit noch nicht vorbei waren und weil das Spiel nicht verlegt werden konnte, haben sich die Spieler des SG Ripdorf/Molzen II an die Corona Abstandsregeln gehalten. Man muss hierzu jedoch anmerken, dass es beim SV Holdenstedt II keinen bestätigten Fall gab, es ging im Kern darum, dass die Spieler zwei Wochen vorher in einem anderen Spiel Kontakt zu einer infizierten Person hatten.

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Es war ja nicht nur die Niederlage: Die Spieler vom SG Ripdorf/Molzen II liefen von vornherein mit der Mindeststärke von 7 Spielern auf. Ferner gab es während des Spiels auch im Grunde gar keine Gegenwehr, man hat die Angriffe des SV Holdenstedt II einfach über sich ergehen lassen. Am Ende stand es dann eben 0:37.

Die ganze Nummer war jetzt tatsächlich kein Fake, mehrere Medien haben darüber berichtet, allen voran die Allgemeine Zeitung az-online.de (siehe hier). Es gibt ebenfalls einen kurzen Clip von diesem Spiel, in dem man in etwa erkennen kann, wie dieses Spiel abgelaufen ist.

0:37 zwischen Zuspruch und Kritik

Das Verhalten wird innerhalb des Vereins entsprechend mit der Sicherheit der eigenen Spieler begründe. Man wollte nicht das Risiko eingehen, dass sich auch nur eine Person bei diesem freiwilligen Sport am Sonntag Nachmittag infiziert.

Warum der Verein dennoch auflief und das Ergebnis von 0:37 in Kauf genommen hat anstatt das Spiel einfach abzusagen, lag an der drohenden Strafe. Finanziell gesehen können sich der Verein die Geldstrafe nicht leisten, so nach Angaben der az-online.de.

Das Verhalten des SG Ripdorf/Molzen II zieht aber auch Kritik hinter sich. Bereits in der Berichterstattung der az-online.de findet sich am Ende des Artikels ein Kommentar, in dem das Verhalten der Mannschaft stark kritisiert wurde.

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In diesem Kommentar wird von einer unwürdigen Inszenierung gesprochen, der den Fußball ins Lächerliche ziehen würde. Ebenso wird kritisiert, dass sich beide Mannschaften nicht darauf einigen konnten, dieses Spiel einfach zu verlegen. So wird dieses 0:37 am Ende und allen wohl im Kopf bleiben.

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