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Heute ist kein guter Tag für Rechtsradikale und Rassisten. Ein Zwiegespräch mit mir selbst.

Beate Zschäpe wurde im NSU-Prozess von der Bundesanwaltschaft zur Mittäterin erklärt, die Jungfernfahrt der „Defend Europe“, die Flüchtlinge im Meer wahlweise „zurückbringen“ oder ertrinken lassen sollte, schmuggelte aus Versehen Menschen nach Europa und ein Fitnessstudio verbietet Menschen mit Migrationshintergrund den Zutritt. Zumindest wenn sie „wie der IS aussehen.“

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Warum freuen wir uns? Heute gibt es gleich mehrere gute Nachrichten, zumindest wenn dich sowas wie Menschenrechte interessiert.

Menschenrechte? Coole Sache! Schon oder?

Also, schieß los! Geschossen wird hier nicht! Aber Beate Zschäpe wurde von der Bundesanwaltschaft hart ins Gericht genommen.

Muss die nicht ständig ins Gericht? Nein, ich meine, sie wurde als zentrale Figur der NSU-Gruppe bezeichnet.

Ok, i guess? Ok, NSU interessiert wohl weniger. Wie wär’s mit Hipster-Nazis?




Hipster-Nazis? Alt-right oder was? So ähnlich. Ich meine die „Identitären“, internationale Nationalisten, die ihre Gemeinsamkeiten mit anderen Nationen Europas erkannt haben, um Geld für die „Defend Europe“ zu sammeln, ein Schiff, mit dem sie die Bergung ertrinkender Flüchtlinge im Mittelmeer verhindern wollen und nach eigener Aussage die Menschen zurück nach Afrika schippern.

Klingt… pervers. Sammelt man nicht sonst Geld, um Leben zu retten? Das ist doch inzwischen Mainstream. Aber, die Fahrt ist schon wieder vorbei. Die Crew soll unter anderem aus Tamilen bestanden haben – denen die Rechtsextremen damit zur sichern Überfahrt nach Europa (oder zumindest Zypern) verholfen haben. Der Kapitän wurde von den türkischen Behörden wegen Schlepperei verhaftet.

Kannste dir nicht ausdenken! Sag ich doch. Da sind sie wohl vom *rechten* Weg abgekommen, die Identitären.

Höhö. Hast du noch mehr? Sonst schau ich weiter Katzenvideos. Ja, ja! Warte. Ein Fitnessstudio in Güstrow hat Terroristen den Kampf angesagt.

Spiegel-Selfies gegen Salafisten? Eher Rassismus gegen Radikale. Sie verweigern „Mitbürgern mit Migrationshintergrund“ das Pumpen.

Arierausweis sonst Finger weg von den Hanteln? Genau. Die taz hat in der Filiale angerufen und gefragt, wie sie denn Menschen mit Migrationshintergrund erkennen würden. Die Antwort war, Zitat: „Hauptsache, er sieht nicht aus wie aus der IS.“

Äh… aber war der Salafist, um den es ging nicht… … ein deutscher Konvertit namens Sven Lau. Das hat der Kollege von der taz auch gesagt. Der Mann war daraufhin etwas in Erklärungsnot. Social-Media-Shitstorm inklusive.

Fail. Ja, vor allem ich hab doch erst oben von NSU-Terroristen geschrieben. Deine Neigung zu Anschlägen steigt nicht mit der Anzahl deiner Pigmente.

Meine? Ich bin doch kein Terrorist. Sehe ich etwa so aus? Was? Nein. Die meisten Terroristen hierzulande sind weiße, heterosexuelle Cismänner. Struktureller Rassismus, eine einseitige Berichterstattung und Social-Media-Filterblasen…

Langweilig! Aber… aber.. Hintergründe…

Katzenvideo läuft schon…!

Thomas_LThomas Laschyk, Chefredakteur Volksverpetzer Journalist, Blogger, und Onlineaktivist aus Augsburg. Auf dem Volksverpetzer beschäftigt sich Laschyk auf kritische und kreative Weise mit Themen aus Bundes- und Weltpolitik, bis zu Wirtschaft, Finanzen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Hier könnt ihr dem Volksverpetzer auf Facebook folgen.
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