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Friedemann Kipp sieht sich die dümmsten Gegenargumente des „kleinen Mannes“ gegen die Ehe für Alle an. (Es gibt keine Guten)

Hallo und herzlich willkommen zu “Kleiner Mann, große Worte”, einer neuen Kolumne beim Volksverpetzer. Worum soll es hier gehen? Nun, wie der Titel bereits andeutet, geht es um den kleinen Mann (wahlweise auch die kleine Frau) im Sinne des einfachen Bürgers. Der muss ja derzeit wirklich viel durchmachen. Als “Wutbürger” wird er beschimpft. Von der “Lügenpresse” wird er belogen und manipuliert. Übergangen wird er, Tag für Tag, von “denen da oben”, die sich seine Nöte und Sorgen nicht anhören wollen. Doch wer ihm hier und da ein wenig Aufmerksamkeit schenkt, stellt schnell fest, dass der kleine Mann erstaunlich viel zu sagen hat.

Alle 14 Tage werde ich dem kleinen Mann nun zuhören. Mir seine Sorgen, seine Ängste, seine Wut, vor allem aber seine Meinung anhören. Und ich werde versuchen, darauf einzugehen. Wie ich ihm zuhöre? Nun, die sozialen Medien triefen geradezu vor Meinungen. Kommentare über Kommentare unter jedem Artikel. Und mit genau diesen Meinungen wollen wir uns hier befassen. In diesem Sinne: Los geht’s!

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Heute im Fokus steht die „Ehe für alle“. Konkret geht es dabei darum, nicht-heterosexuellen Paaren das Schließen einer Ehe zu ermöglichen. Nach derzeit geltendem Recht ist eine Ehe für homosexuelle Paare nämlich nicht möglich. Stattdessen können sie (seit 2001) eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Diese ist einer Ehe jedoch rechtlich nicht vollumfänglich gleichgestellt. Besonders im Hinblick auf die Möglichkeit zur Adoption von Kindern haben eingetragene Lebenspartner gegenüber Ehepaaren das Nachsehen.




Die heute betrachteten Kommentare finden sich unter einem von Spiegel Online geteilten Video, welches ursprünglich bei bento erschienen ist. In dem nicht einmal zwei Minuten dauernden Video spricht Sebastian Maas aus dem bento-Team darüber, dass Deutschland dringend die Ehe für alle gesetzlich zulassen sollte. Er nennt einige Länder, in denen dies bereits geschehen ist. Zuletzt wurde die Ehe für alle zum März 2017 in Finnland ermöglicht. Maas erwähnt außerdem eine Umfrage, in der 83% der Befragten sich für die Ehe für alle ausgesprochen haben.

Warum tut sich Deutschland bloß so schwer mit der Ehe für alle?

Wir brauchen in Deutschland dringend die Ehe für alle! ❤️💛💚💜💙Ein Kommentar von Sebastian Maas.

bento 发布于 2017年5月17日

Doch auf politischer Ebene hakt es noch. Die amtierende große Koalition kann sich nicht auf ein entsprechendes Gesetz einigen, obwohl das Thema bereits seit über zwei Jahren im Parlament liegt. Insbesondere die Union ist nicht bereit, homosexuellen Paaren ein Adoptionsrecht zuzugestehen. Einige erinnern sich vielleicht noch an die ARD Wahlarena vor der Bundestagswahl 2013, in der Angela Merkel (CDU) direkt auf ihre Haltung zu Ehe und Adoptionsrecht für Homosexuelle angesprochen wurde. Dem Bundestag liegen mehrere Gesetzesentwürfe vor, die jedoch nicht zur Abstimmung gebracht werden. Die Grünen wollen nun durch eine Klage vorm Bundesverfassungsgericht eine Abstimmung erzwingen. Heiko Maas (SPD) hat vor wenigen Tagen verkündet, dass die SPD auf Bundesebene keinem Koalitionsvertrag zustimmen wird, der die Ehe für alle nicht beinhaltet.

„Haben wir keine wichtigeren Probleme?“

Die zu diskutierende Frage liegt also relativ klar auf der Hand: Ehe für alle – ja oder nein? Und erwartungsgemäß finden sich für beide Lager entsprechende Anhänger in den Kommentaren wieder. Beginnen wir vielleicht mit der Meinung, die ich am häufigsten in den Kommentaren vertreten sah und die sinngemäß fragt: „Haben wir sonst keine Probleme?“ Der Vollständigkeit halber habe ich mal ein paar davon in einer kleinen Collage gesammelt. Und weil das Argument so langweilig ist, habe ich zwei niedliche Koalas mit draufgepackt, damit es sich wenigstens ein bisschen lohnt, hinzuschauen.

Ich will nicht allen, die so argumentieren, pauschal unterstellen, wirklich GEGEN die Ehe für alle zu sein, aber ich unterstelle mindestens einen gehörigen Mangel an Empathie. „Betrifft mich nicht, ist also nicht so wichtig“ ist schon grundsätzlich eine beschissene Haltung, in gesellschaftspolitischen Themen ist sie aber noch ein wenig beschissener, weil sie die Belange anderer unter die eigenen stellt. Und sind wir mal ehrlich: Es ist kein Kapazitätsproblem. Die Ehe für alle wurde nicht deshalb noch nicht beschlossen, weil man zeitlich noch nicht dazu gekommen ist.

Nein, die Politiker sind sich schlicht nicht einig. Einige von ihnen sind offenbar immer noch nicht bereit, Homosexuellen dieses Recht zuzugestehen. Das gilt leider auch für viele Kommentatoren. Das Contra-Lager legt dabei überwiegend eine sehr einfache Rechnung zugrunde, die Lukas uns freundlicherweise einmal skizziert hat:

Naja… so einfach scheint die Rechnung dann doch nicht zu sein, schließlich musste Lukas den Beitrag noch bearbeiten (siehe unten rechts im Bild), da er sich offenbar verrechnet hatte. In Ordnung, werfen wir also mal einen Blick auf die Wortdefinition von „Familie“:

Schau an, mit Kind also. Hätte Lukas das vorher nachgeschlagen, wären wir aber wahrscheinlich an dem Begriff „Elternpaar“ hängengeblieben. Jemand wie Lukas würde wahrscheinlich auf der biologischen Auslegung beharren, also den leiblichen Eltern. Diese sind, sofern ich nicht irgendeinen Meilenstein der Wissenschaft verpasst habe, tatsächlich überwiegend verschiedenen Geschlechts. Aber von leiblich oder biologisch lese ich da nichts. Und die Elternrolle kann ein gleichgeschlechtliches Paar ebenso einnehmen, in dem Moment nämlich, in dem es gemeinsam ein Kind großzieht. Etwas, das Leute wie Lukas ihnen nicht zugestehen wollen.

Was ist eine Familie?

Zurück zur politisch-rechtlichen Sicht auf das Thema. Für “Familie” gibt es in Deutschland keine gesetzliche Definition. Es gibt jedoch einen Fall von 2013, in dem das BVerfG entschieden hat, dass ein gleichgeschlechtliches Paar in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, das gemeinsam ein Kind aufzieht, eine Familie im Sinne von Art. 6 GG bildet. Das heißt im Klartext: Gleichgeschlechtliche Paare dürfen zwar noch kein Kind adoptieren, aber wenn einer der Partner bereits eines hat, dürfen sie es gemeinsam großziehen. Warum ihnen also nicht auch das Adoptionsrecht zugestehen? Befragen wir dazu mal Klaus:

Klingt ja beinahe gönnerhaft, wie Klaus den Leuten die Hoheit über ihr „Intimleben“ zugestehen will. Aber ein Kind braucht, wenn es nach ihm geht, die Liebe von „beiden Geschlechter[n]“. Klaus tut sich offenbar etwas schwer mit den Begriffen und behauptet hier, dass das bei Homophoben nicht gegeben sei. Klar, Homosexuelle und Homophobe kann man schonmal verwechseln. Naja, wahrscheinlich meint er, dass Homosexuelle ihren Kindern nicht die Liebe beider Geschlechter angedeihen lassen können. Klaus, warum genau ist es wichtig, dass ein Kind von verschiedenen Geschlechtern geliebt wird?

Wirkt sich das irgendwie negativ auf die Psyche eines Kindes aus, wenn nicht mindestens ein Elternteil Brüste hat? Ist es nicht viel wichtiger, dass ein Kind grundsätzlich Eltern hat, die es lieben? Und hast du demnach auch ein Problem mit alleinerziehenden Personen? Die decken in der Regel auch nur ein Geschlecht ab. Irgendwie vermisse ich in deinem Kommentar ein wenig die Begründung. Vielleicht möchtest du ja mal einen Blick in diese Sammlung von Studien werfen, von denen die große Mehrheit zu dem Schluss kommt, dass Kinder, die von gleichgeschlechtlichen Paaren großgezogen werden, sich nicht schlechter entwickeln als Kinder von Hetero-Paaren. Laut einer australischen Studie sollen Kinder, die von Homosexuellen aufgezogen werden, sogar im Durchschnitt gesünder sein.

Das BGB steht über der Evolution?

Aber vielleicht kann uns ja jemand anderes einen Grund nennen, warum Kinder von Eltern verschiedenen Geschlechts aufgezogen werden müssen. Einen Grund, der sich nicht auf die Erziehung bezieht. Anyone?

Thorstens Antwort ist sehr lang, weshalb ich mir die Freiheit genommen habe, den für den Kontext relevanten Teil zu markieren. Die übrigen Ausführungen mögen ohne den Gesprächskontext etwas verwirrend erscheinen. Lasst euch von mir, der ich den Gesprächskontext kenne, sagen: Es ist trotzdem wirres Zeug. Oder ist noch jemand hier der Meinung, „die Deutschen“ bestünden ausschließlich aus CDU und CSU?

Thorsten hat hier eine sehr interessante Herangehensweise gewählt. Er stellt Naturgesetze, hier die Evolution, und von Menschen gemachte Gesetze, hier das BGB, gegenüber. Nun, zunächst einmal ist die zugrundeliegende These, dass Homosexualität nicht natürlich ist, schlicht und einfach nicht wahr. Tatsächlich der Mensch bei Weitem nicht das einzige Evolutionsprodukt, welches zur Homosexualität neigt. Bei Tieren gibt es aber vermutlich weniger Intoleranz gegenüber Homosexuellen. Was unsere Gesetze angeht, lieber Thorsten, so bewegen sie sich übrigens ausschließlich innerhalb eines von der Natur geduldeten Rahmens. Das liegt daran, dass sich Naturgesetze nicht einfach überwinden lassen, nur weil ein Mensch irgendeinen Paragraphen dagegen formuliert.




Hätten wir beispielsweise ein Gesetz, welches die Schwerkraft verbietet, könnten wir deswegen trotzdem nicht schweben. Schade, nicht wahr? Deine Frage, ob „das BGB über der Evolution stehen sollte“ wäre, wenn man eine solch dämliche Frage überhaupt einer Antwort würdigen will, mit „nein“ zu beantworten. Das spricht allerdings – und das hast du dir sicher anders vorgestellt, lieber Thorsten – absolut für uneingeschränktes Adoptionsrecht für Homosexuelle. Denn wenn die Natur schon selbst nicht nur Homosexualität sondern auch noch die Nachwuchsaufzucht durch Homosexuelle vorsieht, wäre es dann nicht vermessen, dies durch unser irdisches BGB einzuschränken?

Aber denk doch mal einer an die Kinder!

So, noch weitere Wortmeldungen zu der Sache mit den Kindern?

Patrick möchte offenbar klug wirken und eröffnet deshalb seine Ausführungen mit einem Zitat. Blöderweise zitiert er Udo Ulfkotte, einen rechtsgerichteten, islamfeindlichen Verschwörungstheoretiker, der sich auch gerne mal auf Pegida-Veranstaltungen herumtrieb. Lieber Patrick, hier mal ein grundsätzlicher Rat: Wenn du durch ein Zitat eine Aussage untermauern willst, zitiere besser niemanden, der die letzten 10 Jahre seiner Existenz damit verbracht hat, beim Kopp-Verlag zu publizieren.

Patrick argumentiert dahingehend, dass der Ehebegriff nur solchen Paaren zugestanden werden soll, die Kinder „hervorbringen“ können. Interessanter Ansatz. Gerne würde ich Patrick zwischen einigen zeugungsunfähigen Männern und unfruchtbaren Frauen aussetzen. Dann kann er diesen Menschen ja mal erklären, dass zu dem Frust ob der Tatsache, dass sie kinderlos bleiben werden, nach Patricks Meinung auch noch hinzukommen sollte, dass der Staat ihnen genau aus diesem Grund das Recht auf eine Eheschließung vorenthält. Das meinst du doch, nicht wahr, Patrick? Wenn ein Paar keine Kinder haben kann, soll es keine Ehe schließen dürfen. Müssen wir bereits bestehende Ehen nach dieser Logik eigentlich annullieren, wenn die Frau das Klimakterium erreicht hat? Nun, während Patrick noch „Klimakterium“ nachschlägt, widmen wir uns schon einmal den nächsten Kommentaren.

Was geht es uns an, wenn Homosexuelle heiraten wollen?!

Man mag es kaum glauben, aber die bisherigen Kommentare enthielten tatsächlich die sachlicheren Argumente, verglichen mit dem, was nun folgt. Ich behalte mir vor, in der Diskussion des Kommenden in gleichem Maße auf Sachlichkeit zu verzichten. Das Wort hat Sven.

Mit jeder gelesenen Zeile wächst meine Verachtung für Sven. Nicht nur, dass er nicht einen Funken Empathie besitzt, nein, er nimmt sich auch noch heraus, für alle Heterosexuellen sprechen zu wollen und ihnen in den Mund zu legen, dass die mit den Sorgen und „Befindlichkeiten“ von Homosexuellen nicht behelligt werden wollen. Dabei bedient er sich einer wunderbar blumigen Terminologie mit Worten wie „Normalo“ und „biologisch Normale“. Und es kommt noch besser: Sven sieht sich dadurch, dass Homosexuelle die gleichen Rechte für sich fordern, wie sie auch Heterosexuelle haben, auch noch in seinen Vorbehalten ihnen gegenüber bestätigt und wirft ihnen vor, sich mit ihrem Kampf um gleiche Rechte zu profilieren. Ich versuche es jetzt mal mit einem ähnlichen Vorgehen und maße mir an, als Heterosexueller für alle Homosexuellen zu sprechen:

Sven, kein Homosexueller möchte sich mit jemandem wie dir über seine Homosexualität unterhalten. Was du mit diesen Menschen teilst, ist die Gesellschaft, in der du lebst. Und glaub mir, die wollen jemanden wie dich genauso wenig in ihrer Gesellschaft wie du sie. Niemand zwingt dich, dich mit Homosexuellen auseinanderzusetzen. Sie richten ihre Forderung nach Gleichberechtigung nämlich nicht an dich und zum Glück hast du dahingehend auch keine Entscheidungsgewalt. Aber dennoch nimmst du dir die Zeit, diesen widerlichen Kommentar in den Äther des Internets zu kotzen, nur um allen Rezipienten mitzuteilen, wie egal dir Homosexuelle und deren Kampf um Gleichberechtigung sind. Ist vielleicht genau das dein Problem? Dass dich keiner fragt, was du dazu zu sagen hast?

Du bist wie ein Störenfried im Kino oder im Theater, der andauernd lautstark die Vorstellung kommentiert. Dich interessiert der Inhalt nicht und das musst du jedem mitteilen. Ich rate dir dasselbe, was ich auch Störenfrieden in Kino und Theater nahelege: Wenn es dich nicht interessiert, dann verpiss dich einfach. Dann können sich alle wieder auf das Thema konzentrieren. Und wenn die Ehe für alle beschlossen ist, dann ist die Diskussion endlich vorbei, genau wie du es dir wünschst. Dann hast du keinen Grund mehr, solche Kommentare von dir zu geben und wir alle, Hetero- wie Homosexuelle, können endlich den Scheissdreck auf deine Meinung geben, den sie wert ist. So, der Nächste bitte.

Gabriel habe ich nur der Vollständigkeit halber aufgeführt… und ein bisschen wegen seiner unterwältigenden Ausdrucksweise. Ist er nicht witzig, der Gabriel? Also, das Kirchen-Argument. Machen wir es kurz: 1. Ehe und Kirche sind nicht dasselbe. 2. Deutschland ist ein säkularisierter Staat, die kirchliche Definition von „Ehe“ ist für eine staatliche Anerkennung also unerheblich. 3. Woran jemand glaubt, wird bei der Eheschließung nicht abgefragt. Viele Homosexuelle sind sogar Christen. Leb damit. 4. Tatsächlich lassen sich zwischen Wunschkonzerten und Demokratie durchaus Parallelen erkennen. Wenn genug Teilnehmer etwas wollen, dann bekommen sie es auch. Wenn also, wie im kommentierten Video behauptet, 83% der Deutschen für die Ehe für alle sind, dann wäre es im Sinne von über 4/5 der Bevölkerung, diese zuzulassen. Kapiert? Prima, Nächster.

Bald kommt die Dystopie, in der Heterosexualität unter Strafe steht!

Und damit steigen wir in die Verschwörungstheorien ein. Julian hat offenbar The Forever War von Joe Haldeman gelesen, oder besser gesagt nicht gelesen. Was Julian da aus dem Roman wiedergibt, steht so nämlich nicht drin. Das hindert den guten Julian aber nicht daran, hier einen Science-FICTION(!)-Roman als Basis für die Theorie anzugeben, dass die Homosexuellen die Weltherrschaft übernehmen und alle Heterosexuellen umpolen wollen. Sorry, Julian, aber das wird wohl nichts. Im Gegensatz zu Leuten wie dir versuchen die meisten Homosexuellen nämlich nicht, anderen in ihre sexuellen Präferenzen reinzuquatschen.

Ehe für Alle + Asylbewerber = ?

Der letzte Kommentar ist etwas ganz Besonderes. Denn, sind wir ehrlich, vom Thema „Ehe für alle“ doch noch irgendwie den Schlenker zur Flüchtlingskrise hinzubekommen – und das in nur drei Zeilen – ist wirklich nicht einfach. Doch Helmut hat es geschafft:

Das obligatorische „Danke, Merkel“ ergänzt sich beim Lesen fast von selbst. Ich spare es mir, Helmut und seinen Kommentar detaillierter zu besprechen. Jemandem wie ihm ist nicht zu helfen. Wobei es mich durchaus interessieren würde, ob er von jedem beliebigen Thema eine solch elegante Überleitung zur Flüchtlingsthematik schafft.

Homosexualität ist normal und geht euch auch gar nichts an!

Fazit: Dutzende solcher Kommentare finden sich alleine unter diesem Video. Und es ist nur einer von zahllosen Posts zu diesem Thema. Ich verstehe immer noch nicht, aus welchem Grund man gegen die Ehe für alle sein kann. Diejenigen, die Homosexuellen den Ehebegriff vorenthalten wollen, erführen durch die Ehe für alle nicht einen einzigen Nachteil. Also saugt man sich alle möglichen und unmöglichen Gründe aus den Fingern, von eingerosteten, pseudoreligiösen Moralvorstellungen über geheuchelte Besorgnis um die Entwicklung von Kindern bis hin zum beinahe schamanistischen Ansatz, nicht gegen „Naturgesetze“ verstoßen zu wollen. Dabei steckt hinter jedem dieser Vorwände etwas ganz Simples, nämlich schlichte Homophobie.

Einige sehen Homosexualität noch immer als pervers und widernatürlich an. Was dabei keiner zu verstehen scheint: Niemand wird gezwungen, homosexuell zu sein und es ist erst recht kein „Leiden“. Unter allen Homosexuellen, die ich kenne, ist nicht ein einziger, der unter seiner sexuellen Orientierung leidet. Worunter sie aber leiden, das sind Kommentare wie die hier gezeigten und die abfällige Haltung, mit der die Kommentatoren sich anmaßen, über andere urteilen zu können.

Liebe Gegner der Ehe für alle, ihr seid nicht in der Position, den Wert der Liebe anderer zu bemessen. Es geht euch auch schlicht und einfach nichts an. Seht es doch mal so: Wenn die Ehe für alle beschlossen würde, müsstet ihr nicht dauernd in den Medien von erneuten Forderungen danach lesen. Und, was noch viel wichtiger ist, die Betroffenen müssten sich nicht mehr mit euren Meinungen auseinandersetzen. Homophobe und Homosexuelle könnten sich endlich auf Augenhöhe aus dem Weg gehen. Ach, wäre das herrlich.

So, damit wären wir durch für heute. Auf bald.


Achja: Das ist bereits der dritte Teil von Friedemann. Wer Lust hat, auch Teil 1 und Teil 2 zu lesen kann doch seinen Blog Kippfenster besuchen!

Friedemann Kipp, Kolumnist Volksverpetzer Ende 20, Wahlruhrpottler, Naturwissenschaftler auf Abwegen und angehender Blogger. Hier könnt ihr dem Volksverpetzer auf Facebook folgen.
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