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Der G20 Gipfel und Hamburg ist momentan Hauptthema in allen Medien. Nur selten geht es dabei um den Kern der Sache. Noch seltener geht es darum, was der Gipfel mit und aus uns Hamburgern macht.

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Wir Hamburger sind weiß Gott nicht alle gleich, aber fast alle Leute, die ich hier kenne, teilen eine gemeinsame Idee, wie die Welt aussehen könnte, um die bei den G20 Verhandlungen so gefeilscht wird.
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Am perfektesten hat das tatsächlich Charlie Chaplin im Film „Der Große Diktator“
schon im Jahr 1940 zusammengefasst.

Charlie Chaplin – Unite

The speech everyone needs to hear – Now more than ever.

Goalcast 发布于 2017年4月13日

 

Mehr muss man dazu nicht sagen.

Der Startschuss des Gipfels

Die Polizeimacht und deren Maßnahmen im Vorfeld des Gipfels, waren bereits so einschnürend und einschüchternd, dass sich viele entschlossen hatten, an den zahlreichen friedlich geplanten Demonstrationen teilzunehmen. Keiner verstand, warum harmlose Zeltlager rechtswidrig von der Polizei geräumt wurden.




Das war der Ausgangspunkt für den Start in die G20 Woche.

Und genau mit diesem Gefühl ging es auch schon am Dienstag in dieser Woche los. Ein friedlicher Abend unter dem Motto „Massencornern gegen G20“ mit Technomusik am Alma-Wartenberg-Platz in Altona. Zwei Mannschaftswagen der Polizei standen ca. 2.000 Demonstrierenden gegenüber. Vielen mag die Veranstaltung mit ihrem Festivalfeeling vielleicht sogar etwas zu unpolitisch gewesen sein. Alteingesessene Altonaer und junge „Gentrifizierer“ mit teuer eingekauften Karottenhosen aus Original-DDR-Beständen cornerten und amüsierten sich gemeinsam auf dem Platz.

Friedliche Demonstrationen

An Donnerstag, dem Tag an dem die Staatsgäste anreisten, bot sich ein ähnliches Bild. Die Demo „TechNoG20“ brachte es in Summe auf geschätzte 30.000 Teilnehmer und zog friedlich durch die Straßen der Schanze. Diesmal war alles deutlich politischer angehaucht. Auch das Polizeiaufkommen war deutlich größer. Straßenabsperrungen wuden da gerne mal mit je 15 Mannschaftswagen durchgeführt. Der Zug selbst wurde von 25 Mannschaftswagen angeführt. Der Abend verlief absolut friedlich und am Ende hatte man das Gefühl, seinem Ziel, sich gewaltlos Gehör zu verschaffen, zumindest einen kleinen Schritt näher gekommen zu sein.

Der eigentliche Gipfel oder das, was uns noch auf Jahre hinaus in Erinnerung bleiben wird, werden sicher nicht die Verhandlungen und Ergebnisse der Politiker sein. Es wird auch nicht dieser friedliche Protest der Mehrheit der Hamburger sein, sondern das, was am Freitag unter dem Motto „Welcome to Hell“ begann.

„Wir werden nicht den ersten Stein werfen, haben aber genug Mittel, uns gegen alles zu wehren, was Ihr aufbietet.“

Die Großdemo war ganz legal im Vorfeld angemeldet worden. Von den Veranstaltern war sie mit der Aussage „Wir werden nicht den ersten Stein werfen, haben aber genug Mittel, uns gegen alles zu wehren, was Ihr aufbietet.“ ganz klar aggressiv positioniert worden. Der größte schwarze Block, den Hamburg jemals gesehen hat, war angekündigt und wartete nun ab. So kochte die Stimmung schon vor dem Start. Die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm war allen anzumerken.

Vom weiteren Geschehen wurde bereits genug berichtet. Wer Schuld hat und wer falsch reagiert hat, können vermutlich erst Psychologen und Soziologen in jahrelanger Forschungsarbeit realistisch aufklären. Es ist aber auch egal.

Brandschatzungen und Plünderungen

Die Folge daraus war jedenfalls ein aggressiver, zersprenkelter schwarzer Block, der für die nächsten 48 Stunden brandschatzend durch unsere schöne Stadt zog und – um es deutlich und einfach zu sagen – Angst verbreitete.

Hier ein Video vom Freitag Morgen von unserem Fenster:

Später sollte sich herausstellen, dass das lediglich der Startschuss für weitere, viel schlimmere Streifzüge sein sollte.

Doch wer ist dieser schwarze Block?

Die linksradikale Szene ist in Hamburg alteingesessen. Sie gliedert sich grob in drei  Gruppen. Die Autonomen rund um ihr Zentrum, die Rote Flora, sind die aggressivste dieser Gruppierungen und stellen den Kern. Bei den in kleinen Gruppen organisierten Anarchisten sind sich die Strömungen selbst uneinig, ob Gewalt eine Lösung ist, oder nicht. Schließlich gibt es die gut organisierten Antiimps, sozusagen Nachfolger der RAF.

Alle Gruppierungen agieren europaweit. Deshalb gab es am Anfang der Woche auch die großen Diskussionen um die Genehmigung der Schlafcamps, in denen viele Besucher aus dieser Szene übernachten sollten. Genaue Zahlen gibt es nicht, aber ich schätze die ca. 1.200 Gewaltbereiten bestehen zu über 75 Prozent aus „Gästen“, die gerne Dinge kaputt machen und das noch lieber in einer fremden Stadt tun. Bei den Allermeisten liegt die Gewaltbereitschaft deutlich über dem politischen Engagement. Eine Aussage wie „Wären die in einer anderen Gegend groß geworden, wären das jetzt Neonazis“ würde ich sofort unterschreiben.




Dieser Block von überwiegend Fremden zog nun durch die Straßen und plünderte in größeren und kleineren Gruppen die alteingesessenen Hamburger Läden, während man die imperialistischen Fastfood-Ketten am Leben ließ. Sie steckten Kleinwagen von Altenpflegern in Brand, während die Porsche-Dreckschleudern und Range-Rover Kuhfänger daneben verschont wurden. Sie taten dies während sie ihre Levi’s Jeans, Columbia-Jacken und Estonia-Rucksäcke trugen. Aber ohne Moral kann es ja auch keine Doppelmoral geben.

Das ist Hamburg heute. Eine Veranstaltung von Regierungschefs, die unter völligem Ausschluss der Öffentlichkeit um die Zukunft der Menschheit pokern. Eine Gelegenheit, über die Medien zu transportieren, wie man sich eine friedliche Zukunft für alle vorstellen könnte. Und am Ende bleibt doch die Angst, auf die internationale Abschlusskundgebung zu gehen, weil sie eskalieren könnte.

Schade.

Matthias Reis, Gastautor bei Volksverpetzer Programmierer aus Hamburg Altona, Blog: Cardamonchai
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