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Einige sagen, der Mindestlohn ist nur eine Übergangslösung, damit Arbeit sich lohnt, bis es das Bedingungslose Grundeinkommen gibt. Doch FrauMaja ist der Meinung, dass wir beides brauchen.

In meinen Texten über das BGE habe ich ja immer wieder in Frage gestellt, dass Arbeit das ist, was das Leben eines Menschen ausmachen sollte oder dass es das Ziel sein sollte, dass jeder Mensch eine Arbeit hat.

Aber heißt das auch, dass es egal ist, wie gut Arbeit bezahlt wird?

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Von Menschen, die sich für das Bedingungslose Grundeinkommen einsetzen, habe ich bisweilen gehört, dass der Mindestlohn nur eine Übergangstechnologie ist, bis es ein Grundeinkommen gibt, und dann wieder abgeschafft werden kann.

Oder dass es altmodisch ist, sich für einen höheren Mindestlohn einzusetzen, weil man ja schon für ein BGE ist.

Aber dieser Zusammenhang ist nur die halbe Wahrheit.

Das Grundeinkommen heißt ja nicht umsonst Grundeinkommen.




Das BGE sollte Einkommen aus Erwerbsarbeit nicht ersetzen, sondern ergänzen!

Und es soll den Leuten Würde geben und sie absichern, die keiner Erwerbsarbeit nachgehen, und auch Altersarmut abfedern.

Es gibt diverse (neo)liberale Ansätze des BGE, die vorsehen, dass eine eher niedrige Summe gezahlt wird und Menschen motivieren soll, auch schlecht bezahlte Jobs anzunehmen.

Aber kann es die Aufgabe eines Grundeinkommens sein, Konzerne und Arbeitgeber aus der Verantwortung zu entlassen, Menschen für ihre Arbeit anständig zu bezahlen?

Das würde nämlich bedeuten, dass Unternehmen, die Menschen zu prekären Konditionen anstellen, noch gestärkt werden.

Es ginge also wieder nur um den Markt, aber nicht primär um Menschen.

Natürlich wird ein soziales BGE auch den Markt stärken. Menschen die Geld haben, konsumieren, sie kaufen Dinge, und wer die Wirtschaft. Aber vor allem geht es um die soziale Absicherung von Menschen.

Der Arbeitsbegriff wird umgekrempelt, weil durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen Tätigkeiten aufgewertet werden, welche außerhalb des Lohnerwerbsmodells liegen.

Also Tätigkeiten, die heute oft nicht als Arbeit angesehen werden, weil man kein Geld mit ihnen verdient. Ich denke hier beispielsweise an ehrenamtliche Arbeit, die Erziehung von Kindern oder das Pflegen von Angehörigen.

Gerade Alleinerziehende und pflegende Angehörige sind heute oft auf ALG2 angewiesen und werden deshalb noch vom Jobcenter gegängelt und mit Sanktionen bedroht. Darüber hinaus sind sie dann noch als „Sozialschmarotzer“ verschrien, weil sie eben die finanzielle Hilfe des Staates in Anspruch nehmen müssen und keiner Erwerbsarbeit nachgehen können.

Außerdem zahlen sie nichts oder sehr wenig in die Rentenkasse ein, sodass ihnen darüber hinaus Altersarmut droht.

Hier setzt ein Grundeinkommen an und bietet Schutz vor Repressionen und Armut.

Außerdem gibt es Menschen, die die Freiheit haben möchten, aus dem System der Erwerbsarbeit herauszutreten und eben beispielsweise einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachzugehen, sich fortzubilden, oder, ja, auch einfach gar nicht zu arbeiten.

Nicht arbeiten wäre nur bei einer Minderheit ein Dauerzustand

Das Grundeinkommen trägt außerdem der Tatsache Rechnung, dass der Bereich der Erwerbstätigkeit immer kleiner wird, eben weil viele Jobs durch die Technisierung und Digitalisierung wegfallen.

Der Bereich wird also kleiner, aber er ist zunächst einmal nicht weg. Und solange Menschen in Erwerbsberufen arbeiten, ist es auch ihr Recht, von den Unternehmen, denen sie ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, anständig entlohnt zu werden. Denn diese verdienen ja wiederum an dem Ergebnis dieser Arbeit.

Ein soziales BGE kann nicht das Ziel haben, einem Wirtschaftsunternehmen Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen, für die es nichts oder sehr wenig bezahlen muss.

Dies kehrt die soziale Idee in ihr vollständiges Gegenteil.

Und wir haben derzeit noch kein BGE, deshalb macht es noch keinen Sinn, sich nicht für einen gerechten Mindestlohn zu einzusetzen

Ja, die gesellschaftliche Diskussion ist in Gang gekommen, was sehr erfreulich ist und unbedingt gefördert werden muss. Aber der gesellschaftliche Konsens und das Umdenken im Arbeitsbegriff ist noch ganz am Anfang. In prekären Arbeitsverhältnissen befinden sich immer noch viel zu viele Menschen. Der Mindestlohn von derzeit 8,84€ ist ein Anfang, aber noch lange nicht hoch genug.




Zumal es von Regierungsseite immer wieder Forderungen gibt, den Mindestlohn zu beschneiden, indem Ausnahmen geschaffen werden sollen, die es ermöglichen, einen geringeren Lohn zu zahlen.

Insofern ist mein Fazit: Es muss weiterhin eine Doppelstrategie geben aus der Forderung nach fairen Löhnen UND dem BGE. Außerdem muss es bei dem Grundeinkommen um soziale Absicherung und Menschenwürde gehen und nicht um die Schaffung billiger Arbeitskräfte für das kapitalistische System.

Dann ist eine Grundlage für eine gerechte und tragfähige Gesellschaft vorhanden.

FrauMaja, Redakteurin Volksverpetzer FrauMaja ist 31 Jahre alt, Bloggerin aus der Ruhrpottperipherie und hat ein Herz für das Bedingungslose Grundeinkommen und soziale Themen. Hier schreibt sie über ihren Traum von progressiver Politik. Hier könnt ihr dem Volksverpetzer auf Facebook folgen.
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