Widerliche Likegeilheit: das Baby mit der angeblich mysteriösen Krankheit


Facebook und seine Wunderheilungen! Sollte jeder wissen: wenn man die Bilder erkrankter Kleinkinder oder Babys teilt und kommentiert, werden sie alle gesund. Und je öfter man das macht, desto gesünder werden sie. Nicht?


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Wenn dem nicht so wäre, dann würde das Teilen und Kommentieren ja diesem Baby gar nichts bringen!

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Das Baby soll angeblich an einer mysteriösen Krankheit leiden und man solle es doch bitte teilen Amen kommentieren bevor man mit seinem normalen Tagesablauf fortfährt.

So mysteriös ist die Krankheit nicht!

Es handelt sich um eine ausgeprägte Form der sogenannten Fischschuppenkrankheit (Ichthyose) der Harlekin-Ichthyose. Unter allen angeborenen Verhornungsstörungen verursacht die Harlekin-Ichthyose die schwersten Symptome: Neugeborene mit einer solchen Ichthyose sind von einem dicken Hornpanzer umhüllt, der aus dicken gelben Hornplatten besteht. Durch Austrocknungen heißen diese Hornplatten tief ein; Augenlider und Lippen kehren sich deutlich nach außen. Ist die Harlekin -Ichthyose stark ausgeprägt, sterben Kinder häufig in den ersten Lebenswochen. Wenn diese kritische Phase überstanden ist, kann die Fischschuppenkrankheit milder verlaufen. Nachdem sich die Hornschicht abgelöst hat, geht die Hautkrankheit dann in eine schwere lamelläre Ichthyose über. (vergl. [1] ).

Die Sterblichkeitsrate liegt unter 50 %. Die Überlebenden haben meist schwere Hautkrankheiten und massive Probleme mit den Augen durch die Ektopie (Umstülpung).

Wie wir sehen, ist diese Krankheit keinesfalls mysteriös, sondern durchaus gut erforscht.

Das einzig wirklich mysteriöse an solchen Posts bleibt die Frage, warum einige geistig fehlgeleitete Individuen scheinbar nichts Besseres zu tun haben, als Fotos und Videos von Kranken und hilflosen Personen zusammen mit ihren verwirrten Kommentaren in die sozialen Netzwerke zu plärren nur um ihr eigenes eingeschrumpeltes Ego durch „Shares“ „Likes“ und „Amens“ aufzupolieren.

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Autor

Andre Wolf, Mitarbeiter bei „Mimikama-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch". Nach mehreren Semestern Theologiestudium und einigen Jahren Berufserfahrung als Verantwortlicher für Medien und Kommunikation ist nun die Analyse von Internetinhalten, speziell der sozialen Medien Wolfs Fachgebiet.


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