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Mehr Kontrolle über Werbeanzeigen verspricht Facebook.

Hier erklären wir dir, was wirklich damit gemeint ist und wie du die Nutzung deiner Daten für Werbeanzeigen einstellst.

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Bild: Facebook / Screenshot

Nein, du kannst Werbung bei Facebook nicht komplett abschalten.

Aber du kannst ein bisschen mitbestimmen, was dir angezeigt wird; und wer außer dir noch erfahren soll, auf welche Sachen du stehst.

Was toll klingt, ist gerade das, was Datenschützer nervt: Denn so lernen dich die Leute bei Facebook ganz genau kennen, obwohl sie dich wohl nie persönlich treffen werden.

Mit diesen Informationen, die du ihnen kostenlos gibst, verdienen sie ziemlich viel Geld: fast drei Milliarden US-Dollar weltweit allein durch Werbung von Juli bis Oktober 2014! Das zeigen die Unternehmensdaten auf der amerikanischen Faceook-Seite.

Facebook unterscheidet zwischen drei Arten von Werbeanzeigen:

  1. Werbung für Facebook selbst auf anderen Internetseiten (z.B. über soziale Plugins),
  2. Werbeanzeigen und gesponserte Postings innerhalb Facebooks anhand der Daten, die Facebook von dir kennt (laut Facebook der Standort, den du in deinem Profil angegeben hast, dein Alter, dein Geschlecht und die Geräte, mit denen du das Netzwerk nutzt),
  3. Werbung innerhalb Facebooks, ausgewählt nach Seiten und Apps, die du außerhalb von Facebook im Internet besucht und verwendet hast (Tracking).

Einstellen kannst du das alles, indem du im blauen Balken oben rechts auf das kleine Dreieck klickst, dann auf „Einstellungen“ und dort in der linken Navigation auf „Werbeanzeigen“.

Der erste Bereich beschäftigt sich mit den „Webseiten Dritter„. Da kannst du einstellen, wer außerhalb von Facebook in einer Anzeige sehen kann, was dir auf Facebook gefällt.

Der Text ist etwas kompliziert geschrieben, heißt aber übersetzt:

Facebook gibt deinen Namen und dein Bild nicht an andere Unternehmen weiter, um damit zu werben – außer die von dir gewählte Einstellung erlaubt das.

Die Standard-Einstellung bei der Frage, wer deinen Namen und deine Fotos woanders sehen darf, steht auf „Nur meine Freunde“. Check mal deine „Freunde“-Liste: Sollen davon wirklich alle auf irgendwelchen Internetseiten sehen, was dir gefällt?

Weil Facebook nicht sagt, welche Bilder gemeint sind, könnte es theoretisch alles sein, was du mal hochgeladen hast. Plötzlich sehen deine Freunde dann ein uraltes Foto, das dir schon total peinlich ist. Theoretisch zumindest. Um das abzustellen, kannst du rechts neben dem Text auf „Bearbeiten“ klicken und die Auswahl, die dann unter dem Text erscheint, auf „Niemand“ stellen.

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Im Bereich „Werbeanzeigen und Freunde“ stellst du ein, wer auf Facebook sehen darf, was dir dort gefällt. Klickst du auf „Bearbeiten“, siehst du ein Beispiel einer Facebook-Anzeige. Für die Einstellung gilt das gleiche wie oben: Wenn du nicht willst, dass wirklich alle deine Freunde erfahren, was dir gefällt, solltest du „Niemand“ auswählen.

Der dritte Bereich ist der komplizierteste. „Werbeanzeigen basierend auf deiner Nutzung von Webseiten oder Apps außerhalb von Facebook“ heißt er. Das bedeutet: Facebook bestimmt, welche Anzeigen du siehst, aufgrund der Seiten und Apps, die du irgendwo anders im Internet besuchst oder nutzt. Das kannst du bei Facebook selbst gar nicht abschalten, sondern musst auf die Seite YourOnlineChoices.eu. Die Seite wird von der Europäischen Allianz für Werbeselbstkontrolle (EASA) betrieben. Das ist ein gemeinnütziger Verein in Brüssel.

Doch das System gaukelt mehr Privatsphäre vor, als es tatsächlich bietet.

Denn du kannst damit zwar einstellen, welche Werbefirmen deine Infos an Facebook weitergeben dürfen und welche nicht – aber jedes Mal, wenn du deine Cookies im Browser löschst (das solltest du als Standard einstellen), sind die Einstellungen bei YourOnlineChoices.eu ebenfalls gelöscht.

Außerdem kannst du auch im Browser verbieten, dass Cookies von Drittanbietern gesetzt werden.

Das bedeutet zum Beispiel folgendes: Du bist auf einem Onlineshop, auf dem eine Facebook-Anzeige zu sehen ist. Facebook (in diesem Fall der Drittanbieter) speichert einen Cookie, um bei deinem nächsten Login zu sehen, wo du warst. Mehr zum Thema Datenschutz gibt’s hier.

Zurück zu YourOnlineChoices.eu:

In seiner Ankündigung zu den neuen Nutzungsbedingungen sagt Facebook, dass du die Einstellungen dort mit einem Computer, Smartphone oder Tablet machen kannst und sie für alle anderen Geräte, mit denen du Facebook nutzt, übernommen werden.

Wie das technisch funktionieren soll, kann uns nicht mal die Facebook-Presseabteilung erklären. Angeblich reicht es, dass du währen der Einstellung zum Beispiel am Computer mit einem anderen Tab bei Facebook eingeloggt bist.

Weil aber schon die Methode an sich aufwändig ist, empfehlen wir eher generell die Blockade von Drittanbieter-Cookies, das Ad-Tracking auf Smartphones zu verbieten oder ein Browser-Addon wie z.B. Ghostery zu installieren.

Das gibt’s sowohl für verschiedene PC-Browser als auch für Android und iOS. Außerdem werden ohne Tracking viele Internetseiten auch viel schneller geladen.

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Quelle: Facebook

Ab Januar sollen Anzeigen auf Facebook übrigens auch einen kleinen Pfeil bekommen, über den du erfahren kannst, warum dir genau die Werbung gezeigt wird.

Du kannst dort anklicken, dass du die Anzeige nützlich findest. Du nimmst also an Marktforschung teil, ohne es wirklich gesagt zu bekommen.

Denn du zeigst Facebook, dass du künftig weitere Werbung aus dem Themenbereich sehen möchtest. Somit lieferst du den Netzwerk-Machern weitere Daten von dir, die sie zum Beispiel zu Geld machen können. Seit den Enthüllungen durch Edward Snowden ist es kein Geheimnis mehr, dass solche Erkenntnisse auch an Regierungsbehörden weitergegeben werden können. Es gab schon Fälle, in denen Menschen nicht in die USA einreisen durften, weil sie sich für gewisse Themen und Bücher interessierten, die der US-Regierung nicht passten.

Auch neu ab Januar bei Werbeanzeigen: Klickst du in der Auswahl auf „Warum wird mir das angezeigt?“, öffnet sich ein Fenster mit der Antwort.

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Quelle: Facebook

In diesem Beispiel lautet sie: „Weil Facebook Ref Personen die in Deutschland leben erreichen möchte.“

Weil du in deinem Profil angegeben hast, dass du in Deutschland wohnst und weil Facebook anhand deiner Internetverbindung feststellt, dass du in Deutschland bist, erscheint diese Werbung.

Von diesem Fenster aus kannst du auch einstellen, zu welchen allgemeinen Themen du Werbung sehen willst. Auch hier wieder: Marktforschung.

In unserem Überblick zu den neuen Facebook-Nutzungsbedingungen siehst du, was sich sonst noch im Januar ändert. (hamo)

Quelle: checked4you | Das Online-Jugendmagazin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen
Facebook: Verbraucherzentrale NRW auf Facebook

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