Warnung! Sie ist mitten unter uns.


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Sie ist klein oder groß, aber auf alle Fälle zäh, extrem widerstandsfähig, kann lange, ja fast ewig ohne Nahrung auskommen, überdauert Kälteperioden ebenso wie Hitzephasen, kalte Kriege und Atomschläge.

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Man könnte sie fast mit Kakerlake verwechseln, wenn ihre äußere Erscheinung nicht oftmals um ein Vielfaches liebreizender wäre – es sei den man ist Entomologe und hat ein Faible für alles was krabbelt und kriecht. Wobei die Titulierung als Kakerlaken der Lyrik sicherlich dem einen oder anderen Leser zu wahrlichen Begeisterungsstürmen treiben könnte.

Das Fressverhalten

Über ihr Fressverhalten ist relativ wenig bekannt, allerdings scheint ihre liebste Nahrungsquelle der Mensch zu sein, der Mensch in all seiner Vielfalt und Einfalt.

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Sie lauert ihn auf, teilweise im Verborgenen, aber auch schon mal offensichtlich und frech, dann springt sie ihm direkt ins Gesicht und dennoch sind etliche potentielle Opfer nicht in der Lage sich ihrer zu erwehren. Sie geht mit ihren Opfern mehr oder weniger eine Symbiose ein, sie „füttert“ das Opfer mit einer verdrehten, überzeichneten Weltsicht und bekommt im Gegenzug deren Emotionen zugeführt. Wobei ein interessantes Phänomen eben jenes ist, dass sie die Emotionen zwar innerlich auslöst, ihre wahre Nahrung aber offensichtlich aus den äußerlich gezeigten Emotionen zieht.

Was genau geschieht da?

Sie saugt sich an, aber auch und vor allem in ihrem Opfer fest, deren Gefühlswelt durchlebt, je nach vorhandener Grundbegabung, jede nur erdenkliche Regung, von lautem Lachen, über albernes Kichern bis hin zu blankem Entsetzen, Horror und zorntriefender Empörung, ja auch geifernde Wutausbrüche sollen vereinzelt schon beobachtet worden sein.


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Interessant ist in diesem Zusammenhang, die Tatsache, dass je nach Gefühlsregung, die anschließende Erkenntnis zu den Opfern, der hier betrachteten Spezies, zu gehören, wiederum zu einer ganz anderen weiteren Reaktion führt.

Man kann die Opfer in mehrere Gruppen einteilen. Betrachten wir hier mal die beiden extremsten.

Die bewussten Opfer

Da haben wir auf der einen Seite die bewussten Opfer, was sind den bitteschön bewusste Opfer? Das sind diejenigen Opfer die sie gezielt suchen und willentlich zu Opfern werden, man kann sagen, sie sind ihr süchtig.

Sie genießen förmlich das breite Grinsen, laute Lachen, das Zwicken des Zwerchfells.

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Je fester, aber gleichermaßen versteckter der Biss des Viehs umso größer ist die Freude, dieser Opfergruppe, es fehlt lediglich, zumindest bei den meisten, der laut in die Welt schallende Ruf

„Ich seh dich, gib’s mir du Lyrikluder!“

Da es sich aber um freiwillige und wissende Opfer handelt, fällt ihre anschließende Reaktion entsprechend friedfertig aus, sie stellen sich damit offen dar und erzählen durchaus angetan und begeistert von ihrer letzten Erfahrung, nicht selten wandeln dann andere freiwillige Opfer auf den selben Pfaden und pilgern zu den Stätten an denen ihre Freunde bereitwillig ihren Geist hingaben, um sich selber anfallen zu lassen und sich an den daraus ergebenden, bereits beschriebenen Konsequenzen, zu ergötzen.

Die Unbedarften

Auf der anderen extremen Seite gibt es die Opfer, die ihr völlig unbedarft ins ausgeworfene Netz gehen. Allerdings macht es ihr augenscheinlich weitaus mehr Freude, wenn sie gerade dieser Opfergruppe mit vollem Schwung direkt ins sehende Auge zu springen und sich mit Wucht an deren Hirnlappen festsaugen  kann.

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Dabei geht sie durchaus gezielt vor, sie lutscht sich also nicht wahllos irgendwie fest, nein sie geht gezielt an die Hirnregionen in denen die Weltanschauung des Opfers abgelegt ist.

Jetzt hat ja jeder eine Weltanschauung, da ist überhaupt nichts verwerfliches oder gar unlauteres dran zu erkennen.

Manche sind aus wissenschaftlicher Sicht zwar etwas verschroben, aber nett, andere hingegen sind wahrhaft verdreht. Trifft sie jetzt in einem der Hirnlappen auf eine jener verdrehten Weltsichten, dann nimmt es ihre ganze Macht zusammen, unterstützt oder bestenfalls verstärkt diese noch.

Das Opfer wird sie ab sofort als verlässliche Quelle ansehen, ihre Thesen als die eigenen, oder als Beleg für die Wahrheit in alle Welt hinaustragen.

Dieser Opfergruppe jetzt durchweg eine mentale Minderbegabung zu unterstellen, wäre zu kurz gesprungen, es ist vielmehr ihre Weltsicht, die ihnen die Wahrnehmung auf den wahren Charakter ihrer vermeintlich sicheren Quelle verwehrt.

Genau da liegt aber die Krux, sie füttert ihre Opfer mit vermeintlichen Fakten, nutzt ihre Weltanschauung gegen sie, bestärkt ihre Vorbehalte, ihre Vorurteile – alles passt und am Ende stellt sie sich als Trugbild heraus, als Mata Hari, die ihr doppeltes Spiel mit ihm, also dem Opfer, gespielt hat.

Es ist dann auch nicht weiter verwunderlich, dass sämtliche Energie in Form von Wut, die sie vorher in ihrem Opfer gefunden und verstärkt hat, dass diese sich in geballter Wucht und Rage auf sie zurückwirft.

Viel schlimmer allerdings als durch sie betrogen worden zu sein, ist die Schadenfreude und Häme, die jetzt von außen auf ihr Opfer einprasseln.

Das macht die Sache für ihn nicht erträglicher, er fühlt sich, im übrigen vollkommen zu recht, erniedrigt und dumm, umso größer ist seine Wut und er brüllt sie frustriert auf alles und jeden.

Wird ihr Opfer daraus lernen?

Vermutlich eher nicht, denn sobald sie sich etwas anderes anzieht und ihr Lied leicht verändert singt, wird es (das Opfer, sei es nun männlich oder weiblich) wieder an ihren Lippen hängen und vollmundig mitsingen – bis… genau bis sie sich wieder zu erkennen gibt und Wut und Frust wieder hinausgeschleudert werden.

Kann man ihr aus dem Weg gehen?

Nein, kann man nicht, dafür ist sie zu präsent in der vernetzten Welt, sie hat eine Vielzahl an Förderern, Gönnern und Liebhabern. Sie hat Jahrtausende in den verschiedensten Formen überdauert. Diktaturen überlebt. Nein aus den Weg gehen kann man ihr nicht, früher oder später wird man von ihr konfrontiert.

Wenn ich ihr nicht aus dem Weg gehen kann, kann ich sie wenigstens erkennen?

Die Frage kann durchaus mit JA beantwortet werden. Wenn zum Beispiel ein Artikel mit dem Titel „Enthüllung: Hamburger Rosenmontagsumzug, wegen Flüchtlingen abgesagt“ erscheint, dann reicht es die Überschrift nur etwas auf sich wirken zu lassen, um zu der Erkenntnis zu kommen, der Hanseat an sich versteht unter einem Rosenmontagsumzug nichts weiter als einem Wohnungswechsel an eben jenem Tag, wobei es ihm am Wochenende ja lieber wäre, weshalb Rosenmontagsumzüge in Hamburg eher nicht ins Stadtbild gehören.

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Natürlich mag es auch in Hamburg eine Anzahl Mitbürger geben, die sich in einem in „Prunksaal“ umgetauften Veranstaltungsraum bewegen und dort einer Sitzung nach rheinischem Vorbild hingeben.

ABER, diese Mitbürger würden vermutlich eher nicht auf die Idee kommen, sich auf Anhänger zu stellen und arglose Passanten mit Süßigkeiten zu bewerfen. Niemals nicht!

Kann man also erkennen, wenn man nicht grade eine etwas verschobene Weltanschauung mit sich herumträgt und alles auf den etwas mit „Flüchtlingen“ steht schon mal vorab skeptisch betrachtet und wenn dann auch was von „WEGEN Flüchtlingen“ steht, schon die nächste Hasskappe auf hat.

Stellt sich der Artikel dann auch noch als die oben beschriebene falsche Freundin heraus, und man stellt fest, dass die Hasskappe von allen umstehenden nur als das wahrgenommen wurde, was man sowieso auf hat, nämlich als Narrenkappe, so ist man zwar voll beim Thema Rosenmontag angekommen, aber eben auch entsprechend vergrätzt.

Gibt es eine einfachere Erkennungsmethode, wenn ich mich nicht zwingend auf meinen Verstand verlassen kann?

Auch hier wieder ein JA! Zu ihren bekanntesten Liebhabern gehören zum Beispiel der „Postillon“, die “Tagespresse” oder auch die „Norddeutschen Nachrichten“ um nur drei zu nennen.

Bei Internetpräsenzen dieser Art (nicht nur von den diesen, sondern auch bei all ihren, hier namentlich nicht aufgeführten Kollegen) hilft oftmals der genauere Blick entweder es leuchtet einem bereits in großen Lettern entgegen oder man wird im Impressum fündig. Spätestens dort wird sie uns dann vorgestellt.

Sie um die es die ganze Zeit ging, die Lyrikkakerlake, die Jahrtausende überdauert hat und doch so frisch und erfrischend ist wie eh und je… dabei hat sie einen schlichten einfachen Namen, schlicht aber wohlklingend – Satire.

Autor: Jens H, mimikama.at

Bildquellen:

Borysevych.com / Shutterstock
Complot / Shutterstock
Liudmila Pleshkun / Shutterstock
F. JIMENEZ MECA / Shutterstock

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