Und wieder Mist unterwegs: der “Wintermarkt” in München


Wenn auch nur einer dieser Burschen bei der Leitung des Flughafens München angefragt hätte, dann wäre die Welt um einige böse Worte leichter gewesen.

Mimikama: Information

Aber das scheint ja weniger effektiv und weniger Öffentlichkeitswirksam zu sein. Lieber böses Blut erschaffen und Gift spucken anstatt in den Dialog treten. Und auch lieber Zusammenhänge erschaffen, die so nicht existieren. Dafür ist die aktuelle Informationslage um den Wintermarkt am Münchner Flughafen das beste Beispiel.

Bereits am 17. Dezember 2014  war auf der Fanpage von Dr. Bernd Fabritius (MdB CDU/CSU, Vors. UA Ausw. Kultur- und Bildungspolitik, Ausw. Ausschuss, MRHH-Ausschuss, BdV-Präsident) über diesen Wintermarkt zu lesen und auch einige Bilder zu sehen.

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)

Die Vorwürfe von Herrn Dr. Bernd Fabritius lauteten (vor knapp einem Jahr):

Gipfel der Intoleranz und der Beliebigkeit!

Eigentlich mag man es gar nicht glauben! Es meint wohl auch der Flughafen der Landeshauptstadt München aus dem traditionellen Christkindlmarkt oder dem Weihnachtsmarkt einen „Wintermarkt“ machen zu müssen… Völlig daneben!

Toleranz gegenüber Traditionen und Religionen bedeutet NICHT, gerade diese preiszugeben, sondern sie anzunehmen! Viele ausländischen Gäste kommen gerade deshalb gerne nach Bayern, weil es hier eben noch Traditionen zu erleben gibt.

Da steht zwar noch ein Weihnachtsbaum (oder ist das jetzt eine „Beleuchtungstanne“?) und ein Pralinenverkäufer versteckt verstohlen die Silouette eines Nikolaus hinter einigen Tannenzweigen. Aber mit Toleranz, einer „Weltstadt mit Herz“ und abendländischer Kultur hat das nichts mehr zu tun! Die begründende Pressemitteilung des Flughafenbetreibers (der Markt dauere einige Tage länger als Weihnachten) überzeugt nicht: die Weihnachtszeit dauert bis Maria Lichtmess und damit länger als der Markt. Vorgeschobene Gründe also. Schade


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Diese Vorwürfe sind immer noch auf seiner offiziellen Fanpage zu sehen, man muss nur weit genug in der Historie suchen, dann findet man diese auch.

In den Dialog mit dem Münchner Flughafen scheint er auch nie getreten zu sein, denn eine Auflösung seiner emotionalen Worte sind nicht zu finden. Wo er doch schon Facebook nutzt, wäre eine kleine PN an den Flughafen München sicher Hilfreich gewesen.

Stattdessen …

Knapp ein Jahr später greift stattdessen eine große deutschsprachige Facebookseite, die ihrerseits derzeit stark in der Kritik steht ( siehe [a], [b], [c], [d], [e] oder aber auch [f]), diese Information des Politikers auf, um zu “beweisen”, wie sehr Deutsche im eigenen Land kritisiert werden.

Dialog mit dem Münchner Flughafen? Ebenfalls nicht. Scheint unnötig zu sein, lieber lenkt man einseitig.

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Auf dieser Seite kann man nun folgenden Vorwurf lesen:

Wir haben es vor einigen Tagen schon mal angesprochen. Den neuesten Beweis dafür, wie Deutsche im eigenen Land diskriminiert werden, liefert das Management des Flughafens München. Aus dem traditionellen Christkindlmarkt oder dem Weihnachtsmarkt machte der Flughafen der bayrischen Landeshauptstadt kurzerhand einen „Wintermarkt“. Man muss ehrlicherweise auch sagen: Wer sich gegen diese Art von Diskriminierungen nicht zur Wehr setzt, der hat es leider nicht anders verdient. Beschwerden nimmt der Flughafen München natürlich auch auf Facebook entgegen:
https://www.facebook.com/flughafenmuenchen
Querverweise:
[1] Facebook Beitrag: Dr. Bernd Fabritius
https://www.facebook.com/mdb.fabritius/posts/1720461344846350

Man spricht hier von “Diskriminierung” und von “zur Wehr setzen”. Aber was hat es denn nun mit dem Wintermarkt auf sich? Hat mal irgendjemand nachgefragt?

Wir wollten ja …

Nachfragen machen wir ja gerne und wollten das heute morgen direkt machen, jedoch kam uns der Flughafen München an dieser Stelle entgegen und bei der Suche nach der Kontaktmöglichkeit auf Facebook fanden wir direkt folgende Stellungnahme, welche deutlich sichtbar ist:

*** Offizielle Stellungnahme ***
Die Flughafen München GmbH verwahrt sich gegen die zum Teil offen fremdenfeindlichen und hetzerischen Beiträge, die uns zum Thema Wintermarkt erreichen. Wir sind hier offenbar zum Ziel einer bösartigen Kampagne geworden, die über die vermutliche gefakte Anonymus-Seite ausgelöst wurde. Zu dem Begriff Wintermarkt stellen wir fest: Der alljährliche Markt im München Airport Center wird bereits seit dem Jahr 2006 unter dem Namen Wintermarkt veranstaltet. Der Grund für diese Benennung war seinerzeit, dass die Öffnungszeiten des Marktes im MAC verlängert wurden. So blieben die Stände im MAC in der Saison 2006/2007 erstmals bis zum 7. Januar offen – und damit zwei Wochen länger als die klassischen Weihnachtsmärkte. Mit der neuen Bezeichnung sollte sichergestellt werden, dass der Wintermarkt am Flughafen mit seiner längeren Öffnungsdauer von den Weihnachtsmärkten unterschieden wird. Auch im laufenden Jahr ist der Markt im MAC eben kein Weihnachts- oder Christkindlmarkt, die ja bekanntlich am ersten Adventswochenende starten. Demgegenüber beginnt der Wintermarkt am Flughafen bereits morgen und damit eine Woche früher. Anders als die Weihnachtsmärkte endet der Wintermarkt am Flughafen auch nicht an Heiligabend, sondern erst am 27. Dezember. Insofern wäre es schlicht irreführend, den Markt mit der gleichen Bezeichnung zu versehen, wie die auf die Adventszeit beschränkten Weihnachtsmärkte.
//Die Flughafen München GmbH

Dazu auch die Pressemitteilung vom letzten Jahr: Pressemitteilung 2014

Noch überraschender: es gab sogar 2014 schon eine Stellungnahme, warum tauchte diese in dem Vorwurf des Politikers nicht auf – so hätte man sich viel Theater sparen können.

Nachtrag

Diese unsinnige Meldung über die „ach so spontane“ Umbenennung und „Diskriminierung“ der Deutschen im eigenen Land ist auch bei österreichischen Politikern angekommen. Auch für diese Veröffentlichung gilt: der Dialog mit dem Flughafen hätte nicht geschadet, scheint jedoch nicht so Öffentlichkeitswirksam zu sein.

Ob man dort eine Richtigstellung zu erwarten hat?

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)

Daher nochmal für alle:

Der Wintermarkt am Münchner Flughafen heißt Wintermarkt, weil er den Zeitraum der Weihnachtszeit überdauert und bis in den Januar hinein geöffnet ist.

So blieben die Stände im MAC in der Saison 2006/2007 erstmals bis zum 7. Januar offen – und damit zwei Wochen länger als die klassischen Weihnachtsmärkte. Mit der neuen Bezeichnung sollte sichergestellt werden, dass der Wintermarkt am Flughafen mit seiner längeren Öffnungsdauer von den Weihnachtsmärkten unterschieden wird. Es ging also hier nicht um „politische Korrektheit“, wie dies Martin Neumeyer darstellt, sondern lediglich um eine begriffliche Präzisierung.

(Pressemitteilung Flughafen München 2014)



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