Slum-Tourismus oder Fotomontage?


Die Geissens, ein millionenschweres Paar, bekannt durch eine Doku-Soap über ihr ausschweifendes Leben, haben es nicht leicht.  Seitdem sie sich im Urlaub in Kolumbien fröhlich lächelnd in den Slums fotografierten, ist der Begriff „Slum-Tourismus“ wieder ein wenig geläufiger, der Skandal über die geschmacklosen Bilder war vorprogrammiert.

So wundert es nicht, dass nun nach der Echtheit eines weiteren auf Facebook kursierenden Bildes gefragt wird, welches Slum-Tourismus zeigen soll.

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Auf dem Bild zu sehen ist ein dezent übergewichtiger Mann auf einem Elektromobil, der scheinbar teilnahmslos an einem ausgemergelten, verhungernden Schwarzafrikaner vorbeifährt.


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Photoshop…

Was viele sicher schon ahnen: Es handelt sich um kein echtes Bild, sondern um eine Kombination zweier Bilder.

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Jenes Bild des Kriegsfotografen James Nachtwey stammt aus dem Jahr 1993 und wurde im Sudan, Nordafrika aufgenommen.

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Der Urheber jenes Bildes ist unbekannt, das Bild selber kursiert seit 2006 im Internet und wird in diversen Memes verwendet.

…aber warum?

Erstmalig erschien diese Fotomontage 2014 auf der Tumblr-Seite des Popart-Künstlers „Sketchaganda“, der Titel des Bildes lautet „What a wonderful world?“

Die Intension jener Fotomontage liegt auf der Hand:
Hier werden die Gegensätze zwischen den in Überfluss lebenden Menschen zu den ausgehungerten und unter Krieg und Armut leidenden Menschen der „Dritten Welt“ aufgezeigt.

Fazit:

Man kann darüber diskutieren, inwiefern es geschmackvoll ist, das Bild eines übergewichtigen Menschen, wahrscheinlich ohne seine Zustimmung, für ein Meme oder ein Popart-Bild zu verwenden, auch ist fraglich, inwieweit der Kriegsfotograf seine Zustimmung gegeben hat. Fakt ist aber, dass beide Bilder echt sind und die Realität in beiden Regionen der Welt darstellen.

Um ein weiteres Foto von Slum-Tourismus handelt es sich aber nicht. Noch nicht. Die Geissens werden ja noch ein paarmal Urlaub machen.

Autor: Ralf, mimikama.at



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